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Straßenwahlkampf in Riehl FDP-Kandidat Reinhard Houben unterwegs mit Wahlbeobachtern

FDP-Kandidat Reinhard Houben (l.) wurde von internationalen Wahlbeobachtern begleitet.

FDP-Kandidat Reinhard Houben (l.) wurde von internationalen Wahlbeobachtern begleitet.

Köln – „Ist der Straßenwahlkampf wirklich effektiv – oder doch eher nur Folklore?“ wollte Ton Nijhuis von dem FDP-Bundestagskandidaten Reinhard Houben wissen. Der Politologe und Philosoph vom Deutschland-Institut in Amsterdam war einer von vier Wahlbeobachtern, die Riehl und die Innenstadt besuchten.

„In erster Linie ist es ein Signal: Wir sind da“, antwortete ihm Houben, der in Riehl wohnt und in Porz, Kalk und der nördlichen City kandidiert. „Direkt überzeugt man vermutlich niemanden. Aber es weckt schon mal Sympathien, wenn man als Bürger einen Kandidaten kennenlernt“, ergänzte der Ratsherr.

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Nach dem gemeinsamen Frühstück im Clemenshof des Zoos ging es ins Getümmel auf dem Wochenmarkt am Riehler Gürtel. Bereits seit 1957 lädt der Deutsche Akademische Austauschdienst ausländische Wissenschaftler vor Bundestagswahlen zu Wahlbeobachter-Reisen ein. „Uns geht es aber natürlich nicht darum, die Rechtsstaatlichkeit der Wahl zu prüfen“, erläutert Friedrich Freiherr von Maltzahn, der Reiseführer der Gruppe, mit einem Lächeln.

Prima Klima in Riehl

Stattdessen studieren die Gäste etwa, mit welchen Mitteln die Parteien um Stimmen buhlen und wie sich die Atmosphäre darstellt. Insgesamt sind 18 Personen aus vier Kontinenten von Bonn aus ausgeschwärmt.

In fünf Teams begleiteten sie in Köln und Bonn je einen Kandidaten unterschiedlicher Parteien im Straßenwahlkampf. Im Verbund mit Houben befanden sich außer Nijhuis noch Natalia Toganova aus Russland, die Griechin Konstantina Botsiou und Wanda Jarząbek aus Polen auf Tour. Auch sie haben in ihren Instituten und Universitäten einen Blick auf Deutschland.

„Riehl ist sozusagen ein Dorf in der Stadt. Hier ist die Atmosphäre sehr gut, wir stehen an den Ständen zusammen und wechseln auch mal ein paar Worte“, sagte Houben. Das sei in der Innenstadt schon etwas anders. Dort sage man sich allenfalls Hallo. Der Wahlkampf am Neumarkt sei zudem wegen vieler auswärtiger Passanten überörtlich geprägt.

Vom prima Klima in Riehl überzeugte sich die Gruppe selbst: Am Eingang des Marktes stehen die politischen Stände nah beieinander; man kennt und grüßt sich über Parteigrenzen hinweg. Der hautnahe Kontakt zwischen Kandidaten und Bürgern erstaunte die europäischen Gäste. „Unsere Politiker sind nicht so volksnah“, bemerkte Botsiou.

Für die Besucher geht die Reise noch weiter: Derzeit sind sie in Ostdeutschland unterwegs, die Wahl erleben sie in Berlin.