LEERSTAND - MÖGLICHE BAUGEBIETE
In ganz Köln wird Wohnraum dringend gesucht, in Wahn ist er vorhanden, wird aber nicht genutzt. Ganze 123 Wohnungen stehen an der Nachtigallenstraße leer. Der Neubaublock gegenüber dem Maximilian-Kolbe-Gymnasium ist seit über einem Jahr nicht bewohnt. Ein Rechtsstreit zwischen Bauträger und Käufer der Immobile sei der Grund für den anhaltenden Leerstand, teilte die Verwaltung im November mit. Auch der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat schon mehrfach berichtet. Doch passiert ist immer noch nichts. Die Stadt hat offensichtlich keine Möglichkeit einzugreifen und auch das neue Wohnraumschutzgesetz ist keine Hilfe. Denn entgegen dem äußeren Anschein sind die Wohnungen noch nicht bezugsfertig. Der Innenausbau sei noch nicht abgeschlossen, so teilte es die Verwaltung den Porzer Bezirksvertretern mit, die sich schon mehrfach mit dem Thema befasst haben. Bevor der Innenausbau abgeschlossen werden kann, müsse aber zuerst der Gerichtsstreit zwischen Bauträger und Käufer beendet werden, führt die Verwaltung aus. In diesem speziellen Fall greift auch die Wohnraumschutzsatzung nicht. Die Satzung erlaubt es der Verwaltung, eine Zweckentfremdung von bestehendem Wohnraum zu sanktionieren. Darunter fällt eigentlich auch ein Leerstand von mehr als drei Monaten. In der Nachtigallenstraße handle es sich aber eben nicht um geschützten Wohnraum, da die meisten Wohnungen noch nicht bezugsfertig sind, so die Erklärung des zuständigen Amts für Wohnungswesen. „Wir sind nur Beobachter und können leider nichts beschleunigen“, gestand Elke Müssigmann vom Stadtplanungsamt den Politikern im Dezember. Es steht also zu befürchten, dass die Wohnungen auch in den kommenden Monaten leer bleiben werden. (af)
MÖGLICHE BAUGEBIETE
Der Regionalplan für Köln soll in der ganzen Stadt Grundstücke ausweisen, die in Zukunft unter anderem noch für Wohnbebauung genutzt werden können. In der gesamten Stadt hat die Verwaltung 650 Hektar ausgemacht, die dafür geeignet sein könnten. Ein Drittel davon liegt in Porz. Zusammengerechnet ergeben die vorgeschlagenen Flächen im Bezirk 175 Hektar. Eine zu hohe Belastung für Porz im Vergleich zum Rest der Stadt, klagen Bürger und Politiker. Der Regionalplan ist ein wichtiges Steuerungselement, in dem vorgeschrieben wird, welche Flächen etwa für Wohnungsbau und welche für Grünflächen genutzt werden sollen. Auch wenn die Änderungen oft erst in Jahrzehnten tatsächliche Bebauungen nach sich ziehen, sind sie doch auch heute schon Wegweiser für das zukünftige Gesicht der Stadt. Zuständig ist die Bezirksregierung, der die Stadt Vorschläge unterbreiten muss. Nach diesen Vorschlägen könnte allein Libur um 68 Hektar wachsen und Zündorf um 52 Hektar. Doch nicht nur die Masse der Flächen in Porz ist problematisch, auch die Lage sorgt für Ärger. Viele Flächen sind ökologisch wichtig, sie liegen zum Teil im Wasserschutzgebiet, einem Biotopverbund oder gelten als klimaaktive Areale. So kritisiert auch der BUND die Pläne in Porz. In Zündorf wurde sogar ein Teil der Trinkwasser-Schutzzone als Optionsfläche eingetragen, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung der Ortsgruppe Köln. Auch die Vernetzung der Porzer Bürgervereine bemängelt die vorgeschlagenen Flächen. Areale in Elsdorf, Libur und Zündorf seien wichtige Kaltluft-Entstehungsgebiete, die auch für die Kölner Innenstadt relevant seien und nicht bebaut werden dürften, heißt es in einem Brief an die Oberbürgermeisterin. Und die Porzer Politiker kritisieren zusätzlich, dass eine Befragung der örtlichen Akteure nicht geplant war und fordern eine Beteiligung der Bezirksvertretung. (af)

Zwischen Zündorf und Langel kann sich die Verwaltung weiter Wohnbebauung vorstellen.
Copyright: Alexander Figge

Der Wohnblock an der Nachtigallenstraße in Wahn mit 123 Wohnungen steht seit über einem Jahr leer.
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