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Warten auf Nachricht aus HoustonKölner Wissenschaftler sind gespannt auf ihre Daten aus dem All

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Die Artemis-II-Astronauten in ihrer Orion-Raumkapsel auf dem Weg durchs All – oben links an der Bordwand: eines der vier DLR-Strahlenmessgeräte aus Köln.

Die Artemis-II-Astronauten in ihrer Orion-Raumkapsel auf dem Weg durchs All – oben links an der Bordwand: eines der vier DLR-Strahlenmessgeräte aus Köln. 

Die Artemis-Astronauten hatten vier Strahlendetektoren aus Köln in ihrer Raumkapsel platziert und eingeschaltet.

Nach der Rückkehr der vier Artemis-II-Astronauten zur Erde steigt bei den Strahlenbiologen am Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz die Spannung. Sie hatten vier kleine Messgeräte mit auf die Reise um den Mond geschickt und warten nun auf eine Nachricht der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa, dass die Detektoren mit Namen M-42 EXT in Houston abgeholt werden können. Erst wenn die Kölner die Geräte mit ihrer speziellen Software ausgelesen haben, können sie mit Sicherheit sagen, ob die Messungen funktioniert haben.   

Während der Ostertage hätten er und sein Team sich regelmäßig die von der Nasa veröffentlichten Bilder aus der Orion-Kapsel vorgenommen, erzählt Thomas Berger, DLR-Projektleiter der Strahlungsexperimente auf den Artemis-Mondflügen: „Das war wie eine Ostereiersuche. Drei unserer vier Messgeräte haben wir entdeckt und konnten sehen, dass sie an den richtigen Stellen platziert waren.“ 

Kölner Detektoren messen während der Artemis-II-Mission die Strahlung in der Orion-Raumkapsel

Es war nämlich eine der vielen, minutiös geplanten Aufgaben der Astronauten gewesen, die Kölner Detektoren in der Raumkapsel zu platzieren und einzuschalten. Im Vorfeld waren vier unterschiedliche Stellen ausgewählt worden, die unterschiedlich gegen Strahlung abgeschirmt sind. So wollte man ein räumliches Bild von der Strahlungssituation innerhalb der Orion-Raumkapsel während des Fluges gewinnen.

Nach der Landung im Pazifik werden die Geräte nun zusammen mit der Kapsel nach Houston transportiert, dort können die Kölner Wissenschaftler sie dann abholen. „In etwa drei Wochen sollte es soweit sein“, sagt Berger. Man wolle die Daten direkt vor Ort auslesen und überprüfen, ob alles funktioniert hat: „Wir sind schon sehr gespannt.“

Die exakte Auswertung der Daten wird dann einige Zeit in Anspruch nehmen. Vor allem sollen die Strahlungswerte in der Kapsel mit jenen verglichen werden, die von den Kölner Wissenschaftlern schon beim ersten, noch unbemannten Artemis-Flug Ende 2022 gemessen wurden. Die hohe Strahlenbelastung im All gilt als eine der größten Herausforderungen für astronautische Langzeitmissionen. Sollen die Pläne der Nasa für eine dauerhafte Basis auf dem Mond oder gar einen Flug zum Mars aufgehen, müssten die Astronauten so gut es geht gegen Strahlung geschützt werden. Das Know-how der Porzer DLR-Wissenschaftler auf diesem Gebiet spielt dabei eine wichtige Rolle.  

Kölns OB Torsten Burmester gratuliert den Wissenschaftlern des DLR

Das freut auch Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester. Er gratulierte den Verantwortlichen am DLR am Montag per Brief zur Beteiligung an der erfolgreichen Nasa-Mission „Artemis II“. „Ihre weltweit gefragte Expertise ist ein Pfund für den Standort Köln, der mit dem Spacehub Cologne eine aussichtsreiche Zukunftsperspektive im wachsenden Markt für Raumfahrt hat“, schrieb Burmester.