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Funken-Girls danken den Jungs

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Ungewohnter Anblick: Die Mädels vom Gardetanzcorps in „Blaumännern“

Wahn – Überraschungen sind bei den Blau-Wiesse Funke Wahn ein gern zelebriertes Unterhaltungskonzept. Waren es beim Wieverklaaf bisher die Herren des Vereins, die ihren Auftritt zu einem großen Geheimnis machten, so ziehen jetzt die Damen beim Funkenbiwak nach.

Zunächst stehen die weiblichen Mitglieder des Gardetanzcorps in eher maskulinen Kostümen auf der Bühne. Als Bauarbeiter getarnt, beginnen sie ihre Showtanzeinlage, um sich dann unerwartet in sehr feminine Wesen zu verwandeln. „Es ist ein Dankeschön an unsere Jungs, die beim Wieverklaaf die Show zusammenhalten,“ erklärt Roxane Vossen. Seit elf Jahren ist sie im Verein, im achten Jahr tanzen sie und Patrick Punzet zusammen als Paar.

Trotz ihrer langjährigen Erfahrung lässt sie die Premiere nicht kalt. „Der Showtanz ist zwar kurz gehalten, weil wir uns spontan dazu entschieden haben – er ist aber ganz anders als der übliche Gardetanz.“ Mit ihrer Verwandlungsstrategie gelingt den „Garde-Girls“ ihre erfrischend choreographierte Performance nicht nur, sie könnte sogar der Startschuss für eine neue Tradition sein.

Auch das Dreigestirn tut sich durch einige Besonderheiten hervor, die es so in Porz noch nicht gegeben hat. Als jüngstes Dreigestirn „ever“ stechen sie aus der langen Linie der Porzer Dreigestirne heraus, bringen die Generation der unter Dreißigjährigen auf die Pole-Position des Karnevals. Frederic Braun als Prinz Freddy I., Sven Czakalla als Bauer Sven und Jungfrau Jaci, Jacqueline Schmitz, allesamt bei den Wahner Wibbelstetze beheimatet, bringen Power, Dynamik und Originalität in die Session 2020.

Ihr bevorzugtes Fortbewegungsmittel, ein muskelkraftbetriebenes Dreirad, lenken sie souverän über das umfunktionierte Parkplatz-Gelände St. Sebastianusstraße/Ecke Frankfurter Straße. Ob sie sämtliche Verpflichtungen während der Akutphase mit dem ambitionierten Gefährt bewältigen können, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass der achtundzwanzigjährige Frederic Braun seinen Traum vom Prinz-Sein in Rekordzeit verwirklichen konnte. Seit er im Jahr 2002 Kinderprinz war, hat er sein Ziel nicht aus den Augen verloren.

Als Bauern rekrutierte er kurzerhand seinen Freund Sven Czakalla, der mit neunundzwanzig Jahren nur unmaßgeblich älter ist. Auch er hat den Karneval im Blut, sein Vater Rainer trug die Prinzenwürde erst vor fünf Jahren. In Wibbelstetz-Kollegin Jacqueline, fünfundzwanzig, haben sie ihre perfekte Jungfrau gefunden. Wie Prinz Freddy war sie bereits Teil eines Kinderdreigestirns und hat 2007 die Kinderjungfrau gegeben. Beim Funkenbiwak hinterlässt das sympathische Trio einen angenehm unprätentiösen Eindruck; bis zum offiziellen Amtsantritt werden sie noch oft in die Pedale treten, um den Ernstfall zu proben.

Ihr dreitägiges Straßenfest widmen die Funken weniger der Vereinsrepräsentation als dem Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. Überdachte Sitzgelegenheiten laden zum Schwatzen ein, Essen und Trinken gibt es in süßer und herzhafterer Ausführung satt. Kleine Besucher können sich beim Kinderschminken hübsche oder furchterregende Gesichter auflegen lassen. Für kölsche Life-Musik sorgen die Bands Pures Glück und Real Safri, am späten Abend bestreiten DJ Holger und DJ Leeve Jung das Programm.

Unter dem Motto „Tanzcorps total“ versammeln die Funken neben ihrer eigenen geballten Tanzkraft auch befreundete Vereine, machen Lust auf die kommende Session. Vereinspräsident Detlev Hamer blickt derweil tiefenentspannt in die Zukunft, strahlt Gelassenheit aus. Eine Auszeit zwischen den Sessionen müsse schließlich auch mal sein.