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Rodungen beginnenNeues Betonrückhaltebecken in Meschenich soll Kanalnetz bei Starkregen entlasten

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Für die Rodungen Am Kradepohl im Landschaftsschutzgebiet liegt eine Genehmigung vor.

Für die Rodungen Am Kradepohl im Landschaftsschutzgebiet liegt eine Genehmigung vor.

In Meschenich beginnen Rodungen für ein neues Regenrückhaltebecken, das umweltgerechtes Abwassermanagement bei Starkregen gewährleisten soll.

In Meschenich beginnen, an der Straße am Kradepohl, an einem Regenrückhaltebecken der Stadtentwässerungsbetriebe, Rodungen von Pflanzen und Bäumen als vorbereitende Arbeiten. Ab Sommer soll hier ein geschlossenes Betonbecken entstehen, das das Rückhaltevolumen auf 7.200 Quadratmeter Wasser erhöht. Derzeit wird bei dem bestehenden Erdbecken bei Starkregen eine Mischung aus Regenwasser und Abwasser aus dem Kanal in das Versickerungsbecken abgeleitet, um eine Überlastung des Kanalnetzes zu verhindern.

Nach Aussage der Steb entsprechen solche Anlagen allerdings nicht mehr dem Stand der Technik. Eine Novellierung der Gesetzeslage dazu fußt auf 2009. Danach wurde zunächst im Stadtteil Hahnwald 2013 ein Becken Am Kirschbaumweg umgebaut. „Das Erdbecken wurde durch ein geschlossenes Regenrückhaltebecken ersetzt, sodass das Mischwasser auch bei stärkeren Niederschlägen zwischengespeichert und nach Ende des Niederschlagsereignisses zur Kläranlage Rodenkirchen abgeleitet werden kann“, teilt die Pressestelle der Steb zum Verständnis mit. Mit der Anlage in Meschenich soll ebenso verfahren werden. Neben diesen beiden Becken sind keine weiteren solcher Anlagen bekannt. Beide wurden von der Stadt mit der Eingemeindung Rodenkirchens 1975 übernommen.

Ausnahmegenehmigung für Bau im Landschaftsschutzgebiet

Die Anlage am Kradepohl liegt allerdings in einem geschützten Landschaftsschutzgebiet. „Für die Maßnahme wurde eine Befreiung von den Verboten des Landschaftsplans der Stadt Köln gemäß § 67 des Bundesnaturschutzgesetzes beantragt und durch die Untere Naturschutzbehörde Köln genehmigt. Grundlage der Genehmigung waren der eingereichte landschaftspflegerische Begleitplan sowie die damit verbundenen Artenschutzprüfungen“, sagt Birgit Konopatzki, Leiterin der Steb-Unternehmenskommunikation. Mit der Umsetzung dieser Maßnahme sorgen die Stadtentwässerungsbetriebe, nach eigener Aussage, für eine umweltgerechte und professionelle Abwasserbeseitigung sowie für den Gewässer- und Hochwasserschutz in der Stadt.

Das Betonbecken wird eine Größe von etwa 65 auf 30 Meter haben und soll das überschüssige Mischwasser bei Starkregen zunächst in einem geschlossenen Betonbecken zwischenspeichern und nach Beendigung des Regenereignisses gedrosselt wieder in das Kanalnetz ableiten. Die Bauzeit soll rund zwei Jahre betragen und die Anlage wird nach ihrer Fertigstellung in großen Teilen wieder begrünt und bepflanzt. „So wird die Kanalisation entlastet und das Risiko von Rückstau in Meschenich sowie in Richtung Rondorf und Hahnwald verringert.“ Vor dem offiziellen Baustart im Sommer lädt die Stadtentwässerung zu einer Bürgerinformationsveranstaltung vor Ort ein. Diese soll, so die Steb, zeitnah vor dem geplanten Baubeginn stattfinden, wenn genau feststeht, welche Unternehmen die Arbeiten durchführen werden. Dann gibt es auch konkrete Informationen zum Bauablauf und den einzelnen Bauphasen.