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Hunderte Menschen demonstrieren für Schwimmbad

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Ensen – Mehrere Hundert Menschen haben vor der Grundschule an der Hohe Straße ihrem Unmut über das geschlossen Lehrschwimmbecken Luft gemacht. „Wir wollen verhindern, dass das Thema politisch versickert“, sagte Helena Berghoff. Die Schulpflegschaftsvorsitzende hat die Demonstration mitorgansiert. Das Lehrschwimmbecken an der Ensener Grundschule ist nun schon seit einem Jahr geschlossen , wann es wieder öffnet, das ist völlig unklar. Zu befürchten ist, dass das kleine Schulschwimmbecken über Jahre hinaus nicht zur Verfügung steht.

Und das betrifft nicht nur Schüler aus Ensen. Insgesamt sieben Schulen aus der Umgebung haben das Bad vor der Schließung genutzt. Dazu noch Kitas und Vereine. Alle mussten ihre Schwimmzeiten reduzieren oder ganz einstellen. Von den 22 Gruppen, die das Schwimmbad genutzt haben, konnten nur fünf in anderen Bädern unterkommen. Für die Schüler der Grundschule heißt das: nur noch die Drittklässler haben einmal in der Woche Schwimmunterricht und das auch nur für ein Schulhalbjahr. „Einige Kinder lernen deshalb nicht mehr richtig Schwimmen“, beklagt Berghoff.

Für den TC Poll 04 bedeutet es den Verlust von 50 Vereinsmitgliedern. Wassergymnastik für Senioren hat der Verein im Ensener Schwimmbad angeboten. „Fünf Gruppen mit 80 Teilnehmern haben das Bad genutzt“, sagt Vereinsvorsitzende Ute Ahn. Die Kurse sind bis auf einen alle gestrichen.

Wegen statischer Mängel war das Lehrschwimmbecken im März 2019 kurzfristig geschlossen worden. Im Dezember ist dann noch ein Defekt an der Lüftungsanlage festgestellt worden. Ein erstes Gutachten hat Schäden an der Betonkonstruktion des Beckens festgestellt. Weitere eingehendere Untersuchungen des maroden Beckens sind noch zusätzlich nötig und wurden von der Verwaltung bereits beauftragt. Von einer umfangreichen Sanierung bis hin zum kompletten Abbruch und Neubau des gesamten Gebäudes ist alles möglich. Eine Entscheidung über die Zukunft des Beckens wird es frühestens im Herbst geben, so lange dauert es noch, bis die weiteren Gutachten erstellt sind.

Doch auch wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind, wird es wohl noch Jahre dauern, bis die nötigen Arbeiten ausgeführt werden. Nach Auskunft der Gebäudewirtschaft steht das Schwimmbad in der Prioritätenliste nämlich unter Generalinstandsetzungsstufe 2. Das heißt: die Instandsetzung wird erst nach fünf bis zehn Jahren realisiert werden. Das wollen die Demonstranten nicht hinnehmen. Ob ihr Einsatz an der Situation etwas ändert, ist aber fraglich.

Helena Berghoff