Köln-RodenkirchenImmer wieder Unfälle auf der unübersichtlichen Kreuzung

Am 10. August um 16 Uhr verunglückte ein Motorradfahrer an der Kreuzung.
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- Immer wieder kommt es an der Kreuzung Industriestraße/Emil-Hoffmann-Straße zu Unfällen — zuletzt in der vergangenen Woche.
- Bürger und eine nahegelegene Kita machen sich schon lange Sorgen. Für die Polizei ist die Kreuzung „unauffällig“.
Rodenkirchen – Es hat wieder einmal gekracht an der Kreuzung Industriestraße/Emil-Hoffmann-Straße. Ein Autofahrer, der von der Emil-Hoffmann-Straße nach links in die Industriestraße einbiegen wollte, übersah einen Motorrad-Fahrer und nahm ihm die Vorfahrt. Dieser stürzte und wurde nach Angaben der Polizei leicht verletzt. Der Unfall ereignete sich in der vergangenen Woche.
Die Kreuzung am Rande des Rodenkirchener Gewerbegebiets ist breit angelegt und schwer zu überblicken. Zahlreiche Lastwagen sind dort unterwegs und auch viele Fußgänger, die von der nahen Stadtbahn-Haltestelle „Michaelshoven“ über die Straße eilen – ohne Zebrastreifen, ohne Mittelinsel, ohne Ampel.
Tempo 50 ist erlaubt. Manch einer hält sich aber nicht daran, zumal ein paar Meter weiter in nördlicher Richtung eine Geschwindigkeit von 70 km/h zugelassen ist auf dieser großen langen Straße, die von Wesseling im Süden bis zur Militärringstraße im Norden westlich an Rodenkirchen vorbeiführt.
Bürgervereinigung will Kreisverkehr
In sozialen Netzwerken äußerten sich Bürger nach dem jüngsten Unfall besorgt. „Weil alle rasen und den anderen unterschätzen“, sagte etwa Ute Schmidt. Für die Kreuzung fordert die Bürgervereinigung Rodenkirchen schon seit Jahren einen Kreisverkehr.
„Platz ist ja genug vorhanden“, sagt der Vorsitzende Dieter Maretzky. Ein Zebrastreifen und eine Mittelinsel seien sogar noch zu unsicher für diese gefährliche Kreuzung.
Die Polizei registrierte in diesem Jahr bisher an der Kreuzung drei Unfälle mit Blechschäden, aber ohne Verletzte. „Eigentlich ist es eine eher unauffällige Kreuzung“, sagt Sascha Himmel, der Sprecher der Polizeiinspektion Südwest.
Schwerer Unfall mit acht Verletzten
Für Aufsehen sorgte vor fünf Jahren ein schwerer Unfall an der Kreuzung Industriestraße/Schillingsrotter Straße. Acht Personen, die zum Teil schwer verletzt waren, konnten nur mit Hilfe der Feuerwehr aus den Fahrzeugen befreit werden.
Im Einsatz waren bei dem Unfall 50 Einsatzkräfte mit 20 Fahrzeugen und zwei Rettungshubschraubern.
Für die Leiterin der Kölner Unfallkommission, Sabine Bongenberg, ist der Bereich aber keine Unfallhäufungsstelle. „Einen tödlichen Unfall haben wir dort seit 2009 nicht verzeichnet“, erläutert sie.
Kita-Leitung ist besorgt
Bei solchen Sätzen schüttelt Sandra Huber den Kopf. Sie ist die Leiterin der Kindertagesstätte „My Dagis“, die sich zwar nicht direkt an der Kreuzung befindet, aber in der Nähe. „Müssen wir erst warten, bis jemand überfahren wird?“, fragt sie.
90 Kinder werden in der Einrichtung betreut, ab Oktober sogar 130. Zum Teil parken die Eltern ihre Autos auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wenn sie ihre Kinder bringen und holen. Dann müssen sie die Industriestraße mit den Kleinen überqueren, was problematisch sei.
Kita-Geschäftsführerin Stefanie König habe schon mehrfach bei der Stadt auf die brisante Lage hingewiesen. „Aber wir sind da machtlos“, sagt Sandra Huber. Ein paar Figuren hat die private Einrichtung aufgestellt, um auf die Gefahren hinzuweisen. Auch das Kulturzentrum Wachsfabrik an der Industriestraße 170 befindet sich neben der Kita, zum Teil gibt es dort regen Autoverkehr durch die Bewohner und die Besucher der Wachsfabrik. Für sie wären Zebrastreifen oder eine Mittelinsel ebenfalls eine Erleichterung. Geplant sind diese offenbar nicht, und auch ein Kreisverkehr für die Emil-Hoffmann-Straße steht bislang jedenfalls nicht auf der Prioritätenliste der Verwaltung.
