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Kostenexplosion befürchtetRodenkirchener Rathaus wird für 20 Millionen Euro saniert

Lesezeit 3 Minuten
Außenansicht des alten Bezirksrathauses in Rodenkirchen

Das alte Bezirksrathaus ist marode. Es verfällt zusehends, die Umgebung wird immer mehr vermüllt.

Die Schadstoffsanierung im Rathaus in Köln-Rodenkirchen beginnt im März, schon jetzt wird das Risiko einer Kostenexplosion als „sehr hoch“ eingestuft.

Es gibt neue Zahlen und Prognosen zum Abriss und Neubau des Bezirksrathaus in Rodenkirchen. Im März soll es los gehen, zumindest im Inneren des Gebäudes. Das teilt die städtische Gebäudewirtschaft in einem gerade aktualisierten Sachstand mit. Seit über zwei Jahren steht das Bezirksrathaus an der Hauptstraße 85 leer. Es soll aufgrund seiner Schadstoffbelastung abgerissen und an gleicher Stelle neu gebaut werden.

Ende November 2020 zog deshalb das Bürgeramt bereits an die Industriestraße 161. Ein Jahr später, im Dezember 2021, konnten dann auch die Mitarbeiter des Kundenzentrums, des Außen- und Ermittlungsdienstes und des Bezirksausländeramtes umziehen. Während der Bauphase sind sie im Industrieviertel an der Mannesmannstraße 10 untergebracht.

Seitdem wurden im ehemaligen Bezirksrathaus Gutachten erstellt, die Aufschluss über die Schadstoffbelastung und die sich daraus ergebende Vorgehensweise geben. „Die Maßnahmen sind durch die exponierte Lage im Zentrum von Rodenkirchen eine besondere baulogistische Herausforderung“, teilt die Stadt mit. Der Leerstand tut dem Gebäude nicht gut. Anwohner beschweren sich über die Verwahrlosung des Areals.

Rathaus-Sanierung in Köln-Rodenkirchen: Bäume gefällt

Ein kurzer Blick neben den Haupteingang des Gebäudes hinter den Parkplatz an der Hauptstraße reicht: Überall sammelt sich der Müll, Masken, gebrauchte Taschentücher und Glasflaschen. Das leerstehende Gebäude neben vielen Geschäften und Dienstleistern und Arztpraxen verwahrlost mitten im Zentrum von Rodenkirchen. Der unschöne Anblick könnte sich aber jetzt ändern.

Den Arbeiten im März gehen im Februar bereits Fällungen voran. Insgesamt elf Bäume und einige Sträucher lässt die Stadt entfernen. „Im Gegenzug wird nach Fertigstellung des Neubaus im rückwärtigen Bereich der Boden entsiegelt und als Grünfläche neu bepflanzt,“ teilt die Stadt mit und plant auch, einen Nistkasten aufzustellen. Der beauftragte Generalunternehmer soll in zwei Stufen arbeiten.

Zunächst werden im maroden Gebäudeinneren die Schadstoffe ab März entfernt. Erst dann wird das Gebäude abgerissen. Die Gebäudewirtschaft rechnet mit zwölf Monaten Arbeitszeit. In einem dritten Schritt wird dann das Fundament für das neue Bezirksrathaus gegossen – Fertigstellung Ende 2026. Was der Neubau kosten wird oder was die Gesamtkosten des Projekts betragen steht nirgends.

Politiker und Anwohner befürchten Verkehrschaos

Bislang ist ein Kostenrahmen mit 20 Millionen Euro veröffentlicht sowie eine grobe Kostenschätzung angegeben, die sich allerdings nur auf die Schadstoffsanierung und die Abbruchkosten des Bestandsgebäudes bezieht. Die liegen bei 6,4 Millionen Euro, eine Preiserhöhung einkalkuliert. Blieben also knapp 14 Millionen Euro für den Neubau.

Das Risiko einer Kostenexplosion stuft die Gebäudewirtschaft dabei bereits jetzt als „sehr hoch“ ein. Genaue Zahlen werden zum Baubeschluss nachgereicht, und der soll noch in diesem Jahr kommen. Das neue Bezirksrathaus soll statt jetzt acht fünf Vollgeschosse und eine Galerie als kleinere sechste Etage erhalten. Vorgesehen sind unter anderem eine Wärmepumpe, Photovoltaik und eine ausgedehnte Dachbegrünung.

Was augenscheinlich ebenfalls noch fehlt, ist das von den Lokalpolitikern im Bezirksparlament mehrfach geforderte Verkehrskonzept – und zwar bevor es losgeht. Es soll allerdings noch bis März der Bezirksvertretung übermittelt werden. Nicht nur Politiker, sondern vor allem Anwohner und Geschäftsleute befürchten ein Verkehrschaos, das sich durch den erhöhten Baustellen- und LKW-Verkehr nicht nur auf Rodenkirchen, sondern auch auf die umliegenden Bezirke auswirken wird.

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