Porz schlägt Berlin-Kreuzberg
Porz/Urbach/Zündorf – Für Lara Waldron ist es ein wenig wie nach Hause kommen. „Ich habe in Porz-Mitte gewohnt, hab am Stadtgymnasium Abitur gemacht“, erzählt sie. Seit Anfang Juli sind Porz-Mitte, Urbach und der Rosenhügel in Zündorf ihr Arbeitsgebiet. Diese Bereiche hat die Stadt als einen Sozialraum zusammengefasst. Und für den ist die 34-Jährige nun zuständig. Ihre Stelle als Sozialraumkoordinatorin ist in Trägerschaft der Diakonie Michaelshoven. Ihr Job: Menschen, Ideen und Möglichkeiten zusammenbringen. Dazu ist vor allem eins nötig: Akteure und Einrichtungen in den Veedeln und Themen, die die Menschen bewegen, kennenlernen.
„Ich werde viel unterwegs sein“, sagt Lara Waldron. Die Veedel sind ihr nicht komplett fremd, doch habe sich natürlich in der Zeit einiges verändert. Manches davon hat sie auch in der Ferne verfolgen können. Die Entwicklungen in der Porzer Innenstadt sind ihr auch in Berlin-Kreuzberg nicht entgangen. Dort hat sie freiberuflich für gemeinnützige Organisationen gearbeitet. Studiert hat sie Internationale Wirtschaft und Internationale Beziehungen. Doch schnell sei ihr bewusst worden, dass es manche Probleme im eigenen Land zu bewältigen gilt. Nicht global, sondern lokal handeln. Von Berlin ging es für die 34-Jährige zurück nach Köln. Sie hat im Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung gearbeitet und bei der Kölner Freiwilligenagentur. Darüber ist sie auch wieder in ihren Bezirk Porz zurückgekehrt, für ein Nachbarschaftsprojekt in Finkenberg.
Nun ist sie im neugeschaffenen Sozialraum angekommen. Und in dem hat sie den Eindruck, gebraucht zu werden. „Es ist eine schöne Herausforderung, die Zukunft mit gestalten zu können.“ Porz sei zwar vielleicht nicht so cool wie Berlin-Kreuzberg, aber dafür vielfältiger. „Dort hat man in der Stadtbahn oft nur Hipster gesehen“, sagt sie. In der Linie 7 sind es die junge Familie, Menschen mit Migrationshintergrund, Jugendliche oder die ältere Dame mit Rollator. Sie alle sollen sich in ihrem Sozialraum wohlfühlen.
Die Herausforderung für Lara Waldron: Alle Menschen anzusprechen und mitzunehmen. In der kulturellen Vielfalt, die es in Porz, Urbach und dem Rosenhügel in Zündorf gibt, stecke großes Potenzial, „das oft übersehen wird“, sagt Waldron. Wo liegt der gemeinsame Nenner verschiedener Gruppierungen, wo können Synergieeffekte geschaffen werden? „Meine Aufgabe ist es, Akteure zusammenzubringen und unterstützend für sie da zu sein.“ Das können gemeinsame Veranstaltungen sein, dazu gehört aber auch, finanzielle Möglichkeiten aufzuzeigen und „Türöffner in die Stadtverwaltung zu sein“, sagt Lara Waldron.
Mit der heißt es für die neue Sozialraumkoordinatorin, zunächst genauso Gespräche zu führen wie mit der Politik und wirtschaftlichen Akteuren und vor allem den Menschen und Institutionen vor Ort.
Laura Waldron
