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Reinigungsarbeiten von Straßen NRW in KölnGraffiti auf der Rodenkirchener Brücke entfernt

3 min

Sprayer haben großflächig ihre Spuren hinterlassen

Rodenkirchen – Sie kommen, wenn sie niemand sieht, und hinterlassen Spuren, die oft lange bleiben. An den Lärmschutzwänden der Rheinbrücke in Rodenkirchen sorgen unbekannte Graffiti-Sprayer schon seit Jahren für Ärger. Jetzt werden die Wände wieder einmal gereinigt. Doch die Verantwortlichen von Straßen NRW gehen nicht davon aus, dass das von dauerhaftem Erfolg ist.

Norbert Palm ist Fachmann für die Kölner Rheinbrücken. Der Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau NRW hat schon viele Klagen über die beschmierten Lärmschutzwände an der denkmalgeschützten Brücke in Rodenkirchen gehört. „Die Bürger beschweren sich häufig bei uns“, sagt er. Konsequenzen habe das jedoch nur bei Graffiti mit politischen Parolen oder sexistischen Inhalten. Solche Schriften lässt Straßen NRW sofort entfernen und zeigt sie bei der Polizei an. „In der Regel bringt das aber nur wenig, die allermeisten Taten werden nicht aufgeklärt“, sagt Palm.

Keine routinemäßige Reinigung

Die Polizei habe die Brücke eine Zeit lang regelmäßig überwacht – ohne nennenswerten Erfolg. Jede einzelne Schmiererei könne Straßen NRW ohnehin nicht verfolgen, dafür fehlten Zeit und Geld. „Das schaffen wir nicht, da haben wir wichtigere Aufgaben“, sagt Palm. Routinemäßige Reinigungen gibt es deshalb nicht. Bis zum Frühjahr möchte Straßen NRW die Lärmschutzwände trotzdem einmal komplett säubern lassen. Das kostet mindestens 20.000 Euro. Palm geht davon aus, dass die gereinigten Wände bald wieder die nächsten Sprayer anlocken: „Vermutlich wird es schon in Kürze die nächsten Graffiti geben.“

Die Rheinbrücken sind bei Sprayern beliebt, wenn sie nach Flächen für Ihre Graffiti suchen. „Das Problem haben wir nicht nur in Rodenkirchen, die Leverkusener Brücke sieht zum Beispiel nicht viel anders aus“, sagt Kriminalkommissar Andreas Schmitz von der Kölner Polizei. Meist kämen die Täter, wenn es dunkel sei. Die Ermittler beobachten die Brücken zwar stichprobenartig, so Schmitz; wie hoch die Erfolgsquote dieser Observationen sei, möchte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht sagen. (mo)

Weniger Ärger machen zurzeit die Risse in den Lärmschutzwänden. In Fahrtrichtung Olpe sind viele der Glaselemente zwar gesprungen, gefährlich sind ist aber nicht. „So lange der Lärmschutz gewährleistet ist und die Glassplitter nicht auf den Fuß- und Radweg ragen, machen wir da nichts“, sagt Palm. Bei der Verbreiterung der Brücke 1994 waren die Lärmschutzwände zunächst noch aus Naturglas. Die beiden ein Zentimeter starken Glasscheiben wurden mit dicken Plastikfolien überklebt, um sie vor Schäden zu schützen. 2004 hatten Unbekannte dann jedoch rund 100 Elemente so stark zerstört, dass Glassplitter auf den Gehweg ragten. Straßen NRW tauschte die Wände in Fahrtrichtung Aachen daraufhin gegen Kunststoffglas aus.

Ein Nachteil des Kunststoffglases ist jedoch, dass es sich schlechter säubern lässt. Wenn – so wie jetzt – Graffiti entfernt werden, muss man damit rechnen, dass die ursprünglich klaren Scheiben „blind“ werden.