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Pulse of Europe in Köln „Ein einiges Europa ist so wichtig wie nie“

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Ein Demonstrant fordert ein Ende des Krieges.

Köln – Die gelb-blaue Fahne der Ukraine und die Europa-Flagge hingen nebeneinander am Dom und bildeten quasi die Bühne für die Demonstration von Pulse of Europe: Gegen den Krieg in der Ukraine und für ein geeintes Europa demonstrierten auf dem Roncalliplatz rund 500 Menschen. Mit blau-gelben Fahnen und Europafahnen in der Hand reihten sie sich ein in die zahlreichen Kundgebungen, die um 14 Uhr in vielen großen Städten Europas ein Zeichen setzen sollten.

"Bleib dir treu, Europa"

Ein einiges Europa ist so gefragt wie nie zuvor“, sagte Mit-Organisator Wolfgang Steinhauer. „Denn etwas Entsetzliches ist geschehen, das vor zwei Wochen noch niemand für möglich gehalten hat“, sagte er auf der Kundgebung. Er erinnerte daran, dass das gegenseitige Versprechen „Nie wieder Krieg“ Europa begründet habe – basierend auf der Charta der Grundrechte von Freiheit, Gleichheit und Solidarität.

„Bleib dir treu, Europa“, rief er der Menge zu. Die Redner betonten, dass es jetzt um tätige Solidarität gehe: Es gelte nun einerseits mit den Konsequenzen der Sanktionen umzugehen und andererseits bei der Solidarität mit den Geflüchteten einen langen Atem zu entwickeln.

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Friedensappell auf der Demo von „Pulse of Europe“

Vier Kölner Bezirksbürgermeisterinnen und Bürgermeister waren gekommen, um zu versichern, dass an vielen Stellen der Stadt versucht wird, Unterkünfte für Geflüchtete bereitzustellen. „Aber der Druck muss jetzt von unten kommen“, sagt Andreas Hupke, Bezirksbürgermeister Innenstadt. Die Herausforderung könne nicht nur auf den Schultern der Ehrenamtler abgeladen werden: „Das Land NRW und die Stadt müssen auf ganzer Linie ran.“ In Köln stehe so viel Büroraum leer her – es müssten Möglichkeiten geschaffen werden, diesen zu beschlagnahmen und für provisorischen Wohnraum zu nutzen.

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Daneben kamen auch Redner aus der Ukraine und aus Russland zu Wort. In sehr emotionalen Worten beschwor die ukrainische Sängerin Mariana Sadovska den Mut der Menschen, die sich ohne Waffen russischen Panzern entgegen stellten, um die Freiheit zu verteidigen. Sie forderte Europa eindringlich auf, jetzt die Angst vor Putin zu überwinden und eine Flugverbotszone über der Ukraine einzurichten. Vertreter des Rats der Religionen gedachten der Menschen, die ohne Strom und Wasser ausharren und ihre Nächte in U-Bahn-Schächten verbringen.

Wut und Scham

„Ich bin so voller Schmerz, Wut und Scham“, sagt Iwan Belonsov. Der russische Student hält ein Schild hoch, auf dem Putins Foto durchgestrichen ist. Ihm wurde vor sechs Jahren politisches Asyl in Deutschland gewährt. Als Oppositioneller hat er unter Putin im Gefängnis gesessen: Die Propaganda sei so vergiftet in Russland, die Menschen glaubten Putin.

Die einzige Chance sei, dass die Ukrainer weiter durchhalten, meint er. "Bis die Menschen merken, dass die Sanktionen ihr Leben verändern und zu Hunderttausenden auf die Straßen gehen."