Abo

Ein mutiges Mädchen rettet sein Volk

2 min

Zündorf/ Porz – Eines der wichtigsten Feste im jüdischen Kalender ist das Purimfest, das an das nationale Überleben der Juden und die mutige Tat der persischen Königin Esther zur Befreiuung ihres Volkes erinnert. Nur zwei Bücher im Alten Testament tragen die Namen von Frauen; das Buch Esther schildert spannend wie ein Krimi die Geschichte eines jüdischen Waisenmädchens, das zur Retterin der Juden wird.

In einer Musical-Aufführung hat der Zündorfer Kinderchor unter der Leitung von Kantor Thomas Wegst der alten Geschichte aus dem 5. Jahrhundert vor Christi Geburt nun neues Leben eingehaucht. In Liedern und Texten berichteten die Kinder vom Leben Esthers, die als Waise bei ihrem Onkel Mordechai aufwuchs, in den Harem des persischen Königs Xerxes gelangte, zu seiner Frau erwählt wurde und beim König erreichte, dass die von seinem wichtigsten Berater geplante Vernichtung des jüdischen Volkes nicht umgesetzt wurde. Dafür setzte Esther ihr Leben aufs Spiel. Ihr Onkel wurde nach der Entdeckung des Komplotts gegen die Juden zum Nachfolger des hinterhältigen Königs-Beraters.

Der Zündorfer Kinderchor hatte das Musical „Esther, Königin von Susa“ des Autorenteams Andreas Mücksch und Barbara Schatz in intensiven Proben einstudiert. Eltern waren bei der Vorbereitung unter anderem als Maskenbildner, beim Kostümnähen und als Kulissenmaler im Einsatz. Die Gäste bei zwei Aufführungen in der Pauluskirche spendeten herzlichen Applaus für die engagierten jungen Sängerinnen und Sänger. Der Chor trug das Musical zudem bei einer Schulaufführung vor.

Kinder und Jugendliche der evangelischen Kirchengemeinde Porz waren am Tag vor den Musicalaufführungen rund um die Lukaskirche willkommen. Beim ersten „Kinder- und Jugendfest Lukas 1.0“ wurde ein Bühnenprogramm mit Auftritten Porzer Jugendbands und Gesprächsrunden mit einer Jugendpolitikerin, Akteuren aus dem Stadtteil, Pfarrern und anderen Personen aus Kirche und Gesellschaft geboten. Viele Jugendliche hätten das Gefühl, bei den Erwachsenen mit ihren Sorgen um die Zukunft, aber auch mit ihren Ideen für neue Wege nicht ernst genommen zu werden, sagten Carola Siman und Jakob Hausmann als Organisatoren und Moderatoren bei der Eröffnung des Festes. Bei einem Couchgespräch sollten die Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, ihre Fragen zu stellen und mit Erwachsenen ins Gespräch zu kommen. Großspielgeräte wie der Menschenkicker und Riesen-Yenga forderten die Geschicklichkeit heraus. Zudem gab es Gelegenheit, die Jugendarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde mit ihren zahlreichen Angeboten kennenzulernen.