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KommentarNeue Satzung muss her

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Ganz legal hat der Förderverein des Krankenhauses einen neuen Vorstand bekommen, mit 139 gegen 76 Stimmen wurde Kemal Sovuksu gewählt. Die Jahrzehnte alte Satzung des honorigen Vereins lässt es zu, dass neue Mitglieder ohne Wartezeit wählen und gewählt werden können, ihr Wahlrecht darf auch durch Vollmachten übertragen werden. Die Art und Weise aber, in der CDU-Bezirksvertreter Werner Marx und der jetzt gewählte neue Vorsitzende Sovuksu mit bündelweise Wahl-Vollmachten Abwesender die anwesenden Ehrenamtler düpiert haben, ist erschreckend.

Ausgerechnet der Verein, der zum Wohl des Gesundheitswesens in Porz seit Jahrzehnten segensreich und parteiübergreifend gewirkt hat, ist zum Spielfeld für Machtinteressen geworden. Diese Interessen nehmen keine Rücksicht auf die Außenwirkung, die das Stimmen-Kapern bei Spendern und Sponsoren hinterlässt. Sie erstrecken sich bis zum politischen Einfluss in Kuratorium und Beirat, die über das Wohl und Werden des gesamten Krankenhauses entscheiden. Als Vehikel auf dem Weg zu solchen Positionen ist der Förderverein aber zu schade.

Vielleicht ist der neue Vorsitzende tatsächlich genau der Richtige für dieses Amt und kann fürs Porzer Krankenhaus Gutes tun. Das Ansinnen wirkt aber nur glaubhaft, wenn seine Wahl nicht von derartigen Schatten getrübt wird. Die ehrenwerte, demokratische und ethisch einwandfreie Lösung müsste jetzt heißen: Satzungsänderung und Neuwahl mit den Stimmen von Ehrenamtlern, die sich leibhaftig nachhaltig fürs Krankenhaus einsetzen.