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Historische StraßenbahnAls Finchen noch planmäßig zwischen Köln und Frechen fuhr

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Ein Finchen vor einem Depot in Frechen. Im Hintergrund ist der Kirchturm von St. Audomar zu sehen.

Köln – Die historische Straßenbahn Finchen hat sich am Dienstagabend selbstständig gemacht und ist vom Straßenbahnmuseum in Köln-Thielenbruch zwei Stationen weit ohne Fahrer gefahren. Die meiste Zeit steht das mehr als 100 Jahre alte Fahrzeug heute in den Hallen des Museums. Doch wann und wo waren die Finchen-Züge früher eigentlich unterwegs?

Am 13. November 1893 wurde die Kleinbahn Köln–Frechen als Kölner Vorortbahn in Betrieb genommen, die zunächst dampfbetriebenen Linien zum Personen- und Güterverkehr entwickelten sich rasch zur unverzichtbaren Verbindung. Ab 1904 übernahm die Stadt Köln die Bahn, da Frechen den erforderlichen Ausbau nicht finanzieren konnte.

Finchen fuhr von Frechen nach Köln

Die meisten Fahrzeuge der Finchen-Serie wurden 1911 von P. Herbrand in Ehrenfeld und von van der Zypen & Charlier in Deutz gebaut. Wegen Verzögerungen beim Streckenbau wurden sie allerdings erst 1914 eingesetzt. Am 20. Februar fuhren die ersten Bahngäste mit den elektrischen Bahnen der KFBE von Frechen nach Köln, Flandrische Straße – den Zügen der Linie F, den „Finchen“. Die Züge beförderten Fahrgäste, übernahmen aber auch Post-, Expressgut- und Stückgutverkehr. Ihre Dienstzeit endete zwischen 1959 und 1967. Die Züge wurden durch moderne Trieb- und Steuerwagen ersetzt.

Einer der alten Züge blieb erhalten, nach dem Umbau 1981 wurde er für Ausflugsfahrten bis zum Anfang der 1990er Jahre genutzt. Seitdem gehört er zum Bestand des Museums. Nach einer aufwendigen Restaurierung ist er seit September 2001 wieder betriebsfähig. Das Straßenbahn-Museum befindet sich seit 1997 in einem ehemaligen Vorortbahn-Depot aus dem Jahr 1906. (FvS, cht, pr)

Sehen Sie ihm nächsten Abschnitt: Die ehemalige Linie F in einem Video von „tram-tv“

Finchen, die ehemalige Straßenbahnlinie F zwischen Frechen und Köln im Video