Nur wenig Zeit zur Vorbereitung blieb dem 40-köpfigen Chor der Lutherkantorei, das Ergebnis konnte sich hören lassen, und auch die neue Kantorin setzte Akzente.
Chor begeistert mit fulminantem „Gloria“

Die Lutherkantorei Porz-Wahnheide mit Solistinnen und dem Barockorchester Cappella Confluentes unter der Gesamtleitung von Michael Bader beim Konzert in der Martin-Luther-Kirche, Porz-Wahnheide
Copyright: Roland Meurer
„Gloria in excelsis deo“. Gewaltig donnerte der erste von zwölf Sätzen aus Antonio Vivaldis „Gloria“ RV 589 (D-Dur) am Samstagnachmittag durch die Porzer Martin-Luther-Kirche. Feierliche Trompetenfanfaren stimmten die Konzertbesucher auf das glanzvolle Werk des veneziansichen Komponisten ein. Vitaler Chorgesang der Lutherkantorei, begleitet von Violinen, Viola, Oboe, Cello, Kontrabass und Orgel des Barockorchesters Cappella Confluentes, sorgte für klangvolle Barockmomente im Gotteshaus an der Sportplatzstraße. „Ehre sei Gott in der Höhe“.
30-minütiges Gloria begleitet von zwei Solistinnen
Vivaldis (1678-1741) schwungvoller, liturgischer Lobgesang ist neben seinem bekanntesten Werk „Die vier Jahreszeiten“, eines der am häufigsten aufgeführten geistlichen Vokalwerke aus dem Barock. Charakteristisch für sein Werk sind die wechselnden Besetzungen, die Taktart und der musikalische Stil in den Einzelsätzen. Mit dem 30-minütigen „Gloria“ setzten die rund 40 Sängerinnen und Sänger samt Orchester und den beiden Solistinnen Merle Marie Bader (Sopran) und Lara Morger (Mezzosopran), einen lebhaften Schlusspunkt hinter den rund eineinhalbstündigen, nachösterlichen Konzertnachmittag.

Die neue Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde Porz-Wahnheide, Sarah Proske, setzte beim Konzert in der Martin-Luther-Kirche mit Improvisationen, kreative Akzente an der Orgel.
Copyright: Roland Meurer
Vorausgegangen war dem kunstvollen Werk Vivaldis das „Stabat Mater“ des italienischen Komponisten Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736) sowie Johann Sebastian Bachs Vokalfassung des Osterliedes „Christ ist erstanden“ (BWV 276). Letzteres gilt als Inbegriff eines musikalischen Ostermotivs. Das Lied, feinfühlig als A-cappella-Version von 14 Sängerinnen und Sängern des Vokalensembles der Lutherkantorei in lupenreiner Intonation vorgetragen, werde sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche gesungen. Mit einem improvisierten Choralvorspiel an der Orgel setzte die Musikerin Sarah Proske zuvor kreative Akzente.
Mit der Vertonung des lateinischen Gedichts „Stabat Mater“ aus dem 13. Jahrhundert schuf Pergolesi eine fein ausbalancierte Folge von sieben Duetten und fünf Arien, im Konzert glanzvoll interpretiert von den Solistinnen Merle Marie Bader und Lara Morger. „Stabat Mater“ – das Requiem der Muttergottes für ihren gekreuzigten Sohn – gilt als das berühmteste, meist aufgeführte Kirchenstück des 18. Jahrhunderts. Kurz nach der Vollendung seines Meisterwerks verstarb Pergolesi im Alter von nur 26 Jahren.
Chorsprecherin Marieke Gasteier zeigte sich nach dem Konzert erleichtert und „hochzufrieden“ mit der Aufführung der drei geistlichen Kompositionen, deren brillante Ausführung das Publikum mit reichlich Beifall honorierte. Die Zeit der Vorbereitung sei sehr knapp gewesen, berichtet die Altistin. Erst Ende November hätten die Proben unter der Interimsleitung von Michael Bader begonnen. Bader hatte kommissarisch eine mehrmonatige Vakanz als Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde Porz-Wahnheide übernommen. Mit dem Konzert endete seine Anstellung in der Gemeinde. Er übergab seine Aufgaben an die 26-jährige Kirchenmusikerin Sarah Proske, die nun als Kantorin in der Pfarrgemeinde tätig ist. Sie freue sich auf die neuen Herausforderungen und die Teamarbeit mit dem Chor. Es sei ihre erste Stelle als Chorleiterin, sagte die junge Musikerin.
