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Mitsingen macht „Gänsehautfeeling“

5 min

Mezzosopran Verena Tönjes (l.) zeigt ihr Können in der Markuskirche, aber auch alle anderen Sänger (M. sorgten für ein schönes Konzert unter Leitung von Thomas Wegst (r.) .

Porz – Singalongs liegen voll im Trend. Die Zusammenkünfte sangeslustiger Gruppen und Einzelpersonen zu einem aktiven Konzerterlebnis sind so beliebt, dass es schon Websites dazu gibt. Auf das Internet waren die Choristen beim Singalong von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium nicht angewiesen, sie kamen größtenteils durch Anschreiben und Mund zu Mund Propaganda in die Markuskirche in Porz.

Über 160 Chorsänger trafen sich zur Veranstaltung des Kantorats der Evangelischen Kirchengemeinde Porz, Kreiskantor Thomas Wegst initiierte das gemeinsame Musizieren, 50 Sänger der Kantorei und das Sinfonieorchester der Markuskirche bildeten den musikalischen Kern der Großgruppe.

Bis Bremen und Neuwied reichte die Kunde vom Singalong in der Markuskirche, Bachs Weihnachtsoratorium übt eine ungebrochene Faszination aus. Die Anfahrt von mehr als 300 Kilometern nehmen Fans geistlicher Chormusik da gerne in Kauf.

Mezzosopran Verena Tönjes (l.) zeigt ihr Können in der Markuskirche, aber auch alle anderen Sänger (M. sorgten für ein schönes Konzert unter Leitung von Thomas Wegst (r.) .

Voraussetzung für die Teilnahme war, abgesehen von einer zeitigen Anmeldung und einer Eintrittskarte, eine sehr gute Kenntnis des Stückes. Schließlich zeichnet sich das aus England herübergeschwappte Format dadurch aus, dass es keine langwierigen Probearbeiten braucht. In Stimmlagen unterteilt nehmen die Sänger ihre Plätze ein und sind nicht Publikum, sondern Akteure in einem Chorstück mit orchestraler Begleitung, reine Zuhörer gibt es bei einem Singalong naturgemäß selten.

„Unser Chorleiter hat uns auf das Konzert aufmerksam gemacht“, erzählt Rebecca Taubach vom Vokalensemble der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Bayenthal. Nachdem es bereits im eigenen Chor einstudiert und aufgeführt wurde, ergriff sie mit anderen Chormitgliedern die Gelegenheit, es noch einmal zu singen. „Es ist so eine wunderschöne Musik, das gemeinsame Musizieren klappt so super und hört sich so professionell an“, schwärmt Ulrike Meyer, Judith Guzzoni spricht sogar von „Gänsehautfeeling“.

Nach der eineinhalbstündigen Anspiel-Probe sind die Sänger euphorisiert, das gemeinsame Gesangserlebnis stellt sofort einen Konsens zwischen den Teilnehmern her. Eine effektivere Methode, um Menschen ad hoc miteinander zu verbinden, scheint kaum denkbar. Thomas Wegst hat die Idee für das Projekt in der Markuskirche von einem Singalong in Hannover mitgebracht, dort nahm er selbst vor zwei Jahren an dem neuen Format teil.

Mezzosopran Verena Tönjes (l.) zeigt ihr Können in der Markuskirche, aber auch alle anderen Sänger (M. sorgten für ein schönes Konzert unter Leitung von Thomas Wegst (r.) .

Neben dem speziell für das Weihnachtsoratorium zusammengestellten Orchester unter Konzertmeisterin Eva Plüer gehören vier Solisten zum Ensemble des Weihnachtsoratoriums. Anna Herbst im Sopran und Verena Tönjes im Mezzosopran bestreiten den weiblichen Part der Arien, Tenor Jörg Nitschke und Bariton Fabian Hemmelmann singen die männlichen Partien. „Als normaler Chorsänger darf man die Arien nicht mitsingen“, erläutert Angelika Kärcher vom Gürzenich-Chor, dass es beim Singalong anders ist, löst bei den leidenschaftlichen Chorsängern ungezügelte Vorfreude aus. Thomas Wegst weist vor dem Konzert ausdrücklich auf die Möglichkeit hin, in die Arien einzusteigen, „wenn die Stimme das will“. Zunächst aber durchdringt der Chor mit „Jauchzet, frohlocket“ die zum Konzertsaal umfunktionierte Kirche.

Thomas Wegst dirigiert in alle Richtungen, die Bänke, in denen sonst die Gemeinde den Worten des Pastors lauscht, beherbergen nun die Choristen, im Sakralraum hat sich das Orchester niedergelassen. Gewöhnungsbedürftig ist bei diesem Konzert höchstens die Optik, das Konzept funktioniert problemlos und erweist sich als Genuss für Bach-begeisterte Musikfans. Tatsächlich sitzen nur ganz wenige Zuhörer im hintersten Teil der Kirche, aber auch ihnen merkt man an, dass sie eigentlich gerne mitsingen würden.

Rund 160 Musikfreunde genossen das „Singalong“ zu Bachs Weihnachtsoratorium in der Markuskirche

Singalongs liegen voll im Trend. Die Zusammenkünfte sangeslustiger Gruppen und Einzelpersonen zu einem aktiven Konzerterlebnis sind so beliebt, dass es schon Websites dazu gibt. Auf das Internet waren die Choristen beim Singalong von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium nicht angewiesen, sie kamen größtenteils durch Anschreiben und Mund zu Mund Propaganda in die Markuskirche in Porz.

Über 160 Chorsänger trafen sich zur Veranstaltung des Kantorats der Evangelischen Kirchengemeinde Porz, Kreiskantor Thomas Wegst initiierte das gemeinsame Musizieren, 50 Sänger der Kantorei und das Sinfonieorchester der Markuskirche bildeten den musikalischen Kern der Großgruppe.

Bis Bremen und Neuwied reichte die Kunde vom Singalong in der Markuskirche, Bachs Weihnachtsoratorium übt eine ungebrochene Faszination aus. Die Anfahrt von mehr als 300 Kilometern nehmen Fans geistlicher Chormusik da gerne in Kauf.

Voraussetzung für die Teilnahme war, abgesehen von einer zeitigen Anmeldung und einer Eintrittskarte, eine sehr gute Kenntnis des Stückes. Schließlich zeichnet sich das aus England herübergeschwappte Format dadurch aus, dass es keine langwierigen Probearbeiten braucht. In Stimmlagen unterteilt nehmen die Sänger ihre Plätze ein und sind nicht Publikum, sondern Akteure in einem Chorstück mit orchestraler Begleitung, reine Zuhörer gibt es bei einem Singalong naturgemäß selten.

„Unser Chorleiter hat uns auf das Konzert aufmerksam gemacht“, erzählt Rebecca Taubach vom Vokalensemble der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Bayenthal. Nachdem es bereits im eigenen Chor einstudiert und aufgeführt wurde, ergriff sie mit anderen Chormitgliedern die Gelegenheit, es noch einmal zu singen. „Es ist so eine wunderschöne Musik, das gemeinsame Musizieren klappt so super und hört sich so professionell an“, schwärmt Ulrike Meyer, Judith Guzzoni spricht sogar von „Gänsehautfeeling“.

Nach der eineinhalbstündigen Anspiel-Probe sind die Sänger euphorisiert, das gemeinsame Gesangserlebnis stellt sofort einen Konsens zwischen den Teilnehmern her. Eine effektivere Methode, um Menschen ad hoc miteinander zu verbinden, scheint kaum denkbar. Thomas Wegst hat die Idee für das Projekt in der Markuskirche von einem Singalong in Hannover mitgebracht, dort nahm er selbst vor zwei Jahren an dem neuen Format teil.

Neben dem speziell für das Weihnachtsoratorium zusammengestellten Orchester unter Konzertmeisterin Eva Plüer gehören vier Solisten zum Ensemble des Weihnachtsoratoriums. Anna Herbst im Sopran und Verena Tönjes im Mezzosopran bestreiten den weiblichen Part der Arien, Tenor Jörg Nitschke und Bariton Fabian Hemmelmann singen die männlichen Partien. „Als normaler Chorsänger darf man die Arien nicht mitsingen“, erläutert Angelika Kärcher vom Gürzenich-Chor, dass es beim Singalong anders ist, löst bei den leidenschaftlichen Chorsängern ungezügelte Vorfreude aus. Thomas Wegst weist vor dem Konzert ausdrücklich auf die Möglichkeit hin, in die Arien einzusteigen, „wenn die Stimme das will“. Zunächst aber durchdringt der Chor mit „Jauchzet, frohlocket“ die zum Konzertsaal umfunktionierte Kirche.

Thomas Wegst dirigiert in alle Richtungen, die Bänke, in denen sonst die Gemeinde den Worten des Pastors lauscht, beherbergen nun die Choristen, im Sakralraum hat sich das Orchester niedergelassen. Gewöhnungsbedürftig ist bei diesem Konzert höchstens die Optik, das Konzept funktioniert problemlos und erweist sich als Genuss für Bach-begeisterte Musikfans. Tatsächlich sitzen nur ganz wenige Zuhörer im hintersten Teil der Kirche, aber auch ihnen merkt man an, dass sie eigentlich gerne mitsingen würden.

Ulrike Meyer