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Wilhelmshof hat neue Bewohner

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Auf dieser Einlage des Bienenstocks leben Hunderte von Bienen.

Longerich – Zu den bereits zahlreichen Tieren, die auf dem Gelände der Jugendfarm Wilhelmshof leben – von Hühnern, Hasen und Meerschweinchen bis zu Pferden – sind nun Zigtausende Neubewohner hinzugekommen. Denn auf der Erweiterungsfläche neben dem bisherigen Areal am Bergheimer Weg 27, die der Wilhelmshof 2017 übernommen hat, hält das Team um Einrichtungsleiter Senel Furtana jetzt auch Bienenvölker. 13 Bienenstöcke sind auf der Wiese platziert, es summt und brummt allerorten. Bei der diesjährigen Sommer-Ferienfreizeit auf dem Hof waren die fleißigen Insekten natürlich eine echte Attraktion.

Mit Netzhelmen ausgerüstet, halfen die Kinder und Jugendlichen zwischen sieben und 16 Jahren beim Imkern mit und lernten, die Arbeiterinnen von den Drohnen und der Königin zu unterscheiden und zu schauen, wie die Larven heranwachsen und sich die Waben mit Honig füllen. „Wir diskutieren darüber, was Bienen zum Leben brauchen, wie viel Honig sie geben und was schädlich für die Tiere ist“, erläutert Furtana, der eine Einlage aus einem Bienenstock nahm, auf der alleine sich auf beiden Seiten Hunderte an Bienen tummelten. „Nächste Woche wollen wir unseren ersten eigenen Hof-Honig schleudern.“

Auf der Jugendfarm, in der Nähe der Lüttichkaserne, finden zurzeit über vier Wochen die traditionellen, jeweils einwöchigen Ferienfreizeiten statt. Einen ganzen Tag, von 9 bis 17 Uhr, sind die Teilnehmer auf dem Hof. Sie beschäftigen sich im Garten, brechen gemeinsam zu Pferde- und Pony-Ausritten auf, verwirklichen sich in der Kreativwerkstatt, essen zusammen und nehmen an Tanz- und Theater-Workshops teil. „Wir haben diesmal jedoch nur 30 Kinder pro Woche annehmen können.“ Auf Hygiene hat das Team sehr geachtet: So hat jeder Teilnehmer seine eigene, nummerierte Schubkarre; es wird viel gewischt und desinfiziert. „Die Kinder sind wieder sehr fleißig; sie helfen uns beim Unkraut-Jäten und beim Ernten im unserem Obst-und-Gemüse-Garten.“

Ferien auf dem Hof mit allem was dazu gehört: Pferde, Ziegen und andere Tiere.

Die Kreativwerkstatt ist eine weitere Neuheit auf dem Wilhelmshof: Komplett in Eigenleistung entstand der Schuppen voller Werkzeug und Bastel-Materialien; hierfür unterstützte die Hans Günther Adels-Stiftung den Hof mit einer Zuwendung über 19 000 Euro. Eine pfiffige Bastelidee war spontan gefunden worden – nachdem Unbekannte vor einigen Tagen Kunststoffplatten in der Nähe des Hofes entsorgt hatten, nahm der Hof diese an sich; hieraus sägten und bastelten die Teams große und farbenfrohe Buchstaben, die den neuen „Jugendfarm Wilhelmshof“-Schriftzug am Eingang darstellen werden.

Auch für die Zukunft gibt es spannende Projekte in dieser Bauernhof-Idylle mitten in Köln: Nachdem das Team 2019 die städtische Baugenehmigung für das knapp 7 000 Quadratmeter große Erweiterungsgelände bekommen hatte, laufen derzeit die Vorbereitungen für die neue Pferdekoppel, die auf einem Großteil des Areals entstehen wird. Auf weiteren Teilen der Fläche werden ein Spielplatz und ein Streichelzoo geschaffen. „Ich habe 25 Jahre gewartet, bis dieser Erweiterungstraum Wirklichkeit wird“, freut sich Furtana schon jetzt.

Senel Furtana, Wilhelmshof

Senel Furtana

Senel Furtana