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Flüchtlingswohnheim in Köln-PollZwei Festnahmen bei Razzia

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Razzia am Poller Holzweg in Köln.

Poll – Es ist noch stockfinster, als sich am frühen Dienstagmorgen Beamte einer Hundertschaft vor den Eingängen des Flüchtlingswohnheims am Poller Holzweg positionieren. Das gesamte Gelände wird abgeriegelt, fast 200 Beamte sind vor Ort. Die meisten der 95 Menschen, die in dem städtischen Übergangswohnheim leben, schlafen noch. Nach und nach werden sie nach draußen geführt, während die Polizisten ihre Zimmer durchsuchen. Kinder, die in dem Heim leben, machen sich wenig später auf den Weg zur Schule, schauen irritiert angesichts Dutzender Einsatzwagen.

Hintergrund der Razzia: Nach Erkenntnissen der Ermittler dienen die Übergangshäuser immer wieder als Unterschlupf für überregional agierende Einbrecher – viele stammen vom Balkan oder aus Osteuropa.

Gestohlene Räder und anderes Diebesgut

„Es gibt seit 2013 eine große Anzahl von Straftaten, die von unterschiedlichen Bewohnern dieses Hauses begangen werden“, sagt Einsatzleiter Thomas Schulte. In einem Zelt, das sie Beamten auf dem Gelände aufgestellt haben, müssen etwa 100 Männer und Frauen ihre Personalien angeben.

Zwei Männer (beide Anfang 20) werden festgenommen, sie wurden wegen räuberischen Diebstahls beziehungsweise Diebstahls gesucht. Außerdem war ein etwa 13 Jahre alter Junge in einem der Gebäude, der ebenfalls an räuberischen Diebstählen beteiligt gewesen sein soll. Die Polizei stellt Diebesgut sicher, darunter drei gestohlene Fahrräder, ein Handy und originalverpackte Messer-Sets. In einem Zimmer lag ein Samurai-Schwert. „Die Festnahmen sind ein Erfolg, es geht aber in erster Linie darum, Täterstrukturen- und Netzwerke zu erfassen“, sagt Kriminaloberrat Schulte.

Die Razzia ist Teil einer landesweiten Aktionswoche gegen Einbrecher. Die erfassten Personendaten werden auf europäischer Ebene abgeglichen, weil die Einbrecherbanden über die Grenzen hinweg aktiv sind und immer wieder ein- und ausreisen, um Taten zu begehen. Am Rastplatz Aachener Land-Süd kontrollierten Beamte am Dienstag 450 Fahrzeuge und 700 Personen. Festgenommen wurde dabei niemand.