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HoteleröffnungNeubau nach Deckeneinsturz

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Hinter der historischen, 100 Jahre alten Fassade ist nach dem Umbau fast nichts geblieben wie es war.

Rodenkirchen – Nach 22 Monaten ist der Umbau abgeschlossen. Mit fünf Monaten hatte Hauseigentümer Martin Lindenthal gerechnet. Graue Haare sind ihm nicht gewachsen, aber viel Kraft habe es gekostet, sagt der Rodenkirchener. Vor sieben Jahren hatte er das Hotel Rheinblick direkt an der Uferstraße erworben. Eigentlich wollte er das Gebäude nur renovieren. Aber dann stürzten plötzlich beim Herausstemmen der Trennwände sämtliche Zimmerdecken ein – ein Planer hatte die Statik falsch berechnet. Aus der Renovierung wurde nahezu ein Neubau. Nur die historische Außenfassade des Hotels, das 1913 errichtet wurde, blieb erhalten und wurde kaum verändert.

Für die Kernsanierung im Inneren waren neue Baugenehmigungen erforderlich, komplizierte Brandschutzauflagen musste Lindenthal erfüllen. Zudem hatte ein Nachbar einige Einwände gegen die Bauarbeiten vorgebracht, die zeitintensive Kompromisse nach sich zogen. Die Folge war, dass der Bau im vergangenen Jahr monatelang ruhte. Böse Zungen sprachen bereits von der Insolvenz des Bauherrn. Sie lagen falsch.

Villahotel in Familienbesitz

„Wir haben es geschafft“, sagt Martin Lindenthal. Trotz der anfänglichen Widrigkeiten habe der Umbau letztlich gut geklappt. Auf die Handwerker aus Rodenkirchen und Umgebung habe er sich jederzeit verlassen können. Und der Bauherr lobt besonders die Bauverwaltung. Die Genehmigung habe zwar lange gedauert, aber die Bauaufsicht sei sehr kooperativ gewesen, gemeinsam hätten sie an Lösungen gearbeitet. Das Bauamt sei sogar als Mediator aufgetreten und habe zwischen den Beteiligten vermittelt.

Das Villahotel Rheinblick ist ein Familienunternehmen. Martin Lindenthal ist der Besitzer, seine Frau Dominique führt die Geschäfte. „Private Familienhotels gibt es heute nicht mehr viele“, meint Lindenthal, der eigentlich Werbe- und Marketingfachmann mit einer Agentur in Zollstock ist. Aber die Rolle als Hotelbesitzer mache ihm großen Spaß. Für sein Vier-Sterne-Haus hat er einen neuen Begriff geprägt: „Villahotel“. Es gebe Landhotels und Cityhotels, aber sein Villahotel sei schon etwas ganz Besonderes, sagt Lindenthal, der stolz ist, dass er keinen der neun Mitarbeiter während der Bauphase entlassen musste. Sein Hotelmanager und eine wesentliche Stütze ist nach wie vor Aleksandar Savic, der schon vor Lindenthal zum Team des Hotel Rheinblick gehörte.

20 Zimmer und eine Bar im Erdgeschoss

Persönlich hat sich der Besitzer stark eingebracht während der Umbauphase. Das Interieur hat er selbst ausgesucht – auf der ganzen Welt. Die Kristallleuchten stammen aus den Niederlanden, die steinernen Waschtische ließ er aus Malaysia importieren. Den wuchtigen, chromglänzenden Ochsenkopf an der Wand hat er in England entdeckt. Das Frühstücksbuffet wird auf einer Theke aus China bereitgestellt. Leder und Chrom sind häufig zu sehen in den 20 unterschiedlichen Zimmern und in der Bar im Erdgeschoss. Als „modernen Kolonialstil“ bezeichnet Lindenthal das Interieur.

Vom Wintergarten und der angrenzenden Terrasse im oberen Stockwerk blickt der Gast auf den Rhein, auch die meisten Zimmer bieten einen solch erbaulichen Ausblick. Seit der Eröffnung Mitte September sei das Haus ausgebucht. Auch wenn der Umbau „unglaublich viel Geld und Kraft“ gekostet habe, wie Lindenthal sagt, würde er die Sache wieder genauso anpacken. Nur der Hausprospekt liegt noch nicht vor. Das wurmt ihn. Aber auch der werde demnächst fertig sein.

www.villahotel-rheinblick.de