Abo

Dramatischer Zustand, tote FischePorzer Scheuermühlenteich ist fast trockengelegt

3 min

Herbert Gellings, Vorsitzender des Bürgervereins Wahn-Wahnheide-Lind, steht im ausgetrockneten Teichbett, im Hintergrund der auf rund die Hälfte geschrumpfte Scheuermühlenteich.

Lind – Tote Fische am Ufer und eine teilweise ausgetrocknet Wasserfläche – der Scheuermühlenteich ist aufgrund der andauernden Hitze auf fast die Hälfte seiner Fläche geschrumpft. Tiere und Pflanzen leiden unter den tropischen Temperaturen, genau wie die Menschen.

Herbert Gellings, Vorsitzender des Bürgervereins Wahn-Wahnheide-Lind, macht sich Sorgen um das beliebte Naherholungsgebiet. „Ich kann trockenen Fußes quer durch das Teichbett laufen, das ist schon dramatisch“, sagt der 77-Jährige. Das Areal ist im Besitz des Bundes. Die regelmäßige Pflege hat aber der Bürgerverein übernommen. Der Staat wollte nicht mehr für die aufwendige Pflege aufkommen. Also hat sich vor Jahren extra ein Förderverein gegründet, der über Mitgliedbeiträgen und Spenden die rund 6000 Euro jährlich aufbringt, die für den Unterhalt des Geländes nötig sind.

Ein toter Fisch am Ufer des Teiches: Die hohen Temperaturen, und fehlender Niederschlag war für einige Tier zu viel.

Mit dem Geld wird ein Landschaftsgärtner finanziert, der zwei Mal in der Woche die Wege saubermacht und nach dem Rechten sieht. Von Seiten des Bundes kümmert sich zusätzlich Forstdirektor Achim Urmes um das 14 Hektar große Gelände rund um den Scheuermühlenteich. „Wir sind sehr froh, dass wir den Bürgerverein als Partner haben“, gesteht der Förster. Ohne den Förderverein sei das Naherholungsgebiet heute wohl nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Alleine könnte er sich nie so sorgfältig um Waldstück und Teich kümmern.

Angesichts der anhaltenden Trockenheit und Temperaturen um die 40 Grad sind Förderverein und Förster jedoch machtlos. „Wir haben überall das Problem, dass der Wasserspiegel sinkt, es gibt einfach zu wenig Regen“, so Urmes. Das gleiche Problem hat es auch schon im vergangenen Jahr gegeben. Damals war der Wasserspiegel im Scheuermühlenteich sogar noch niedriger, erinnert sich der Forstdirektor. Er hofft auf Regen, mehr könne leider nicht getan werden. Wertvolles Trinkwasser aus einem Hydranten in den See zu speisen, hält der Förster für nicht sinnvoll. Erstens gebe es gar keinen Hydranten in der Nähe und zweitens wäre eine solche Einspeisung nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

In 2018 sind bei ebenfalls anhaltender Trockenheit zwei über hundert Jahre alte Eichen umgestürzt.

Neben den Fischen leiden auch die Bäume und andere Tiere in der Umgebung. „Soviel Wasser können wir gar nicht verteilen“, sagt Urmes. In 2018 waren durch die anhaltende Trockenheit zwei weit über hundert Jahre alte Eichen am Rand des Teiches umgestürzt. Das hohe Alter, Krankheit und die Trockenheit hatten die altehrwürdigen Bäume schließlich gefällt. Noch heute kann man die mächtigen umgestürzten Bäume sehen.

Von den zwei riesigen Stämmen steht jeweils noch ein mehr als zwei Meter hohes Stück. Der übrige Teil der Bäume ist jeweils mit seiner Krone zum Teich hin umgefallen. Die gefallenen Riesen wurden ganz bewusst nicht entfernt. Denn das Areal um den Scheuermühlenteich steht unter Naturschutz und soll auch möglichst naturnah bleiben. Die toten Bäume werden auch in Zukunft ein wichtiger Teil des Ökosystems am Teich sein: als Nährboden für etliche Pilzarten, als Unterschlupf für Insekten und als Versteckt für kleine Fische. Denn bei normalem Wasserspiegel, ist ein Großteil der abgebrochenen Baumkronen im Wasser.

Für die Zukunft rechnet Urmes häufiger mit Extremsituation wie aktuell. „Die Entwicklung des Wetters ist leider so, wir bekommen zu wenig Regen, da ist nichts zu machen.“ Was er allerdings machen kann, ist die toten Fische beseitigen. „Das werden wir tun“, verspricht Urmes. Denn verwesende Fische im Wasser tragen noch zusätzlich zu einer Verschlechterung der Wasserqualität bei. „So können wir die stärkeren Fische, die bis jetzt überlebt haben, hoffentlich retten.“ Wirklich wichtig sei allerdings Regen – richtig viel Regen.