Rübenernte im RheinbogenWie die Bilanz der Kölner Landwirte ausfällt

Mitglieder des Arbeitskreises Drüber und Drunter haben im Sommer einen Agrar-Roboter auf dem Rübenfeld eingesetzt.
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Porz – An den Ackerrändern entlang vieler Feldwege und Straßen im Rheinbogen türmen sich derzeit die Zuckerrübenberge. Die Rübenkampagne – so wird die Zeit der Verarbeitung für diese Feldfrucht in den Zuckerfabriken genannt – ist in vollem Gange.
Die Landwirte im Langeler Rheinbogen, die in der Schutzgemeinschaft Boden und Wasser unter dem Namen Drüber und Drunter zusammenarbeiten, haben in diesem Jahr ersten Beobachtungen zufolge eine normale Ernte eingefahren, sagt Pressesprecher Jürgen Lowis.
Der Arbeitskreis
Die Aktivitäten des Arbeitskreises Drüber und Drunter erstrecken sich über landwirtschaftlich genutzte Flächen im Rechtsrheinischen Stadtgebiet von Köln und entlang des Rheins bis hin zur Sieg. Mehr als 40 Landwirte und drei kommunale Versorgungsunternehmen gehören derzeit dem Arbeitskreis an. Für den Gewässerschutz hat die Initiative richtungsweisende Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, dafür gab es schon zahlreiche Umweltpreise. (bl)
Nach zwei extrem trockenen Sommern, in denen die Rüben klein blieben und zur Erntezeit kaum aus dem verhärteten Erdreich gezogen werden konnten, hat es in diesem Jahr zumindest an Niederschlag nicht gemangelt. Genauere Zahlen zu Erntemengen und Zuckergehalt liegen noch nicht vor. Mit insgesamt 800 Hektar Anbaufläche zählte die Rübe in diesem Jahr zu den häufigsten Feldfrüchten. Etwa 16 Prozent der von mit Drüber und Drunter kooperierenden Landwirten genutzten Gesamtfläche hat Rüben getragen.
Ehe das zuckerhaltige Erntegut im Laufe des Herbstes und Winters in der Zuckerfabrik angeliefert und verarbeitet werden kann, muss die Rübe erstmal aus der Erde. Mit Rübenrodern, die sechs Pflanzreihen gleichzeitig abfahren können, werden die Früchte aus dem Boden gehoben, vom Laub und von anhaftender Erde befreit und in Vorratskörbe auf der großen Maschine befördert. Sind die Körbe voll, fährt der Rübenroder zum Feldrand, wo die Ausbeute über eine Fördervorrichtung auf die sogenannte Miete, also den Rübenberg, gehäuft wird.
Erntejahr 2021 nicht für alle Feldfrüchte gleich gut
Dort bleiben die Rüben, bis einem minuziös ausgearbeiteten Zeitplan folgend genau diese Fracht zur Weiterverarbeitung in der Zuckerfabrik an der Reihe ist. Eine weitere landwirtschaftliche Spezialmaschine sorgt dann für die Abfuhr vom Feld. Die Rübenmaus wird von Acker zu Acker gefahren, um die Rüben auf Lieferfahrzeuge für den Transport zur Zuckerfabrik zu verladen. Die Bezeichnung „Maus“ für das riesige Arbeitsgerät steht dabei für die Abkürzung Mieten-Aufnahme-Umladungs-System.
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Lowis zufolge war das Erntejahr 2021 nicht für alle Feldfrüchte gleich gut. „Die Getreideernte war dieses Jahr unterdurchschnittlich“, sagt er. „Erst war es zu warm und es gab keinen Regen, später war es zu nass, so dass die Ernte schwierig war.“ Weil Weizen mit etwa 20 Prozent der Fläche in diesem Jahr die am häufigsten angebaute Feldfrucht war, sind die Einbußen entsprechend herb. Gerste gab es auf 16 Prozent der Fläche, auf rund 800 Hektar. Darüber hinaus wurde im Rheinbogen vielfältiger weiterer Anbau getätigt.
In diesem Jahr gab es Dinkel und Durum (Hartweizen), Triticale, Roggen, Hafer, Raps, Soja, Hanf, Mais, Erbsen, Ackerbohnen, Spargel, Erdbeeren, Chicorée, Kartoffeln, Weidegras, Weihnachtsbäume und Blühpflanzen.



