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BezirksvertretungPorzer Drehbrücke wird zum Spielball der Verkehrspolitik

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Die Drehbrücke in Köln-Porz.

Köln-Porz – Jüngst hat die Drehbrücke in Deutz wieder für Diskussionen gesorgt. Ein weiterer Schaden war festgestellt worden, so dass sich die Eröffnung der Brücke erneut verschieben wird. Und wenn es nach der Verwaltung geht, wird sie künftig nur für den Fuß- und Radverkehr wieder freigegeben. Das ist ein Punkt in einer Vorlage der Stadtverwaltung, die in der Bezirksvertretung Porz am 1. September eingebracht wird. Bereits im Jahr 2009 war das Thema auf dem Tisch. Damals gab es gegensätzliche Anträge der Bezirksvertretungen Porz und Innenstadt. Während Porz gegen eine Sperrung war, war man in der Bezirksvertretung Innenstadt, die für den Stadtteil Deutz zuständig ist, dafür. Als Kompromiss beauftragte der Verkehrsausschuss die Verwaltung im Jahr 2010, die Drehbrücke in Deutz an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen für den motorisierten Individualverkehr zu sperren.

Gegebenenfalls wird die Brücke für Autos gesperrt

Und so soll es nach Auffassung der Porzer CDU auch bleiben. „Die Drehbrücke liegt zwar in Deutz, die Verkehrsverbindungen haben aber direkte Auswirkungen auf Porz und Poll“, sagt Stefan Götz, Fraktionschef der CDU. Die bisherige Verkehrsregelung habe sich bewährt und mit Blick auf die Umnutzung des Deutzer Hafens mit neuen Wohnungen und Arbeitsplätzen , „ist jede vernehmliche Entlastung der Siegburger Straße ein Gewinn“. Denn: „Das bisherige sogenannte Verkehrskonzept für den Deutzer Hafen ist in jeder Hinsicht völlig unzureichend und unrealistisch“, so Götz. Verkehrspolitik in Köln werde zunehmend ideologisch betrieben und gehe an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen vorbei. In vielen Fällen habe die Behinderung des Pkw-Verkehrs offensichtlich oberste Priorität.Die SPD in Porz hatte in der Vergangenheit auch immer wieder auf die Wichtigkeit der Drehbrücke als Verbindungsachse hingewiesen und während der Sperrung die Umleitung für Radlerinnen und Radler sowie Fußgängerinnen und Fußgänger kritisiert. Auch machten sich die Sozialdemokraten für ein Verkehrskonzept Deutzer Hafen stark, da die Auswirkungen des großen Neubauprojektes unmittelbar im Stadtteil Poll spürbar sind.

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Das Porzer Rheinboulevard.

Zukünftig getrennte Führung von Fuß- und Radweg auf dem Porzer Rheinboulevard

Auch um das Thema Verkehr dreht es sich bei einem Antrag von Grünen und CDU. Sie machen sich für eine getrennte Führung von Fuß- und Radweg im Zuge der Planungen zur Aufwertung des Porzer Rheinboulevards stark. Demnach soll die Verwaltung dem Planungsbüro die Trennung als zwingende Vorgabe machen. „Dieser heute bestehende Nutzungskonflikt ist nicht nur ein Ärgernis für viele, sondern sorgt auch immer wieder für gefährliche Situationen zwischen Fußgänger und Radfahrern“, heißt es in dem Antrag.

Das Planungsbüro Club L94 Landschaftsarchitekten GmbH hatte bei einer Öffentlichkeitsbeteiligung dargelegt, dass sie eine Verbreiterung der Wege und keine Trennung bevorzugen. Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer über das Hochufer zu führen, sei mit erheblichen Aufwand verbunden, hieß es da. Die bestehenden Rampen umgebaut und verbreitert werden und dürften nur ein Gefälle von maximal sechs Prozent haben. Um das zu realisieren sei auf einer Länge von rund 200 Metern ein „riesiger Eingriff im Böschungsbereich nötig“, hatte Stefanie Esser vom Planungsbüro betont. Das wiederum sei mit Kosten, Zeitaufwand und Genehmigungsverfahren verbunden. Denn die Böschung sei Landschaftsschutzbereich.Aus der Sicht der Landschaftsarchitekten wäre Verbreiterung des Weges auf Höhe der Lindenallee eine Verbesserung, die auch schnell zu realisieren sei, da auch der Eingriff in den Landschaftsschutzbereich „weitaus geringer ausfällt“ als bei der anderen Variante.

Verkehrskonzept wird kontrovers diskutiert

Die SPD bringt in der Sitzung der Bezirksvertretung, die am 1. September um 17 Uhr beginnt, die Parksituation in den Bereichen Porz-Mitte, Eil und Urbach ins Spiel. Genauer geht es darum, dass öffentliche Parkflächen immer stärker von Nutzern des Flughafens in Anspruch genommen werden. Und das nicht nur von Fluggästen, „sondern möglicherweise auch von privaten Anbietern, die durch gezielte Werbung im Internet Parkflächen nicht nur in Parkhäusern anbieten“. Nicht auszuschließen sei, dass Fahrzeuge zum Teil auf kostenfreien städtischen Flächen platziert werden, die für die Bewohner des Veedels wegfallen. Die SPD fordert hier eine Sachstandsbericht der Verwaltung und Maßnahmen, wie das unterbunden werden kann.