Abo

Zugeparkte StraßenAnwohner im Kölner Süden sind genervt von Trödel-Touristen

3 min
Beim Trödel in Godorf ist gefühlt jeder mögliche Platz im Stadtteil zugeparkt. (Foto von vorangegangenen Veranstaltungen).

Beim Trödel in Godorf ist gefühlt jeder mögliche Platz im Stadtteil zugeparkt. (Foto von vorangegangenen Veranstaltungen).

Eine Godorferin hat eine Petition gestartet. Außerdem laden genervte Nachbarn zu einer Bürgerversammlung ein, um ihrem Ärger Luft zu machen. 

Zugeparkte Garagen, Einfahrten, Bürgersteige und Grünflächen. Wenn in Godorf bei Ikea am Wochenende getrödelt wird, könnte man meinen, das schwedische Möbelhaus hätte zu einem verkaufsoffenen Geschenketag eingeladen. Der Rückstau geht oftmals bis auf die Autobahnabfahrten, die meisten Anfahrenden haben auswärtige Kennzeichen. Jeder mögliche Stellplatz, ob erlaubt oder nicht, wird zum Abstellen eines Fahrzeugs genutzt. Sehr zum Ärger der Anwohner. Doch wie können die Godorfer gegen die Auswirkungen geschützt werden und wie weit wären sie bereit, Auflagen zum Schutz durch den Betreiber des Trödelmarktes, zu tolerieren?

Diese und andere Fragen sollen bei einer Bürgerversammlung am Dienstag, 3. Februar, ab 18 Uhr, in der Johannes-Gutenberg-Realschule, an der Buchfinkenstraße, dort, wo viele Anwohner betroffen sind, besprochen werden. „Wir wollen aber nicht nur die Anwohner oder Politiker zu Wort kommen lassen. Wir haben alle Gewerbetreibenden im Umfeld und den Trödelveranstalter Melan eingeladen“, sagt Mirko Hertel von der „Goding“, der örtlichen Interessengemeinschaft. Für den zweiten Vorsitzenden des eingetragenen Vereins steht außer Frage, dass sich die Situation verschlimmert habe, seit in Porz auf dem Autokinoplatz der Trödelmarkt nicht mehr stattfindet. Seitdem findet in Godorf nicht mehr einmal im Monat, sondern im 14-tägigen Wechsel auf den Ikea- oder Metro-Parkplätzen der Flohmarkt statt. Ob das wirklich Trödel ist, stellt Hertel ein wenig infrage: „Das ist 30 Prozent Altware, der Rest ist neu.“

Parkraum wäre prinzipiell vorhanden. Auf dem Ikea-Gelände kostet das Parkhaus fünf Euro am Sonntag, die offensichtlich niemand bezahlen möchte. Der einzige Supermarkt hält die Schranken nach Ladenschluss der Bäckerei geschlossen. Der ruhende Verkehr verteilt sich um das Gelände und im Wohngebiet. Hertel: „Es fehlt an einem Parkraumkonzept. Selbst die Polizei kommt oftmals ohne Signal nicht mehr durch.“ Konstruktiv wollen die Anwohner das Thema besprechen, das auch den Nachbarort Immendorf betrifft. Es soll überlegt werden, den Godorfer Kirchweg bei Veranstaltungen zu sperren. Doch wie kommen die Anwohner dann an den Parkplatzsuchenden vorbei? Weitere Themen wären die Lärmbelastung für die Anwohnenden durch den motorisierten Individualverkehr, aber auch die mit dem Flohmarkt einhergehende Vermüllung. „Das ist eine absolute Katastrophe“, so Hertel weiter.

Bei seinen regelmäßigen Rundgängen sammelt er neben Müll, nicht selten mehr als ein Dutzend Einkaufswagen ein, die die Besucher offensichtlich zum Transportieren ihrer Flohmarktbeute nutzen und dann stehen lassen. Betroffene Anwohner haben dazu online eine Petition gestartet. „Als Anwohner der Buchfinkenstraße in Godorf standen wir schon oft vor zugeparkten Einfahrten und unzähligen Strafzetteln, nur weil wir unser Auto an unserem Wohnort parken wollten. Die Lage ist untragbar geworden“, schreibt die Initiatorin der Petition auf Change.org. Den Müll der Besucher habe sie schon oft in ihrem Vorgarten gefunden. Die derzeit über 300 Unterschriften sollen bei der Veranstaltung am Dienstag der amtierenden Bezirksbürgermeisterin, Sabine Müller, übergeben werden. Die Anwohner hoffen auf einen vernünftigen Lösungsansatz, etwa mit temporären Anwohnerausweisen. Der Einlass zur Veranstaltung an der Buchfinkenstraße, ist ab 17.30 Uhr.