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Igus feiert 50. GeburtstagBeim Jubiläum ganz spendabel

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Mitarbeiter zeigten ihren Angehörigen ihren Arbeitsplatz bei IGUS, dem weltweit führenden Hersteller für Gleitlager aus Kunststoff.

Lind – Noch können 3D-Drucker nicht alles, obwohl bereits daran gearbeitet wird, bald ganze Häuser aus ihnen hervorquellen zu lassen. Das ist zwar heute noch Zukunftsmusik, erste Schritte dahin sind aber schon erkennbar. Davon konnten sich mehrere tausend Besucher am Tag der Offenen Tür des Kunststoffspezialisten Igus aus Lind überzeugen. Denn dort stand ein 3D-Drucker, der in kürzester Zeit schon dreidimensionale Kunststoffteile herstellen kann.

Der Weltmarktführer in der Herstellung von Energiekettensystemen und Polymer-Gleitlager nutzt den Drucker nicht nur, er hat auch maßgeblichen Anteil daran, dass die von ihm hergestellten Produkte nicht durch Schmierstoffe negativ beeinflusst werden. Denn er ist mit schmiermittelfreien Gleitlagern ausgerüstet. Deren Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Gleitlagern aus Metalllegierungen versucht Igus zur Zeit auch mit einem Kleinwagen zu belegen, der mit werkseigenen Teilen umgerüstet und dann auf große Fahrt geschickt wurde. „50 000 Kilometer hat er in Asien und Amerika problemlos runtergespult“, sagte Sascha Laufenberg, der Fahrer des Kleinwagens. Es habe noch nicht einmal eine Reifenpanne gegeben. Er überlässt das Lenkrad jetzt einem Team von Fahrern, weil er ein Studium in Paris begonnen hat. Die neuen Fahrer werden den Kleinwagen durch ganz Europa bewegen, bis er im kommenden April auf der Hannover-Messe auseinandergenommen wird. „Dann werden alle Teile, die wir eingebaut haben, überprüft“, sagt Laufenberg. Vom Ergebnis ist er heute schon überzeugt. „Es wird alles in Ordnung sein.“

Ein Euro pro Kilometer

Die Fahrt mit dem Kleinwagen hatte nicht nur die Aufgabe, die Standfestigkeit der Igus-Produkte zu beweisen. Er sollte auch Geld einfahren. „Für jeden Kilometer, den er gefahren ist, spenden wir einen Euro an Hilfsprojekte“, sagte Frank Blase, Geschäftsführer des von seinem Vater vor 50 Jahren in einer Mülheimer Garage gegründeten Unternehmens. Unter anderem wurde in Indien das Freiwilligennetzwerk „make a difference“ , das sich um Straßenkinder kümmert, unterstützt. In Korea hat Igus drei Tonnen Reis an öffentliche Suppenküchen für Bedürftige verteilt.

Besonders spendabel zeigte sich das Unternehmen am Tag der Offenen Tür, einem für Mitarbeiter und ihre Angehörigen organisierten Fest aus Anlass seines 50-jährigen Bestehens. Denn Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär, die als Freddy Schenk und Max Ballauf in der Tatort-Reihe der ARD die Kölner Kriminalfälle lösen, erhielten für ihren Verein „Tatort – Straßen der Welt“ einen Scheck über 25 000 Euro. „Das entspricht genau der Summe, mit der mein Vater Günter Blase vor 50 Jahren das Unternehmen aufgebaut hat“, sagte Frank Blase. Der von den beiden Schauspielern gegründete Verein unterstützt Kinderhilfsprojekte auf der ganzen Welt. Behrendt und Bär hatten auch eine der wichtigsten Requisiten ihrer Tatort-Reihe mitgebracht, die Wurstbude, an der sie in den Krimis ihre Fälle besprechen. Sie war für den Tag der Offenen Tür ausgeliehen worden. 5000 Besucher konnten sich davon überzeugen, dass die Curry-Wurst aus der TV-Bude echt war.