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Altenzentrum St. JosefModernes Zuhause für Senioren

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Der Gebäudeteil zur Frankfurter Straße hin kann modernisiert werden, die anderen Bauelemente sind zum Abbruch bestimmt.

  1. Abbruch wegen aktueller Vorgaben notwendig - Neubezug 2021

Wahn – In etwa drei Jahren soll das Caritas-Altenzentrum St. Josef neu eröffnen und 99 betagten Menschen ein helles, schönes Zuhause mit so viel Privatsphäre wie möglich bieten. Zuvor wird das jetzige Altenzentrum zum großen Teil abgebrochen. Es handelt sich um ein Konglomerat von Bauten aus verschiedenen Jahrzehnten, die nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Heimplätze entsprechen und deren Umbau nicht wirtschaftlich wäre.

Über die Pläne zum einstweiligen Auszug der derzeitigen Bewohner, den Abbruch und die neue Konzeption konnten sich Nachbarn und Interessenten jetzt in der Einrichtung informieren. Detlef Silvers, Geschäftsfeldleiter Stationäre Betreuung beim Kölner Caritasverband, Architekt Martin Ringer, Leistungsbereichsleiterin Carmen Witte-Yüksel und die Fachdienstleitungen der Pflegeeinrichtungen, Martina Dietrich und Thorsten Lagershausen, stellten die Pläne vor. Sie gaben einen Ausblick auf das künftige, weit bessere Angebot für alte Menschen in Wahn.

Das jetzige, zergliederte Bau-Ensemble kann die Anforderungen des Wohn- und Teilhabegesetzes NRW (WTG) nicht mehr erfüllen. Von Juli an würde es für das Haus im jetzigen Status keine Finanzierung mehr geben und auch Nutzer bekämen kein Pflegewohngeld mehr. Das WTG sieht eine Versorgung der Bewohner mit fast ausschließlich Einzelzimmern vor - in der Einrichtung St. Josef gab es bisher nur für gut 60 Prozent der Bewohner Einzelzimmer. Zudem gab es hier viel zu wenig Individualbäder. Weitere bauliche Schwächen waren unter anderem eklatante Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Gebäudetrakten, schlechte natürliche Beleuchtung und mangelnde Privatsphäre.

Nach eingehenden Untersuchungen entschloss sich der Caritas-Verband zum weitgehenden Abbruch. Nur der Gebäudeteil an der Frankfurter Straße, in dem jetzt die Tagespflege untergebracht ist, soll erhalten und umgebaut werden. Die Bauteile an der Wilhelm-Ruppert-Straße und Siebengebirgsallee machen Neubauten Platz.

Bis 1981 befand sich im Mittelteil der heutigen Altenpflegeeinrichtung das Krankenhaus Porz-Wahn in Trägerschaft der Dernbacher Schwestern, danach ließ die Caritas das Haus zur Pflegeeinrichtung für Menschen mit gerontopsychiatrischen Veränderungen umbauen. Künftig sollen dort nicht mehr ausschließlich demente Senioren ein Zuhause finden, sondern auch andere alte Menschen aus der Umgebung. Altenzentren der Caritas Köln sollten vor allem als Häuser für den jeweiligen Sozialraum und den Stadtteil wirken und ortsnah eine Unterstützung und erforderliche Dienstleistungen bieten, machte Silvers bei der Informationsveranstaltung deutlich. Daher sei eine rein "Gerontopsychiatrische Einrichtung" nicht mehr sinnvoll.

Weil 80 Prozent aller alten Menschen, die stationär versorgt werden müssen, unter einer Demenz oder vergleichbaren Erkrankungen leiden, müsse jede stationäre Pflegeeinrichtung heute besondere Konzepte für diese Personengruppe nachweisen. Daneben müsse ein modernes Haus auch Bewohnern mit Mehrfacherkrankungen oder palliativem Pflegebedarf gerecht werden.

Die stationären Angebote sollen mit nicht-stationären Diensten wie ambulanter Pflege, Tagespflege und Wohnen mit Service verbunden werden. Dafür soll das Wahner haus 99 Pflegeplätze bieten - ausschließlich in Einzelzimmern mit eigenem Duschbad und aufgeteilt in sieben überschaubare Gemeinschaften für je 13 bis 15 Bewohnerinnen und Bewohner. Hinzu kommen 16 Tagespflegeplätze mit einem Angebot in der Regel werktags. Schließlich werden elf seniorengerechte Wohnungen mit bedarfsweisen Serviceleistungen für Einzelpersonen und Ehepaare ausgebaut. "Für diese Wohnform gibt es bereits die ersten Anmeldewünsche", sagte Martina Dietrich, Fachdienstleitung Hauswirtschaft und Verwaltung.

Die derzeit noch 57 Bewohner des Hauses ziehen im April um, die weitaus meisten finden im ganz neu eröffnenden Caritas-Pflegeheim St. Bruno in Klettenberg ein Zuhause - mit der Möglichkeit zur Rückkehr nach der Fertigstellung in Wahn. Viele Mitarbeiter ziehen mit den Bewohnern um.

Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf 13,5 Millionen Euro, wovon 11,8 Millionen Euro auf den Bereich der stationären Pflege entfallen. Der Teilabbruch werde im zweiten Halbjahr 2018 beginnen; die Baustelle soll von der Frankfurter Straße her erschlossen werden. Dabei werde Rücksicht auf die Nachbarschaft genommen, Belästigungen ließen sich aber nicht ganz vermeiden. Besucher der Info-Veranstaltung äußerten Sorge wegen der Parkplatz-Situation die in Wahn allgemein angespannt sei und rund um das Altenheim schon jetzt oft kritisch.

Die Wiedereröffnung wird frühestens Ende 2020, voraussichtlich im Jahr 2021 erfolgen.