Professor Dr. Jan Bredow vom Krankenhaus Porz ist zusammen mit seinem Team von der Deutschen Wirbelsäulenstiftung ausgezeichnet worden.
ForschungsförderungChefarzt holt Preis nach Köln-Porz

Professor Dr. Jan Bredow und Paula Krause beim Kongress der Deutschen Wirbelsäulenstiftung in Wiesbaden.
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Damit hatte Professor Dr. Jan Bredow nicht gerechnet. Auf einem Kongress der Deutschen Wirbelsäulenstiftung ist der Porzer Mediziner mit seinem Team ausgezeichnet worden. Die Ehrung ist mit einer Forschungsförderung von 30.000 Euro verbunden. „Das ist die größte Forschungsförderung, die es für uns in Deutschland zu holen gibt“, sagt der Chefarzt der Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie am Krankenhaus Porz. Die Anerkennung zeigt, dass die Arbeit in Porz anerkannt und wahrgenommen werde. „Für mich persönlich heißt das, wir sind auf der Landkarte der Wirbelsäulenchirurgie angekommen“, sagt Bredow. Er und sein Team setzten sich unter anderem gegen Projekte der Uni Bern und der Uni Leipzig durch.
Albumin als Hoffnungsträger bei Rückenmarksverletzungen
Bredow bewarb sich mit einem Forschungsprojekt, das untersucht, warum sich manche Menschen bei akuten traumatischen Rückenmarksverletzungen gut erholen und andere nicht. Das Team testete, ob die frühe Verabreichung von Albumin, einem Protein im menschlichen Blut, positive Effekte auf die Heilung hat. „Mit dem Forschungsgeld wollen wir diese Untersuchungen weiterführen“, sagt Bredow. Erste Ergebnisse seien vielversprechend und überzeugten die mit renommierten Wirbelsäulenspezialisten besetzte Wissenschaftskommission, die Förderung nach Porz zu vergeben.
Akute traumatische Rückenmarksverletzungen umfassen Erschütterungen, Prellungen und Quetschungen, die durch Verkehrsunfälle, Stürze, Sportunfälle oder Gewalteinwirkung entstehen können. Solche Verletzungen können zum Beispiel Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen verursachen. In Deutschland liegt die jährliche Inzidenz dieser schwerwiegenden neurologischen Notfälle bei etwa 15,7 Fällen pro Million Einwohner, in den USA sind es 54 Fälle. Trotz moderner chirurgischer Versorgung bleibt die neurologische Erholung häufig unzureichend.
Auch wenn er selbst der geistige Vater des Projektes sei, betont Bredow, dass die Forschung Teamarbeit sei. „Wer meint, er könne so etwas in einer One-Man-Show schaffen, der liegt falsch.“ Das Team setzt sich nicht nur aus Medizinerinnen und Medizinern vom Krankenhaus Porz zusammen. An dem Projekt arbeiten auch Dr. Tobias Prasse von der Uni Köln sowie Professor Dr. Christoph Hofstetter von der Uni in Seattle mit. Von dort ist jüngst auch Paula Krause nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt nach Porz zurückgekehrt. Sie hatte sich für den Antrag auf Forschungsförderung in besonderem Maße engagiert und war bei der Auszeichnung in Wiesbaden mit dabei.

