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Weihnachtsmarkt am Dom
Muslime singen deutsche Adventslieder

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Der Kölner Frauenchor Aynur & 3K steht auf der Bühne des Weihnachtsmarkts auf demRoncalliplatz.

Der Kölner Frauenchor Aynur & 3K trat am Roncalliplatz auf.

Im Kölner Chor  Aynur & 3K singen viele Frauen türkischer Herkunft. Im vergangenen Jahr hatte es Kritik aus der muslimischen Community an dem Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt gegeben.

Eine Deutsche und eine Griechin singen auf Türkisch, Frauen türkischer Herkunft singen deutsche Weihnachtslieder, sie singen auch auf Japanisch, Arabisch, Persisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch – sie mischen die Sprachen, wie es ihnen gefällt. Das manchmal zu viel zitierte Kölner „Multikulti“ ist beim Frauenchor Aynur & 3K kein Klischee.

In dem vor vier Jahren von Aynur Cronauer gegründeten Chor singen Frauen aus vielen Ländern, die ganz bewusst vielsprachig singen. „Wir verstehen unseren Chor als Zeichen von Toleranz und friedlichem Zusammenleben“, sagt Chorleiterin Cronauer. „Wenn Menschen muslimischen Glaubens deutsche Weihnachtslieder singen, ist das natürlich auch ein Zeichen für die Auseinandersetzung mit der deutschen Kultur, die für viele noch nicht selbstverständlich ist.“

Viele türkische Medien berichteten

Am Dienstagabend trat der Chor auf dem Weihnachtsmarkt am Roncalliplatz auf – auch ein Team vom türkischen Fernsehen war vor Ort. Bei der Premiere vor einem Jahr hatte es in den sozialen Medien auch Kritik von frommen Muslimen an dem Auftritt gegeben. In der Türkei hatten einige Medien über den Auftritt am Dom berichtet – in Köln hörten die Menschen einfach zu und klatschten.

Eine aufsehenerregende Nachricht ist ein Multikulti-Chor nicht, auch wenn einige Gäste des Weihnachtsmarktes verdutzt stehen blieben, als sie „Jingle Bells“ in einer englisch-türkischen Version hörten. „Alle Menschen, auch die in diesem Chor, erzählen die gleichen Geschichten – in verschiedenen Sprachen“, sagte der türkische Generalkonsul Turhan Kaya. „Wenn Muslime Weihnachtslieder singen, ist das auch ein Zeichen sich anzunähern. Das ist ein großes Zeichen der Völkerverständigung“, sagte Bürgermeister Andreas Wolter.