Zusätzliche Pissoirs gegen den GestankMit mobilen Toiletten gegen Wildpinkler an Karneval

Pissoirs wie dieses könnten aufgestellt werden.
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Köln – Köln hat ein Problem mit Wildpinklern. Besonders während Großveranstaltungen zwischen Dom und Neumarkt macht sich diesbezüglich Hemmungslosigkeit breit. Die Bezirksvertreter der Grünen aus der Innenstadt schlagen daher für den anstehenden Straßenkarneval den verstärkten Einsatz mobiler Pissoirs vor.
„Die städtischen öffentlichen Toiletten stehen bei Großereignissen wie Karneval zu weit abseits und werden daher von vielen nicht wahr- und angenommen“, sagt Grünen-Politiker Markus Graf. Andere Städte wie das niederländische Eindhoven hätten seiner Kenntnis nach gute Erfahrungen mit mobilen und gut sichtbaren Pissoirs gemacht.
Einsatz der „Pinkelsterne“
Die aus Polyethylen gefertigten Gebilde fassen, je nach Hersteller, mehrere hundert Liter und könnten nach den Großereignissen unkompliziert abtransportiert werden. Und noch einen Vorteil haben die Urinale: Viele Hersteller bieten sie in Mehrnutzervarianten an, so dass sich auf der gleichen Aufstellfläche eines herkömmlichen Dixie-Klos bis zu vier Personen gleichzeitig erleichtern können.
Beim Kölner Ordnungsamt ist der Einsatz der „Pinkelsterne“, wie die Urinale intern bereits genannt werden, in der Tat ein Thema: „Wir arbeiten derzeit an einem Konzept für zusätzliche öffentliche Toiletten während der Karnevalstage“, so Abteilungsleiter Dirk Schmaul. Mobile Pissoirs würden dabei als kostenloses Angebote für männliche Feiernde ins Auge gefasst.
Mitarbeiter der Stadt seien derzeit fast täglich unterwegs, um Stellen zu finden, die für die Errichtung solcher Lösungen geeignet wären. „Damit sie am Ende nicht doch auslaufen, brauchen die Pissoirs einen halbwegs ebenen Untergrund“, so Schmaul.
Kosten unter 500 Euro
Über mögliche Kosten und die Anzahl, die beschafft werden soll, kann die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen treffen. Endgültige Gespräche mit Anbietern müssen erst noch geführt werden. Das Unternehmen Satellite Industries, das sich auf Mobiltoiletten spezialisiert hat und auch ein Lager in Duisburg betriebt, gibt den Preis seiner Vier-Mann-Urinale auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit unter 500 Euro an.
Günstiger würde die Stadt vorerst eine Miete kommen: „Auch im Großraum Köln gibt es einige Unternehmen aus unserem Kundenkreis, die sowohl die Urinalstände als auch den Reinigungsservice anbieten“, sagt Manager Wolfgang Gran.

