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„Radeln ohne Alter“
Kölner Verein ermöglicht Rentnern Ausflüge an den Rhein

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Spritztour an den Rhein: Bernd Rademächers fährt Luzie und Bernd Tauber in der Rikscha.

Köln-Westhoven – Die Strahlen der Herbstsonne kitzeln das Gesicht von Luzie Tauber und der Fahrtwind weht ihr um die Nase. Der kurze Ausflug von der Senioreneinrichtung in Westhoven zum Rhein mit Sohn Karl hat sich gelohnt. Die beiden sitzen nebeneinander in einer Rikscha, hinter ihnen tritt Bernd Rademächers in die Pedale.

Er ist einer von fünf sogenannten Piloten des Vereins „Radeln ohne Alter“, die im Bezirk Porz ehrenamtlich das kostenfreie Rikscha-Angebot aufrechterhalten. Das gibt es eigentlich schon seit vergangenem Jahr, doch durch Corona ist es erst im April dieses Jahres richtig angelaufen. In Porz haben die Ehrenamtler mit verschiedenen Einrichtungen für Senioren oder dem Hospiz in Urbach regelmäßige Anlaufstellen.

Ausflug an den Rhein oder zum Friedhof

Ziel ist es, Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, trotzdem einen Ausflug an den Rhein, die Groov, zum Friedhof oder sonst wohin zu ermöglichen.

Oftmals ist es auch so, dass ältere Menschen gerne noch einmal in die Straße wollen, wo sie früher gewohnt haben. Ist das nicht allzu weit weg, dann ermöglichen die Rikscha-Fahrerinnen und -Fahrer das. „Was wir nicht machen, das sind Einkaufsfahrten“, sagt Rademächers.

Große Nachfrage nach einer Rikscha-Fahrt

Er ist ein sogenannter Kapitän. Er kümmert sich unter anderem darum, wann die Fahrerinnen und Fahrer Zeit haben. Die Nachfrage bei den Porzer Einrichtungen ist groß. So groß, dass gerade im Sommer Rademächers und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter auch Terminwünsche haben absagen müssen.

„Deswegen suchen wir dringend weitere Menschen, die auch in die Pedale treten wollen“, sagt Rademächers. Er ist auch derjenige, der potenziellen Fahrerinnen und-Fahrern, die sogenannten Piloten, die Rikscha in einem kleinen Training näher bringt. Denn die fährt sich schon anders als ein normales Fahrrad. Bei Hubbel oder Bordsteinkanten muss aufgepasst werden.

Kleine Spritztour durch das Kölner Veedel Porz

Auch hat die Rikscha einen anderen Kurvenradius. Viel brauchen Pilotinnen und Piloten aber sonst nicht mitzubringen. Die Begeisterung fürs Rad und etwas Zeit reichen. Zwar dauert eine Tour nur rund eine bis anderthalb Stunden, doch müssen die Ehrenamtler das doppelte an Zeit einplanen.

Denn in Porz gibt es zwei Standorte für die Rikschas. Von dort starten die Pilotinnen und Piloten zu den Unterkünften derjenigen, die eine kleine Spritztour durchs Veedel machen wollen.

Zeit und Radbegeisterung reichen fürs Ehrenamt

Und der Weg von Porz-Mitte und Westhoven in andere Stadtteile kann je nach Strecke halt etwas länger dauern. Auch sorgen die Pilotinnen und Piloten dafür, dass der Akku der Rikschas an ihren Unterkunftsstandorten aufgeladen wird.

Es gibt E-Bike-Unterstützung, die das Radeln leichter macht. „Außer an den steilen Rampen am Rathaus in Porz, da muss man schon einmal was kräftiger treten“, sagt Bernd Rademächers augenzwinkernd. Der Kapitän freut sich, wenn er noch drei bis fünf weitere aktive Fahrerinnen und Fahrer in Porz hätte. Aber auch in anderen Stadtbezirken gibt es das Angebot. Interessenten können sich über die Internetseite des Vereins Radeln ohne Alter informieren oder eine E-Mail schreiben.

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Luzie Tauber und ihr Sohn Karl finden das Angebot super. Sie wollen es künftig wieder in Anspruch nehmen. Ein Wunschziel hat Luzie Tauber auch schon. Nach Poll soll es gehen, dort, wo sie früher mal gewohnt hat.

Haben Personen Interesse an einer Fahrt, können sie sich telefonisch unter der Rufnummer 0177/400 76 42 melden. Dort läuft ein Anrufbeantworter, auf dem die Interessenten Wunschtermin und eine Rufnummer hinterlassen können. Sie werden dann zwecks Terminvereinbarung zurückgerufen.

Kontakt: mitmachen@radelnohnealter.koeln

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