Rheinpegel knapp über einem MeterDas Sürther Bootshaus liegt auf dem Trockenen

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Hitze und niedriger Rheinpegel: Eine Mondlandschaft umgibt das Gastro-Schiff. 

Trocken, trocken, mehr als trocken. Das Sürther Bootshaus wird seinem Namen dank der anhaltenden Hitze und dem fehlenden Niederschlag derzeit nicht gerecht. Die Pontons, auf denen das Boot normaler Weise schwimmt, liegen auf Grund. Am Dienstag gaben die Stadtentwässerungsbetriebe den Rheinstand mit 1,08 Meter bekannt, Veränderungen werden kaum gemessen. „Es ist einfach gruselig, es sieht aus wie eine Mondlandschaft“, meint auch Betreiber Jörg Blöck.

Türrahmen verbogen, Setzungsrisse an den Wänden

Das „auf dem Trockenen sitzen“, hat seine normalerweise schwimmende Gastronomie in Schieflage gebracht – mit erheblichen Folgeschäden. Und die sind zum Teil irreparabel. „Wir haben Setzungsrisse an den Wänden, Versteifungen und Verbiegungen im Rumpf. Einen verbogenen Eisenträger tauscht man auch so ohne weiteres nicht aus“, sagt Blöck. Auch die Türrahmen haben sich verbogen, so dass die Türen nicht mehr richtig schließen. In Zahlen kann Blöck das nicht ausdrücken. „Wie gesagt, zu Teil irreparabel“.

Immerhin, trotz aller Einöde und einem ebenso ödem Blick von der Terrasse auf die Wüstenlandschaft: Die Gäste sitzen zumindest nur im tatsächlichen Sinn auf dem Trockenen. „Wir sind die ganze Woche ausgebucht, den Gästen ist das hier anscheinend egal“, sagt der Chefkoch. Durch die Gäste würden auch keine weiteren Schäden entstehen, dafür sei das Gewicht zu gering.

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Die Tische stehen schief, aber die Gäste kommen trotzdem - wenn nicht gerade Ruhetag ist.

Dennoch ist jeder Schritt auf dem Bootshaus von Schwankungen begleitet. Es fühlt sich an, als ginge es bergauf und bergab. Man sitzt auch irgendwie schief. Die Bedienungen haben sich daran gewöhnt. Es ist jetzt aber auch nicht so, als würden die Gläser vom Tisch rollen. Hätte Blöck auch montags und dienstags auf, würden die Gäste wohl auch dann kommen.

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Aufgrund des Personalmangels in der Gastronomie, den auch Blöck zu spüren bekommt, hat der Betreiber derzeit an zwei Tagen geschlossen. Dazu ist der Zuweg durch die Sanierung der Lindemauer zu seinem Gastronomiebetrieb, wenn auch absehbar, erheblich eingeschränkt. Aber auch die jetzt hinzu gekommene Situation lässt den Wirt nicht komplett auf dem Trockenen sitzen. „Mit all den eingeschränkten Möglichkeiten, wir kämpfen einfach weiter“, sagt Blöck.

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