Rathaus in RodenkirchenNeuer Anlauf für neues Gebäude

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Eine scheinbar endlose Geschichte, doch die Rodenkirchener hoffen weiter auf den Bau eines neues Rathauses.

Rodenkirchen – Zum Neubau des Bezirksrathauses an der Hauptstraße 85 finden offenbar neue Gespräche statt. Wie Bürgeramtsleiter Hubertus Tempski auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte, befindet sich der Prozess aktuell in einer „intensiven verwaltungsinternen Abstimmung“, die auf Dezernatsebene angesiedelt sei. Auch Bezirksbürgermeister Mike Homann zeigte sich „vorsichtig optimistisch“, dass Bewegung in die festgefahrene Situation kommen könne. Zumindest seien Verwaltung und Bezirksvertretung derzeit auf der Suche nach einem vorübergehenden Ausweichquartier, in dem die Belegschaft des Rathauses während der Abbruch- und Neubauphase unterkommen soll. Das hatte auch Oberbürgermeister Jürgen Roters vor kurzem bei der Jubiläumsfeier der Bürgervereinigung Rodenkirchen bestätigt.

Das Bezirksrathaus ist rund 40 Jahre alt und marode. Im Jahr 2008 beschloss der Rat nach jahrelanger Diskussion einen Neubau am selben Standort. Ein Architektenwettbewerb wurde durchgeführt, Pläne erstellt, 2013 sollte das Haus fertig sein. Vor allem Probleme mit der Finanzierung führten jedoch zu immer neuen Verzögerungen.

Wer bewegt welches Geld

Nun diskutieren Bau- und Liegenschaftsamt, Finanzverwaltung, der Stadtdirektor und das Büro des Oberbürgermeisters erneut darüber, ob die Stadt selber baut oder bauen lässt. „Verschiedene Spielarten werden geprüft“, sagte Hubertus Tempski. Letztlich gehe es um die Frage, wer welches Geld bewege.

Es ist nicht das erste Mal, dass diverse Finanzierungsmöglichkeiten geprüft werden. Vor drei Jahren schien eine Lösung in Sicht. Damals beschloss der Rat, dass die Zusatzversorgungskasse der Stadt Köln (ZVK) bei diesem Investitionsvorhaben als Investor und Bauherr auftreten solle. Die ZVK ist ein Sondervermögen der Stadt Köln, das für die betriebliche Altersversorgung der rund 35 000 Beschäftigten in der Stadtverwaltung und den stadtnahen Betrieben zuständig ist. Als ein Rodenkirchener Bürger juristische Schritte androhte, stellte sich heraus, dass dies nicht die wirtschaftlichste Lösung war. Der Rat nahm seinen Beschluss zur Finanzierung durch die ZVK zurück.

Nicht gerüttelt wird offenbar an der Entscheidung für einen Neubau am jetzigen Standort. Gutachten haben ergeben, dass eine Sanierung teurer ist als ein komplett neues Gebäude. Das Problem sei, so Mike Homann, dass die Grundrisse des alten Bezirksrathauses nicht mehr zeitgemäß sind, dass sie aber kaum veränderbar seien – aufgrund des Stahlgittergerüstes, das damals die Grundlage für den Betonbau war.

Schwierig gestaltet sich wohl zudem die Suche nach einem geeigneten Ausweichquartier. Zwingend erforderlich seien eine große Meldehalle sowie ein Sitzungssaal, betonte Tempski. In der näheren Auswahl sind unter anderem die modernen Bürogebäude „Oval Offices“ in Bayenthal an der Kreuzung Rheinuferstraße und Schönhauser Straße. Allerdings befinden sie sich an der nördlichen Grenze des Stadtbezirks Rodenkirchen, deshalb seien sie weniger geeignet, heißt es von Seiten der Bezirkspolitik und -verwaltung.

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