„Dadurch wird sich nichts verbessern“Kritik an Auswahl der neuen Geschäfte in Porzer Innenstadt

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Menschen spazieren durch eine Baustelle.

Die Porzer Innenstadt ist im Wandel, neue Geschäfte sollen einziehen.

Rossmann, Ernsting’s Family und eine Apotheke sollen in die Porzer Neubauten in der Innenstadt einziehen. Damit sind viele Porzer unzufrieden.

Die Enttäuschung ist groß. Auf der Straße, in sozialen Medien, tun die Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung kund: „schlecht geplant“, „kein Branchenmix“, „zu kleine Ladenlokale, die keine großen Bekleidungsgeschäfte anziehen“. Der Grund für den Unmut: Die Verteilung der Geschäfte in den Neubauten der Porzer Innenstadt. Die neuen Geschäfte, die nach der Eröffnung von Rewe in Haus 1 in die Gewerbeflächen der beiden weiteren Häuser einziehen sollen, stehen in der Kritik.

So sollen im Erdgeschoss von Haus 2, das von Sahle Wohnen realisiert wird, künftig ein Rossmann-Drogeriemarkt sowie das Bekleidungsgeschäft Ernsting’s Family einziehen. Die Gewerbefläche in einem weiteren Gebäudeteil soll von einer Easy-Apotheke bespielt werden.

Verwirrung um neue Geschäfte in Köln-Porz

In Haus 3 der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft zieht ein Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen der Telekom und Vodafone. Eine Fläche im Erdgeschoss ist für einen Gastronomiebetrieb vorgesehen.

Für Verwirrung sorgte die Mitteilung der Stadtentwicklungsgesellschaft Moderne Stadt, dass Optik Jahn ebenfalls eine Filiale in Haus 3 eröffnet. Gerüchte machten die Runde, dass Optik Jahn dadurch aus dem City-Center gegenüber auszieht. Das wird nicht der Fall sein, wie seitens von Optik Jahn bestätigt wurde. Die jetzige Filiale bleibt im City-Center. Inwieweit Flächen im neuen Haus 3 bespielt werden, wird sich noch zeigen. Andreas Röhrig, Geschäftsführer von Moderne Stadt, die federführend für die Umsetzung der Neuen Mitte Porz zuständig ist, zeigt sich zufrieden und spricht von einer Mischung aus Serviceangeboten, Shopping und Gastronomie. „Der Nutzungsmix bestätigt das Quartierskonzept und wird wesentlich zur Anziehungskraft der Neuen Mitte beitragen.“

Patrick Wiesner, Geschäftsführer der Innenstadtgemeinschaft Porz, ist da komplett anderer Meinung: „Dadurch wird sich nichts verbessern.“ Das betrifft auch die Situation rund um das Dechant-Scheben-Haus. Das hat die Stadt von der Kirche gekauft – mit dem Ziel, es abzureißen, um die Pfarrkirche St. Josef freizustellen und den freiwerdenden Platz anders zu nutzen. Als Raum für den Wochenmarkt, Veranstaltungen oder als Treffpunkt.

Deutsche Bank pocht auf Mietvertrag im Porzer Dechant-Scheben-Haus

Das Problem: Die Deutsche Bank als Mieter pocht derzeit noch auf den bestehenden Mietvertrag bis Juni 2026. Kommt es zu keiner Einigung, bleibt das Dechant-Scheben-Haus solange noch bestehen.

Genutzt wird das Dechant-Scheben-Haus von der Kirche aber nicht mehr. Als Ersatz für das Dechant-Scheben-Haus als Gemeindezentrum wurde mit Vertretern der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft die Errichtung und der Erwerb von Teileigentum im neu errichteten Haus 3 vereinbart. Im Juli 2021 konnte der Kaufvertrag hierzu mit Zustimmung des Generalvikariats des Erzbistums Köln zum Abschluss gebracht werden. In Haus 3 erwarten die Mitglieder der Gemeinde neue Räume.

Die größte Fläche nimmt der Pfarrsaal, der Josef-Saal, ein. Er ist zwar kleiner als der bisherige Saal im Dechant-Scheben-Haus, bietet aber Platz für rund 130 Personen. Der Saal ist in der Mitte teilbar und verfügt laut Kirchengemeinde über modernste Licht- und Veranstaltungstechnik, sodass er sich für Vortrags-, Musik- und Konzertveranstaltungen eignet. Durch die angrenzende Küche könnten aber auch Feiern und Feste mit Essen und Getränken durchgeführt werden. Im hinteren Teil der erworbenen Flächen befinden sich zwei Versammlungs- oder Gruppenräume mit je 20 Quadratmetern Fläche.

Name für Porzer Gemeindezentrum existiert bereits

Der neue Eingangsbereich ist etwa 34 Quadratmeter groß und soll mit kleiner Teeküche, Tischen und Stühlen zum Verweilen einladen. Ebenfalls in dem Neubau untergebracht sind das Pfarrbüro St. Josef und das Büro für den sogenannten Sendungsraum Porz. Es soll Anlaufstelle für Besucherinnen und Besucher, aber auch für Auskunfts- und Ratsuchende sein.

Die neuen Räume der Kirchengemeinde nutzen können Vereine und Gruppierungen der Pfarre. Zur teilweisen Deckung der Kosten des Gebäudes müssen aber auch durch Vermietung der Räumlichkeiten, insbesondere des Saals, Einnahmen generiert werden, heißt es seitens der Katholischen Kirche in Porz.

Mieter können Firmen und Vereine für eigene Veranstaltungen, aber auch Privatpersonen für Familienfeiern sein. Einen Namen für das neue Gemeindezentrum gibt es auch schon: Mittendrin – Forum St. Josef.

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