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Porzer RingstrasseLaubenbesitzer ausgesperrt

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Der Kleingarten-Vorstand Norbert Müller

Ensen-Westhoven – Die 96 Kleingärtner des Vereins Porzer Ring in Westhoven sind verärgert - ihnen ist der Weg in die Anlage versperrt worden. Bauzäune und Stahlgerüste stehen auf der Straße, die zu ihren Lauben führt. Die Freizeitgärtner sind zwischen die Fronten eines Streits um den Ausbau der Porzer Ringstraße geraten. Im Streit liegen die Stadt Köln und die Baufirma "Technische Baubetreuung GmbH". Weil sich die Stadt nicht an den Kosten für den Ausbau der Straße beteiligen möchte, hat die Baufirma den Zugang gesperrt - aus Protest.

Nun kommen die Kleingärtner nicht mehr auf die Anlagen. "Man nutzt uns als Druckmittel aus", klagt der 66 Jahre alte Norbert Müller, der Vorstand des Vereins. Viele der Pächter wollen in diesen Wochen ihre Lauben für den Winter parat machen. "Das ist jetzt aber unmöglich", sagt Müller.

Klemens Eßmann von der Baufirma schildert: "Wir bauen hier 43 Einfamilienhäuser und sanieren mehr als 100 Wohnungen, wobei auch die Straßen erneuert werden." Den Streit mit der Stadt erklärt Eßmann aus seiner Sicht: "Als Eigentümer haben wir die Straße an die Stadt vermietet, die sich aber seit über 40 Jahren um nichts gekümmert hat. Wir wollen für unsere Mieter ja auch vernünftige Straßen errichten. Doch unsere Forderung nach Kostenbeteiligung wurde von der Stadt abgelehnt. Wir müssen unsere Interessen wahren."

Bei der Stadt heißt es zu der Auseinandersetzung: "Der Eigentümer hat versucht, den Großteil der Kosten auf die Stadt abzuwälzen", sagt Simone Winkelhog vom Presseamt der Stadt, "das Liegenschaftsamt kritisiert, dass der Eigentümer versucht, die Kleingärtner gegen die Stadt auszuspielen, um Geld zu bekommen."

Die SPD in Ensen/Westhoven reagiert empört auf die Sperrung der Zufahrt zu den Kleingärten und gibt der Stadt die Schuld. SPD-Ratsherr Frank Schneider sagte: "Das ist unfassbar. Die Stadtverwaltung weiß seit März von dem Vorgang. Und seitdem ist es ihr nicht gelungen, eine Einigung mit dem Eigentümer zu finden. Noch mehr: Sie hat sich noch nicht einmal besonders darum bemüht. Das kann ja wohl nicht wahr sein!" Es geht jetzt darum, für die Betroffenen eine unbürokratische Lösung zu erreichen. (red)