Deutliches Schlusslicht14 Bäckereien im Test – Wo gibt es den leckersten Berliner in Köln?

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Kette oder Veedelsbäcker: Wo gibt es den besten Berliner in Köln? Wir haben 14 Bäckereien und Cafés getestet. 

Der Berliner gehört zu Karneval wie der Prinz zum Dreigestirn. Aber Berliner ist nicht gleich Berliner. Wir haben uns durchprobiert: 14 Bäckereien, darunter Ketten wie auch Veedelsbäcker, standen auf dem Prüfstand: Wo gibt es in Köln die leckersten Berliner?

Vier Menschen stehen vor einem Tisch, auf dem viele Berliner liegen.

Die Berlinertesterinnen und -tester: Sarah Uerlichs, Laura Schmidl, Julius Stockheim und Christiane Vielhaber.

Eine glatte 1: Unsere Top 3 Berliner

Platz 1: Bäckerei und Konditorei Mauel

Ein aufgeschnittener Berliner. Man sieht Aprikosen- und Beerenkonfitüre.

Der Testberliner vom Mauel hat Aprikosen- und Beerenkonfitüre als Füllung.

Ganz hübsch kommt der gleichmäßige Berliner von Mauel daher, der Zucker obendrauf ist angenehm sparsam daraufgestreut. Beim Anschnitt müssen wir die Füllung zunächst suchen, doch dann entdecken wir sogar zwei Sorten Konfitüre, die sich am Rand versteckten – das macht den Mauel-Berliner einzigartig. Noch dazu schmeckt das mit 1,35 Euro fair bepreiste Teilchen einfach lecker. Qualitativ gleichauf mit dem Berliner von Café Riese, der Clou mit Aprikosen- und Beerenkonfitüre bringt den Mauel-Berliner aber an die Spitze. Eine glatte 1!

Platz 2: Café Riese, Schildergasse 103, 50667 Köln

Die Berliner mit Puderzucker.

Der Berliner von Riese konnte die Jury überzeugen: Nicht zu süß und ordentlich Teig!

Der Berliner von Riese ist relativ hell und fühlt sich gut an. Er bleibt auch beim Schneiden fest, der Teig ist üppig, aber doch leicht und nicht zu süß, die Erdbeerkonfitüre (Riese bietet auch eine Aprikosenfüllung an) ist lecker. „Das ist ein Berliner!“, schwärmt der Tester. Diesen Berliner kann man sich nicht nur zu Karneval schmecken lassen, sondern auch als Stärkung beim Shoppen auf der Schildergasse. Der Preis von 1,75 Euro ist gerechtfertigt. Ebenfalls eine 1.

Platz 3: Hesterbrink, Kalker Hauptstraße 102, 51103 Köln

Ein Berliner liegt auf einem Teller.

Zweiter Platz im Berlinertest: Der Berliner von Hesterbrink in Kalk.

Optisch und haptisch gefällt uns der handliche Berliner für 1,60 das Stück gut. Der Teig ist nicht zu luftig und dennoch fluffig, der Berliner großzügig mit lecker-fruchtiger Konfitüre gefüllt. Bestäubt ist er mit beiden Zuckerarten. Und lecker ist er! Wir sind begeistert und vergeben eine 1. Damit landet der ansehnliche Berliner vom Kalker Konditor knapp auf Platz drei.

Elf weitere Berliner aus Kölner Bäckereien: So schneiden sie ab

Zwei Frauen am Tisch, darauf liegen Berliner.

Berlinertest: Christiane Vielhaber (l) und Sarah Uerlichs sind kritisch.

Bäckerei Heinemann

Zwei Berliner auf einem Teller.

Der Berliner von Heinemann.

Ein kompakter, fluffiger, fast schon zarter Teig macht diesen Berliner nicht ganz so mächtig wie manch einen der Mitstreiter. Die Konfitüre ist oft der Knackpunkt und hier erfreulicherweise nicht so süß. Etwas mehr davon, bitte! So ist der mit 1,30 Euro unter die günstigen einzuordnende Berliner für uns eine 1 minus.

Café Konditorei Eigel, Brückenstraße 1-3, 50667 Köln

Ein Berliner mit Puderzucker auf einem Teller.

Der Berliner von der Konditorei Eigel.

Einer der wenigen Berliner mit Aprikosenkonfitüre. Die ist fruchtig und intensiv. Bestäubt ist der optisch ansprechende Berliner sowohl mit Puderzucker als auch mit raffiniertem Zucker (auf der Unterseite). Nicht zu groß – insgesamt ein sehr leckerer Berliner, den wir mit einer 2 plus bewerten. Mit 1,80 Euro liegt er preislich im Mittelfeld.

Bäckerei Kraus

Ein aufgeschnittener Berlin mit zwei Marmeladenquellen.

Der Berliner von Kraus ist doppelt gefüllt.

Optisch sehr gleichmäßig mit einem schönen Kontrast zwischen dem hellen und dunklen Bereich. Ein leckerer, feinporiger Teig. Doppelt mit Konfitüre gefüllt – die ist aber wieder einmal sehr süß. Trotzdem gefällt uns der Berliner. 1,40 Euro kostet einer davon. Wir geben ihm eine glatte 2.

Bäckerei Schmitz & Nittenwilm

Die Berliner von Schmitz und Nittenwilm

Die Berliner von Schmitz & Nittenwilm.

Einer der Kleinsten im Test, aber „niedlich und hübsch“, finden wir. Der Berliner hat eine fast schon knusprige äußere Schicht, an der Konfitüre wurde jedoch gespart. Schade, denn die schmeckt anders als gewohnt. Ein solides Teilchen für 1,99 Euro. Eine 2 minus für uns.

Café Fassbender, Mittelstraße 12–14, 50672 Köln

Ein Berliner mit viel Marmelade gefüllt.

Viel Konfitüre im süßen Berliner von Fassbender.

An Konfitüre hat man hier zumindest nicht gegeizt. Die auffällige Kirschfüllung nimmt viel Platz ein. Das gleicht den eher trockenen Teig aus. Optisch eher ungleichmäßig, geschmacklich gehen auch hier die Meinungen auseinander. Die Kirsche ist dominant. Insgesamt ein Berliner im guten Mittelfeld, eine 3 plus für uns.

Bäcker Hansen, Deutzer Freiheit 53-57, 50679 Köln

Ein Berliner auf einem Teller.

Etwas verformt ist der Berliner vom Bäcker Hansen in Köln-Deutz.

Die Form der Berliner für 1,50 Euro vom Deutzer Bäcker ist, wohlwollend formuliert, anders – auch die Kirschkonfitüre fällt auf, sie hat einen eigenartigen Nachgeschmack. Der bissfeste Teig ist reichhaltig und fettig. Wieder ein Berliner, an dem sich unsere Geister scheiden: Unsere Noten reichen von 2 minus bis 4 plus, im Schnitt ergibt sich eine 3.

Bäckerei Zimmermann, Ehrenstraße 75, 50672 Köln

Zwei Berliner werden in der Hand gehalten zum Größenvergleich.

Groß gegen klein: Links der Berliner von der Bäckerei Zimmermann, rechts der von Schmitz & Nittenwilm.

„Der ist gigantisch“, entfährt es uns. Der größte Berliner im Test lässt sich aber leicht zusammendrücken und bleibt dann auch platt, die Teigstruktur ist eher grobporig. Der starke Hefe-Geschmack spaltet die Gemüter. „Eine herbe Enttäuschung“, meint Tester Julius Stockheim. Wer es weniger süß und dafür hefe-lastig mag, der wird mit dem Riesenberliner, der mit wenig Konfitüre aufwartet, glücklich. Eine glatte 3 ergibt sich aus dem Schnitt zwischen den Noten 2 und 4. Mit 2,20 Euro der teuerste Berliner im Test. 

Ein Berliner auf einem Teller.

Der Berliner von der Bäckerei Zimmermann

Bäckerei Balkhausen, Apostelnstraße 27, 50667 Köln

Ein aufgeschnittener Berliner.

Der Berliner von Balkhausen.

Der Berliner für 1,90 Euro gibt uns Rätsel auf: „Was ist das denn?“, fragen wir uns beim Probieren – der Konfitüre fehlt es an jeglicher Süße, die auch der Teig vermissen lässt. Wer weniger Süße sucht, wird bei diesem fast schon herzhaften Berliner fündig. Für uns eine 3 minus.

Bäckerei Merzenich

Der Berliner von Merzenich wird angeschnitten.

Der Berliner von Merzenich war eher enttäuschend.

Der Platzhirsch bei den Kölner Bäckereien weiß leider nicht zu überzeugen. Trocken, geschmacklich eher fad, viel Luft. 1,35 Euro kostet hier ein Teilchen, für 3 Euro gibt es drei Stück. Kein Totalausfall, aber für uns einstimmig eine 3 minus. 

Newzellas Backstube, Vitalisstraße 325, 50933 Köln

Ein großer Berliner auf einem Teller.

Der Berliner von Newzellas Backstube.

Wieder ein sehr großes Exemplar, das zweitgrößte im Test. Er ist sehr gleichmäßig gebacken und sehr großzügig mit Konfitüre gefüllt. Insgesamt ist hier viel Luft um nichts, der „aufgeblähte“ Teig zergeht praktisch im Mund, das Aroma ist zurückhaltend. 1,50 Euro kostet der Berliner, der insgesamt unauffällig bleibt. Eine 3 minus.

Bäckerei Kamps

Ein Berliner mit Zuckerglasur.

Der Berliner von Kamps ist eine klebrige Sache.

Der einzige Berliner im Test mit Zuckerglasur. Und davon jede Menge: Es klebt am Gaumen und an den Fingern, der Teig ist eher trocken, die Konfitüre geht unter. 1,40 Euro kostet das Stück. Wir sind auch geschmacklich und optisch nicht überzeugt und bewerten den Kamps-Berliner mit einer glatten 4. 

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