BaugebietZwei Hochhäuser für Rodenkirchen

Modell der geplanten Bebauung mit den beiden Hochhäusern (M.)
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Rodenkirchen – Ein 14-stöckiges und ein zehnstöckiges Hochhaus nebeneinander – passt das nach Rodenkirchen? Politik, Verwaltung und Investor sind sich einig, dass die Frage diskussionswürdig ist. Deshalb sollen die Rodenkirchener Gelegenheit erhalten, die Pläne für das Neubaugebiet zwischen Bahnstraße, Konrad-Adenauer-Straße und Friedrich-Ebert-Straße zu begutachten und zu kommentieren. Stadtentwicklungsausschuss und Bezirksvertretung haben beschlossen, die Pläne für das 4,5 Hektar große Areal auf einer Abendveranstaltung vorzustellen. Ein Termin steht noch nicht fest.
Die aktuellen Entwürfe sind das Ergebnis „eines langen Prozesses“, sagte Edmund Makrutzki vom Stadtplanungsamt in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung. 340 Wohneinheiten sollen auf dem zurzeit noch als Gewerbegebiet genutzten Areal entstehen. Am nördlichen Rand des Grundstücks haben die beiden Architekturbüros, die gemeinsam aus einem städtebaulichen Wettbewerb als Sieger hervorgegangen sind, vier Gebäude mit rundlichen Grundrissen geplant. Die beiden äußeren sind sieben, die beiden mittleren zehn und 14 Stockwerke hoch. Die übrigen Bauten sollen zwischen drei und sechs Stockwerke erhalten.
Bevölkerung soll Meinung sagen
„Das ist ein gutes Konzept“, sagte Makrutzki. Es sei aber sicher „gerechtfertigt“, über die Hochhäuser zu sprechen. Aufgrund der Brisanz habe die Verwaltung eine Bürgerbeteiligung vorgeschlagen. „Architektonisch reizvoll“ nannte die CDU-Fraktionsvorsitzende Monika Roß-Belkner den Entwurf. In Rodenkirchen rage sonst wenig heraus. Auch sie hält die Höhe für diskussionswürdig, könne sich aber vorstellen, dass „es an dieser Stelle passt“. Roß-Belkner schlug vor, die Vorschläge der im Wettbewerb unterlegenen Architekten ebenfalls auszustellen, um die Entscheidung transparent zu machen.
Elke Bussmann (SPD) begrüßte die Umnutzung des Geländes für Wohnungen. Sie glaubt jedoch, dass der Entwurf wegen der hoch aufragenden Häuser auf wenig Gegenliebe stoßen werde. „Eigentlich geht es um die Frage: Hochhäuser ja oder nein.“ Bussmann favorisiert eine „luftigere Bebauung“ und kritisierte, dass eine wirkliche Entscheidung über die Hochhäuser nicht mehr möglich sei. Manfred Giesen (Bündnis 90/Die Grünen) lobte den „absolut hohen Anspruch“, der dem Entwurf zu entnehmen sei, und begrüßte, dass die „Bevölkerung vor Ort ihre Meinung sagen soll“. „Wir haben hier einen Investor, der sich zu seinem Ort bekennt“, sagte er, wies aber auch auf den Mangel an günstigem Wohnraum hin.
Die Grünen regten deshalb an, einen gewissen Anteil an öffentlich gefördertem Wohnungsbau in das Projekt aufzunehmen. Der Rodenkirchener Grundstückseigentümer und Investor Peter Waltner verfolgte die Sitzung vom Zuschauerraum aus. Er sei sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Verfahrens, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. An der Bahnstraße entstehe das bislang größte Wohnungsbauprojekt mit seiner Beteiligung. „Wir überlegen auf jeden Fall, einen gewissen Anteil preisgedämpfter Wohnungen auszunehmen“, kommentierte er den Vorschlag der Grünen.
Bezahlbaren Wohnraum schaffen
Der Mietpreis läge zwischen dem von frei finanzierten und öffentlich geförderten Wohnungen. Er betonte aber, dass er bezahlbaren Wohnraum schaffen wolle. Mindestens 250 der geplanten Wohnungen sollen vermietet, der Rest als Eigentum verkauft werden. Waltner hob außerdem hervor, dass die Gebäude zu den angrenzenden Grundstücken niedriger werden sollen, für einen „fließenden Übergang zur Nachbarschaft“. Mit den Verantwortlichen der Kammeroper sei er, sagte Waltner, weiterhin in Gesprächen über einen Verbleib auf dem Gelände.
Waltner rechnet mit dem Baubeginn nicht vor dem Frühjahr 2015. Die Gebäude, die für die Neubauten weichen müssen, standen teilweise seit zwölf Jahren leer.
