Der Künstler AKUT hat ein Wandgemälde an einem ehemaligen NS-Schutzhaftlager-Standort in Porz-Eil geschaffen. Es mahnt zur historischen Verantwortung.
ErinnerungskulturKunstwerk an Porzer Logistikprojekt thematisiert historische Verantwortung

Das Wandgemälde „Erinnerung verpflichtet“ am neuen Logistikzentrum in Porz‑Eil erinnert an das 1933 dort befindliche NS‑Schutzhaftlager.
Copyright: René Denzer
„Erinnerung verpflichtet – was hier geschah, bleibt Teil unserer Verantwortung“ – diese Worte sind Teil eines riesigen Wandgemäldes. In dessen Zentrum steht ein hybrides Gesicht, das sich aus fragmentierten Porträts zusammensetzt und unterschiedliche Perspektiven vereint. Bezugspunkte wie Anne Frank als Symbol der Verfolgung und Margot Friedländer als Stimme der heutigen Erinnerung markieren dabei historische und gegenwärtige Ebenen. Dazwischen positioniert sich die Gegenwartsgesellschaft: als Ergebnis historischer Prozesse und zugleich als Träger von Verantwortung. Das Zeichen für Erinnerung und Verantwortung hat der international renommierte Künstler Falk Lehmann, bekannt als AKUT, geschaffen, und es ist ein Beitrag zur Erinnerungskultur.
Kunstwerk erinnert an NS‑Schutzhaftlager am Hochkreuz
Denn das Werk befindet sich auf einer Wand eines neuen Logistikzentrums. Das wird auf einem Grundstück an der Frankfurter Straße/Maarhäuser Weg/Rudolf-Diesel-Straße gebaut. Auf dem Areal befand sich 1933 ein frühes NS-Schutzhaftlager „Am Hochkreuz“, in dem Menschen aus der Region festgehalten und misshandelt wurden. Mit diesem Gemälde soll der Kontext bewusst aufgegriffen werden. „Wir verstehen unsere Immobilien nicht nur als wirtschaftliche Räume, sondern auch als Orte mit gesellschaftlicher Wirkung. Dieses Kunstwerk macht Geschichte sichtbar und erinnert uns daran, dass Verantwortung im Hier und Jetzt beginnt“, sagt Anton Mertens, Vorstand der OSMAB Holding AG. „Kunst am Bau ist für uns ein wichtiger Baustein, um Standorte nachhaltig aufzuwerten und erlebbar zu machen“, sagt Markus Kroner, Geschäftsführer der Alcaro Invest GmbH, bei einem großangelegten Baustellenfest, auf dem das Kunstwerk präsentiert wurde.
Osmab und Alcaro realisieren auf dem Areal das Logistikprojekt Log Plaza Colonia 3. Auf dem rund 59.200 Quadratmeter großen Grundstück entsteht ein Logistikgebäude mit etwa 33.000 Quadratmetern Gesamtnutzfläche, verteilt auf vier Mieteinheiten. Rund 29.900 Quadratmeter entfallen auf Hallenflächen, ergänzt durch Büro- und Sozialbereiche. Mit dem Logistikdienstleister Dachser steht der Hauptmieter bereits fest.
Das Logistikgebäude soll mit einer leistungsstarken Photovoltaikanlage ausgestattet werden, die einen Großteil des Energiebedarfs vor Ort decken kann. Mit einer geplanten Leistung von rund 3,66 Megawatt-Peak (MWp) könnte sie künftig eine der größten Aufdachanlagen Kölns werden. Ergänzend sind zahlreiche Ladepunkte für E-Autos und E-Bikes vorgesehen. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2026 geplant.

