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Nach Gutsherren-ArtSchmuckstück ist noch in Betrieb

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Michael Druckenmüller gewährt Einblick in den Bergerhof, den seine Familie in der vierten Generation bewohnt.

Elsdorf – Das ländliche Erscheinungsbild ist bis heute prägend für Elsdorf. Besonders markant ist der Bergerhof an der Gilsonstraße, der immer noch landwirtschaftlich von der Familie Druckenmüller genutzt wird. Nachdem das älteste Gebäude des Ortskerns Mitte der 1970er Jahre abgerissen wurde, ist nun der Gutshof aus dem Jahre 1789 das älteste Gebäude in dem rund 1600 Einwohner zählenden Ort.

Der 25-jährige Michael Druckenmüller lebt hier in der vierten Generation mit seiner Schwester und seinen Eltern Marlis und Josef, die noch als Landwirte tätig sind. „Schon meine Urgroßeltern hatten den Bergerhof gepachtet und später übernommen“, schildert Michael Druckenmüller. „Zu ihren Zeiten gab es auch einen Viehbetrieb.“ Den gibt es aber schon lange nicht mehr. Vor rund zehn Jahren gaben Josef und Marlis Druckenmüller dann auch die Hühnerhaltung auf. Heute steht dafür noch eine Gruppe von Pferden auf einer Weide hinter dem Hof.

Zukunft ohne Landwirtschaft

Auf den dahinter liegenden Ackerflächen zwischen Urbach und Elsdorf entlang der ICE-Trasse sowie in Eil baut Josef Druckenmüller noch Gerste, Weizen und Zuckerrüben an. Nachdem die Felder kürzlich abgeerntet wurden, ruhen die schweren landwirtschaftlichen Geräte nun auf dem Wirtschaftshof neben dem Gutshof. „Darunter zählt auch ein Traktor, der vorwärts und rückwärts jeweils 32 Gänge hat“, erzählt Michael Druckenmüller mit leuchtenden Augen. Maschinen faszinierten ihn schon immer – aus diesem Grund arbeitet er jetzt, nachdem er sein Studium abgeschlossen hat, als Maschinenbauingenieur in Lohmar.

„Als Sohn eines Landwirts durfte ich schon als Kind Traktor fahren“, erinnert er sich. Das habe bei ihm Spuren hinterlassen. Allerdings hat er nicht vor, das landwirtschaftliche Erbe seiner Eltern zu übernehmen. „Ich möchte den Bergerhof übernehmen, aber nicht den landwirtschaftlichen Betrieb.“

Auch seine Schwester habe einen anderen Weg eingeschlagen. Sie arbeite gerade an ihrer Promotion, um später als Bioingenieurin zu arbeiten.

Ehemals adeliges Landgut

Dass Michael Druckenmüller den denkmalgeschützten Bergerhof nicht verlassen will, ist verständlich. Der Gutshof, der laut städtischem Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege ursprünglich ein adliges Landgut war, ist ein Schmuckstück. Wer durch das verzierte Eingangstor geht und den Innenhof betritt, findet sich in einer gepflegten, restaurierten Anlage wieder. Die ehemalige Scheune aus Backstein wurde zum Wohnhaus umgebaut. Ebenfalls erhalten geblieben ist der älteste Teil des Gutshofs: Ein Fachwerkhaus rechts vom Haupttor, das im späten 19. Jahrhundert auf zwei Geschosse aufgestockt wurde.

Die Zahl 1789 wurde als Maueranker auf dem späteren Backsteingebäude angebracht. Details wie etwa verschnörkelte Laternen, rote Geranien und gemütliche Sitzecken geben der Hofanlage zusätzlich Atmosphäre. Die auf dem Innenhof herrschende Ruhe wird nur von den Rufen der vielen Schwalben durchbrochen, die durch einen schmalen Gang zwischen dem Innen- und Außenhof düsen. „Die Ecke scheint beliebt zu sein – die Schwalben haben hier eine ganze Reihe Nester gebaut“, sagt Michael Druckenmüller.