Ein wenig Bewegung hilft dem Darm
Porz – Ermutigung und Hilfe für Patienten, deren Lebensqualität durch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) eingeschränkt ist, standen im Mittelpunkt des 12. Arzt-Patienten-Seminars im Krankenhaus Porz am Rhein. Experten des Kölner Magen-Darm-Zentrums referierten über CED und unterschiedliche Formen der Behandlung.
Mehr als 150 Patienten und Angehörige nutzten die Gelegenheit, sich bei Vorträgen unter der wissenschaftlichen Leitung der beiden Chefärzte zu informieren. Prof. Wolfgang Holtmeier, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Innere Medizin, sowie Prof. Anton Kroesen, Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, waren auch für Fragen ansprechbar.
Menschen, die an einer CED erkrankt sind, leiden oftmals unter Einschränkungen. Die wiederkehrenden Symptome chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen reichen von Durchfall, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Gewichtsverlust und Nährstoffmangel. Wenn solche Symptome über einen längeren Zeitraum andauern, ist ein Facharztbesuch dringend geraten.
Häufige Diagnosen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Über deren Verläufe und Therapiemöglichkeiten informierten die Ärzte in Kooperation mit der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV). Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine Entzündung der Darmschleimhaut. Die Erkrankung tritt in Schüben auf, sodass Patienten auch beschwerdefreie Phasen erleben.
Im Gegensatz zu Morbus Crohn, der alle Bereiche des Verdauungstrakts betreffen kann, breitet sich die Colitis ulcerosa vom Enddarm bis zu einem bestimmten Abschnitt des Dickdarms aus. Prof. Holtmeier erklärte: „Nicht selten ist auch die Leber erkrankt, da sie und der Darm in enger Beziehung stehen. Ein Beispiel sind verengte Gallengänge, die den Gallenfluss behindern. Dies führt dazu, dass der Darm nicht genügend Gallenflüssigkeit erhält, die er zur Nährstoffaufnahme braucht.“ Über CED und Schwangerschaft referierte die Ärztin Christiane Bästlein; Ernährung bei CED standen im Mittelpunkt der Ausführungen von Prof. Wolfgang Kruis.
Mit dem Arzt-Patienten-Seminar wollen die beiden Chefärzte im Porzer Krankenhaus Betroffenen Mut machen. „Der Krankheitsverlauf kann durch Tätigkeiten wie Sport oder eine angepasste Ernährung selbst beeinflusst werden“, versicherten die beiden Experten. Sie arbeiten im Rahmen des Kölner Magen-Darm-Zentrums, das deutschlandweit für die interdisziplinäre Behandlung von CED bekannt ist. Holtmeier und Kroesen machten deutlich, schon leichte bis moderate Bewegungen könnten die Funktion des Verdauungssystems verbessern. Auch die Ernährung sei bedeutsam. Die geschädigte Darmschleimhaut CED-betroffener Patienten könne schlechter Nährstoffe aufnehmen, weshalb auf die gezielte Zufuhr von Vitaminen zu achten sei. Zudem lasse sich die Ernährung den Krankheitsschüben anpassen. So sollten in Ruhephasen besonders viele Nährstoffe aufgenommen werden.
