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FotoausstellungGeschichten aus der Rheinsteinstraße

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Etwa 800 beeindruckende Bilder haben die beiden Fotografen von den Bewohnern der Rheinsteinstraße gemacht.

Raderberg – Drei Monate lang haben zwei Fotografen, Peter Eilers und Sebastian Meyer-Köring, Menschen in Bildern festgehalten, die in der Rheinsteinstraße und den angrenzenden Raderberger Straßen leben. Etwa 800 Bilder sind entstanden, die besten 23 Motive sind derzeit im Foyer des Bezirksrathauses Rodenkirchen zu sehen. Die Ausstellung, die Bezirksbürgermeister Mike Homann eröffnete und würdigte, ist ein Projekt der Jugendeinrichtung Rheinstein in Raderberg.

Es habe Zeiten gegeben, in denen die Rheinsteinstraße keinen besonders guten Ruf gehabt habe, sagte Stephanie Dornheck Busscher, Leiterin des Jugendzentrums. Gewalt und Kriminalität habe es früher gegeben. Die Fotoausstellung solle zeigen, dass sich das Leben in der Straße grundlegend geändert habe. Die GAG hat das Wohnquartier bis Ende 2005 saniert, und die Menschen wohnen offenbar gern dort. Es sei eine „sehr angenehme Wohnstraße“, meinte Dornheck Busscher. Und Jaqueline, eine regelmäßige Rheinstein-Besucherin, sagte bei der Vernissage: „Ich bin hier groß geworden und kann nur Gutes erzählen. Wir gehen alle gut miteinander um.“

Auch die Fotografen, die sich für das soziale Projekt engagierten, berichteten, dass sie viele offene und zugängliche Menschen kennengelernt hätten. Stephanie Dorneck Busscher hatte die Künstler begleitet, sich mit den Menschen unterhalten und kleine Interviews aufgezeichnet, die den entsprechenden Bildern bei der Ausstellung zugeordnet sind.

Die Menschen wohnen gern dort

Das Jugendzentrum Rheinstein ist keine klassische Jugendeinrichtung, denn in dem Gebäude an der Rheinsteinstraße 4 sind noch eine Kindertagesstätte, die „Nachbarschaftsetage“ und die AWO mit ihrem Seniorennetzwerk untergebracht. Das Zusammenleben funktioniere wunderbar, sagte die Kita-Leiterin, Ingeborg Kirchmann-Tetzlaff. Und auch Peter und Karin Zimmer, die seit 16 Jahren die Nachbarschaftsetage federführend betreuen, meinten: „Es ist herrlich, wie hier die Senioren und die Jugend miteinander auskommen.“ Die Nachbarschaftsetage ist ein Verein, der für einen kleinen Beitrag täglich frisch gekochtes Essen im Rheinstein anbietet und regen Zuspruch hat. Alle zusammen, Junge und Alte, würden regelmäßig gemeinsam Feste feiern.

Die Ausstellung sei „ein großartiges Projekt“, sagte Mike Homann. Es vermittle positive Eindrücke vom Lebensraum an der Rheinsteinstraße. Solche Projekte solle es öfter geben, forderte der Bezirksbürgermeister und sagte: „Wir haben einen wunderbaren Bezirk, über dessen schöne Seiten viel zu wenig geredet wird.“

Die Fotoarbeiten sind bis zum 16. Oktober ausgestellt und zu sehen während der Öffnungszeiten des Bezirksrathauses an der Hauptstraße 85 – montags, mittwochs und freitags von 7.30 bis 12 Uhr, dienstags von 9.30 bis 18 Uhr und donnerstags von 7.30 bis 16 Uhr.