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Mit welcher Haltung können wir altern?

4 min

Antje Velsinger

Poll – In der kapitalistischen Gesellschaft und Konsumkultur werden alte Körper vorwiegend über ihr Defizit definiert. Darüber, was sie nicht mehr können und nicht mehr sind. Alte Körper konfrontieren die jüngeren mit ihrer eigenen Vergänglichkeit und dem möglichen Verlust von Leistungsfähigkeit. Dadurch entstehen große Berührungsängste zwischen den Generationen.

Das Stück „Dreams in a cloudy space“, das am 22. November, um 20 Uhr in der Tanzfaktur, Siegburger Straße 233w, seine Premiere hat, soll unsere gesellschaftliche Sichtweise auf alte Körper einer Revision zu unterziehen.

Die multimediale Choreographie von Antje Velsinger wirft die Frage auf: Wie kann man alten Körpern begegnen und sie wahrnehmen jenseits von dem, was sie nicht mehr leisten. Und. Wie erleben sie selbst ihren Körper? Aufbauend auf Interviews, einer Bewegungsrecherche und Videodrehs in verschiedenen Altenheimen und Seniorentreffs in Köln und Hamburg beschäftigt sich „Dreams in a cloudy space“ mit körperlichen Qualitäten jenseits von Effizienz.

Antje Velsinger

In einer Reihe von Traumsequenzen begegnen sich verschiedene Körpergenerationen. Sie suchen Halt, sinken, fallen, stützen sich, genießen und nutzen diverse Tricks, um den „Alltag“ zu meistern. Sie reisen auf Rollen zu ihrem Sehnsuchtsort, und wenn der zu weit entfernt ist, holen sie ihn zu sich nach Hause. Aus der poetischen Komposition von Video- und Soundfragmenten, Objekten und den Körpern einer 35-Jährigen und einer 75-jährigen Tänzerin, ist ein Stück entstanden, in dem Grenzen zwischen Aktivität und Passivität, Isolation und Rückzug, Freude und Resignation unscharf werden. Es soll ein Verstärker für die Stimmen, die wir sonst nicht hören, und eine Suche danach, mit welcher Haltung wir altern können. Die Produktion „Dreams in a cloudy space„ ist der zweite Teil der choreographischen Serie „Bodies of Capitalism“. Darin untersucht Antje Velsinger Körper, die in unserer westlich geprägten Konsum- und Leistungsgesellschaft eine besondere Rolle spielen, entweder weil sie diese affirmieren oder weil sie in ihr eine Randexistenz führen.

In den drei Teilen der choreographischen Serie geht es darum, die Körper der Ökonomie unserer Zeit temporär zu entziehen und jene Eigenschaften aufzudecken, die ein widerständiges Potential haben. Weitere Aufführungen finden am Samstag, 23. November, um 20 Uhr und am Sonntag, 24. November, um 18 Uhr, statt. (jk)

Die Choreographie „Dreams in a cloudy space“ setzt sich mit dem Blick der Gesellschaft auf das Älterwerden auseinander

In der kapitalistischen Gesellschaft und Konsumkultur werden alte Körper vorwiegend über ihr Defizit definiert. Darüber, was sie nicht mehr können und nicht mehr sind. Alte Körper konfrontieren die jüngeren mit ihrer eigenen Vergänglichkeit und dem möglichen Verlust von Leistungsfähigkeit. Dadurch entstehen große Berührungsängste zwischen den Generationen.

Das Stück „Dreams in a cloudy space“, das am 22. November, um 20 Uhr in der Tanzfaktur, Siegburger Straße 233w, seine Premiere hat, soll unsere gesellschaftliche Sichtweise auf alte Körper einer Revision zu unterziehen.

Die multimediale Choreographie von Antje Velsinger wirft die Frage auf: Wie kann man alten Körpern begegnen und sie wahrnehmen jenseits von dem, was sie nicht mehr leisten. Und. Wie erleben sie selbst ihren Körper? Aufbauend auf Interviews, einer Bewegungsrecherche und Videodrehs in verschiedenen Altenheimen und Seniorentreffs in Köln und Hamburg beschäftigt sich „Dreams in a cloudy space“ mit körperlichen Qualitäten jenseits von Effizienz.

In einer Reihe von Traumsequenzen begegnen sich verschiedene Körpergenerationen. Sie suchen Halt, sinken, fallen, stützen sich, genießen und nutzen diverse Tricks, um den „Alltag“ zu meistern. Sie reisen auf Rollen zu ihrem Sehnsuchtsort, und wenn der zu weit entfernt ist, holen sie ihn zu sich nach Hause. Aus der poetischen Komposition von Video- und Soundfragmenten, Objekten und den Körpern einer 35-Jährigen und einer 75-jährigen Tänzerin, ist ein Stück entstanden, in dem Grenzen zwischen Aktivität und Passivität, Isolation und Rückzug, Freude und Resignation unscharf werden. Es soll ein Verstärker für die Stimmen, die wir sonst nicht hören, und eine Suche danach, mit welcher Haltung wir altern können. Die Produktion „Dreams in a cloudy space„ ist der zweite Teil der choreographischen Serie „Bodies of Capitalism“. Darin untersucht Antje Velsinger Körper, die in unserer westlich geprägten Konsum- und Leistungsgesellschaft eine besondere Rolle spielen, entweder weil sie diese affirmieren oder weil sie in ihr eine Randexistenz führen.

In den drei Teilen der choreographischen Serie geht es darum, die Körper der Ökonomie unserer Zeit temporär zu entziehen und jene Eigenschaften aufzudecken, die ein widerständiges Potential haben. Weitere Aufführungen finden am Samstag, 23. November, um 20 Uhr und am Sonntag, 24. November, um 18 Uhr, statt. (jk)