Haltestellen im TestDiese sieben Kölner Bahnhöfe haben die schlechteste Note bekommen

Lesezeit 3 Minuten
Gleise am Bahnhof Ehrenfeld in Köln

Blick über die Gleise am Bahnhof Ehrenfeld in Köln – der Ehrenfelder Bahnhof kommt im Test schlecht weg.

Insgesamt 189 Stationen wurden im vergangenen Jahr untersucht. Einige befinden sich in einem katastrophalen Zustand.

Willkommen in Köln. Rund 41.000 Pendler, die täglich mit der Bahn zur Arbeit oder zur Schule fahren, müssen an Kölner Bahnhöfen aussteigen, die sich in einem nicht akzeptablen Zustand befinden.

Von den zwölf Stationen, die Bahnhofstester von go.Rheinland im Gebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) und des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) mit dieser schlechtesten Note bewertet haben, liegen sieben in Köln. Das ist Ergebnis des Bahnhofstests 2023. Die Tester haben im vergangenen Jahr jede der 189 Stationen zweimal unter die Lupe genommen haben.

Verdreckt und mit Graffiti verschmiert

Trauriges Schlusslicht ist dabei der stark genutzte Bahnhof Köln-Ehrenfeld (12.500 Nutzer pro Tag), an dem drei Regionalexpress-Linien, zwei Regionalbahnen und zwei S-Bahnlinien halten, dessen Gesamterscheinungsbild sich stark verschlechtert hat. Verdreckt, mit Graffitis verschmiert, Schrottfahrräder in den Zugangstunneln und Vandalismusschäden haben ihn zu einem Ort verkommen lassen, den man am liebsten nicht mehr nutzen mag.

Besonders auffällig seien die schlechten Bewertungen einiger Kölner S-Bahn-Stationen entlang der Strecke Horrem-Düren, so die Tester. Neben Ehrenfeld sind das der Hansaring (13.130 Nutzer), Lövenich (3.200), Müngersdorf-Technologiepark (2.650) und Trimbornstraße (6.600). Schlechte Noten erhalten auch Buchforst (1.100) und Köln-West (2.200).

Beim Bahnhof West ist das deshalb erstaunlich, weil er erst 2022 nach Angaben von go.Rheinland „aufwendig neu gestaltet wurde“. Wer jedoch einmal das Vergnügen hatte, über den alten verwahrlosten Treppenaufgang auf den Bahnsteig mit den Gleisen 1 und 2 gelangen zu müssen, kann sich über dieses Urteil nur wundern. Der alte Bahnsteig ist mit Unkraut überwuchert, völlig verdreckt und der Weg zum Zug unzumutbar.

Keine Verbesserung in der letzten Kategorie

Die sieben Kölner Bahnhöfe sorgen mit ihrem katastrophalen Zustand auch dafür, dass sich der letzten Kategorie (nicht akzeptabel) keine Verbesserungen ergeben haben und die Qualität der 189 getesteten Bahnhöfe und Haltepunkte im Rheinland gegenüber 2023 leicht zurückgegangen ist. Ganz offensichtlich sind es die Großstadt-Bahnhöfe, die dafür verantwortlich sind.

„Unsere Qualitätsprüfungen zeigen, dass die Anzahl der Stationen im akzeptablen Bereich nun dreimal in Folge gesunken ist. Gemeinsam mit den Stationsbetreibern, Städten und Gemeinden werden wir daran arbeiten, diesen Trend zu stoppen“, sagt Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland.

Laut Bericht kann es durchaus sein, dass Bahnhöfe eine schlechte Gesamtnote erhalten, obwohl sich die Bereiche, für die die Stationsbetreiber wie die DB Regio NRW verantwortlich sind, in einem guten Zustand befinden. Auch das dürfte auf die sieben Kölner Bahnhöfe zutreffen.

Perspektive für Station in Köln-Longerich

„Leider werden immer wieder beschädigte Ausstattungselemente kurz nach der Instandsetzung erneut mutwillig zerstört oder mit Graffiti verschmutzt“, sagt Reinkober. „Dieses gesamtgesellschaftliche Problem ist kaum in den Griff zu bekommen. Trotzdem werden wir gerade an den Stationen mit nicht mehr akzeptablen Mängeln gemeinsam mit den Infrastruktureigentümern die Probleme angehen und ein geeignetes Maßnahmenpaket entwickeln.“

Was die Modernisierung der Kölner Bahnhöfe angeht, gibt es für das Sorgenkind Köln-Longerich zumindest eine langfristige Perspektive. Nachdem die Bahnhofshalle und der Aufgang renoviert wurden, sollen jetzt in den Jahren 2030 und 2031 die Bahnsteige an die Reihe kommen. Der Mittelbahnsteig soll erhöht und verlängert werden und am Militärring eine Bushaltestelle entstehen.

KStA abonnieren