Die Helfer waren schnell
Porz – Beim dritten Mal gelten Veranstaltungen im Rheinland als Brauchtum, entsprechend ist der „Aktionstag der Wirtschaft“ jetzt schon eine Traditionsveranstaltung. Wer bei dieser Form von Brauchtum als Helfer aktiv mitmachen will, musste bei der jüngsten Projektvorstellung im Foyer des Bezirksrathauses ganz schön schnell sein. Kaum hatten die sozialen Institutionen, die für unterschiedliche Projekte auf tätige Unterstützung aus Porzer Unternehmen hoffen, ihre Stände aufgebaut, waren Hilfswillige zur Stelle. In Windeseile suchten sich die Vertreter von Firmen und Institutionen, die Mitarbeiter für einen Tag zur Hilfe bereitstellen, die passenden Projekte aus. Schon nach einer halben Stunde waren für beinahe sämtliche Vorhaben die entsprechenden Verträge unterschrieben.
Mit dem Aktionstag bringt die Porzer Bürgerstiftung schon im dritten Jahr Menschen in Porz zusammen. Die sozialen Institutionen können für Anliegen, die sie aus eigener Kraft nicht stemmen können, tatkräftige Unterstützung bekommen. Und die Mitarbeiter aus Unternehmen sehen zum einen die große Vielfalt sozial engagierter Institutionen in Porz und können zum anderen mit ihrem Wissen, Muskeleinsatz und Freude an der Abwechslung dazu beitragen, dass der Sinn für Gemeinschaft bestärkt wird.
Schließlich ist es nicht finanzielle, sondern ganz persönliche, tätige Hilfe, die den Aktionstag auszeichnet. Und damit haben Hilfesuchende und Helfer schon zwei Jahre lang beste Erfahrungen gemacht. So war es kaum verwunderlich, dass sich bei der dritten Projektmesse gleich wieder Partner fanden, die einander schon von früheren gemeinsamen Aktionen kennen und schätzen. Der Fröbel-Kindergarten in Wahn war zum Beispiel erster Anlaufpunkt für Mitarbeiter des Flughafens Köln/ Bonn, die schon in der Vergangenheit Naturprojekte in dieser Einrichtung mit gebaut haben. Charleen Kürbiß und Leon Knipp vom Flughafen unterzeichneten mit Barbara Eitelgörg und Lena Sonneborn von der Kita sogleich zwei neue Verträge. Einmal geht es um eine Auffrischung der kleinen Rennstrecke für Kinderfahrzeuge, zudem um Hilfe beim Insekten-Nisthilfen-Bau. „Am Flughafen haben wir ja gleichfalls Bienenvölker und unterstützen Bemühungen um Nachhaltigkeit. Da passt dieses Projekt sehr gut“, sagte Kürbiß.
Gleichfalls ratz-fatz unter Dach und Fach war unter anderem der Vertrag zum Frühjahrsputz beim Zentrum für Therapeutisches Reiten. Die Charles River GmbH stellt dafür Mitarbeiter bereit– man kennt sich vom vorigen Jahr, da läuft die Vorbereitung auf gut geebneten Wegen.
Die Kita Glashüttenstraße brauchte gleich zwei Unterstützerangebote: Wie Kevin Andel und Jens Vöpel vom Team der Köln-Kitas berichteten, soll rund um ein Spielgerät für die Allerkleinsten im Außengelände ein Sandkasten entstehen, damit sich die Pänz beim Fallen nicht wehtun. Hier hilft gleichfalls die Charles Rivers Gesellschaft. Für den Bau eines Spielhäuschens konnte sich eine technisch versierte Mannschaft des Närrischen Rates erwärmen. Hans-Peter Mertens, der in der Bürgerstiftung zum Stiftungsrat gehört, und der Bürgerstiftungsvorsitzende Norbert Becker boten ihre Erfahrung und ein einsatzfreudiges Helferteam an.
Alexandra Remmel, die für die Bürgerstiftung die Projektkoordination hat, freute sich über die in rascher Folge eintrudelnden Projektzusagen, die sich auf dem Info-Tisch im Rathausfoyer stapelten. „Wir merken deutlich, dass der Aktionstag in Porz angekommen ist. Tatsächlich sind in der Vorbereitung der aktuellen Aktion noch mehrere bisher nicht involvierte Unternehmen an uns herangetreten und wollen mitmachen,“ sagt sie.
Aus den beiden ersten Veranstaltungen habe die Bürgerstiftung viel gelernt, sagt Gregor Berghausen vom Vorstand. Man wisse jetzt, dass die Projekte tatsächlich in der dafür anberaumten Zeit zu schaffen sein müssten. Zudem habe sich gezeigt, dass die Hilfesuchenden ihre Anliegen möglichst munter präsentieren sollten, um Partner zu werben. Das gelingt Kinder-Einrichtungen bei der Projektmesse oft besonders gut. Sie glänzten mit Ständen, an denen ganze Dioramen aus Spielfiguren vor Augen führten, welcher Arbeitseinsatz hier vonnöten ist.
Der nächste Aktionstag für die Wirtschaft ist am 8. Mai. Bezirksbürgermeister Henk van Benthem als Schirmherr zeigt sich dankbar dafür, dass die Stiftung ein starkes Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement knüpft.
Nach der Projektmesse laufen die Vorbereitungen für den Arbeitseinsatz jetzt vornehmlich zwischen den Projektpartnern selbst; die Bürgerstiftung unterstützt die Arbeit und lädt zum Abschluss der Arbeiten jeweils zu einem gemeinsamen Fest ein.
Zu den sofortigen Engagementvereinbarungen des „Aktionstags für die Wirtschaft“ 2020 gehören Malerarbeiten, eine Sanierung von Volieren in der Greifvogelschutzstation und Gartenarbeiten auf der Obstwiese auf Gut Leidenhausen. Tatkraft dazu konnten sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Freundeskreis Haus des Waldes von der Gewog Porz, der Charles River GmbH, der Sparkasse Köln Bonn, der Deutz AG und der Telonic GmbH sichern. Der Urbacher Bürgerverein bekommt bei der Mauersanierung im Ort Unterstützung vom Krankenhaus Porz am Rhein.
Die Volksbank unterstützt den Verein EigenArt beim Aufbau einer Datencloud. Wenn die Kita St. Mariä Himmelfahrt demnächst ein Hochbeet hat, verdankt sie das der Freiherr von Eltzschen Verwaltung. Beim Förderverein Hospiz Porz wird die Neugestaltung des Gartenhangs von der Vernetzung der Porzer Bürgervereine übernommen.
Die Seniorenresidenz Curanum wird bei Hochbeet-Plänen vom Autohaus Schmitz tätige Hilfe finden. Gleichfalls ein Hochbeet bekommt eine Alexianer-Demenzwohngruppe, Partner wird die Bundeswehr. Für ein Demenz-Projekt konnte das Krankenhaus Porz am Rhein den Flughafen und den Polizei Bezirks- und Schwerpunktdienst Porz interessieren, der Fröbel-Kindergarten Finkenberg kann mit dem Verein EigenArt und der Telekom einen Gartentag ausrichten. Die Bürgerstiftung ist zuversichtlich, auch für die weiteren Projekte Partner zu finden.
Alexandra Remmel
