Der neue Asta will soziale Ungerechtigkeit bekämpfen. Seine Leitmotive: „antifaschistisch, internationalistisch und sozial-emanzipatorisch“.
Linkes BündnisNeuer Asta-Vorstand der Uni Köln kündigt „ziemlichen Richtungswechsel“ an

Das Hauptgebäude der Universität Köln
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An der Universität zu Köln hat sich ein neuer Asta (Allgemeiner Studierendenausschuss) gebildet. Die Hochschulwahlen fanden vergangenen Dezember statt. Mit einem neuen Bündnis aus Sozialistisch-demokratischem Studierendenverband (SDS), der Hochschulgruppe Wendepunkt und dem Internationalen Jugendverein (IJV) kündigt der neue erste Vorsitzende, der 22-Jährige Physik-Student Frederick Heinz, „einen ziemlichen Richtungswechsel an“.
Zuvor stellte ein Bündnis aus Die Unabhängigen und Bündnis 19 den Asta-Vorstand. Nach Konsultationen in den Winterferien, die Koalitionsgesprächen ähnelten, haben sich nun linke Hochschulgruppen zu einem linken Bündnis zusammengetan. „Wir verstehen unsere Arbeit nicht als Dienstleistung. Wir finden uns nicht ab mit unsozialen und menschenverachtenden Umständen“, sagt Heinz. Gemeinsam mit dem Vorstand beklagt er, dass Hochschulen und die Wissenschaft sich in den internationalen Beziehungen zu wenig einbrächten.

Frederick Heinz ist neuer erster Asta-Vorsitzender
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Neuer Asta-Vorstand an der Uni Köln will sich für Internationalität und soziale Gerechtigkeit einsetzen
„Es ist eine nationale Abschottung der Wissenschaft zu beobachten. Das geht nicht.“ Universitäten müssten einen viel aktiveren Beitrag zu Demokratie, Frieden und Nachhaltigkeit leisten, so Heinz. „Das gilt auch für die Uni Köln als sehr internationale Hochschule mit einem Rektor, der gleichzeitig DAAD-Präsident ist.“ An der Uni Köln sei in seinen Augen etwa ein gewisser Vorbehalt gegenüber iranischen Studierenden und Mitarbeitern zu spüren. „Es gibt eine Vorsicht, Verträge zu verlängern von Menschen aus Ländern, die man als gefährlich wahrnimmt.“ Diese Scheu sei nicht der richtige Weg, so der Student.
Der neue Asta-Vorstand wolle sich von den Leitmotiven „internationalistisch, antifaschistisch und sozial-emanzipatorisch“ leiten lassen. Vor allem letzteres sei zentral. „Im Mittelpunkt steht der Kampf für soziale Gerechtigkeit an der Hochschule und darüber hinaus. Konkret plant der AStA laut Sonderpädagogik-Student Noah Ojiako, Referat für Soziales und Sport vom SDS: „Den Kampf gegen Kürzungen und für ein Bafög für alle.“ Themen wie Studierendenarmut und Prüfungsstress sollen mehr Aufmerksamkeit bekommen. Die zweite Vorsitzende Rike Convent, Biologie-Studentin, fordert etwa einen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte. Von rund 45.400 Wahlberechtigten haben lediglich 4900 gewählt, die Wahlbeteiligung lag demnach bei 10,8 Prozent. Die Hochschulwahlen finden einmal im Jahr statt.

