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„Zehn Euro sollte Grenze sein“Neue Tourismus-Chefin hält Dom-Eintritt für legitim

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Stephanie Kleine Klausing ist neue Geschäftsführerin von Köln-Tourismus.

Stephanie Kleine Klausing ist neue Geschäftsführerin von Köln-Tourismus.

Sie arbeitet schon seit 18 Jahren bei Köln-Tourismus und will wie ihr Vorgänger vor allem zahlungskräftige und kulturinteressierte Gäste anziehen.

Für „legitim und vertretbar“ hält die neue Geschäftsführerin von Köln-Tourismus, Stephanie Kleine Klausing, den geplanten Eintritt für den Dom. „Wenn es notwendig ist für die Erhaltung des Doms, ist das gerechtfertigt. Ich würde mir aber wünschen, dass der Preis zehn Euro nicht überschreitet. Damit lägen wir weit unter den Eintrittspreisen etwa für die Sagrada Familia oder den Mailänder Dom“, sagte sie bei ihrer ersten Presseveranstaltung.

Köln-Tourismus sei im Vorfeld zu dem Beschluss des Domkapitels nicht eingebunden gewesen, man sei aber jetzt im engen Gespräch, damit die praktische Umsetzung am Ende mit unkompliziertem Online-Ticketkauf und ohne lange Warteschlangen abgewickelt werden könne. „Da finden wir gemeinsam einer Lösung.“ Dass Köln-Besucher wegen des Eintritts auf den Besuch des Doms verzichten, glaubt sie nicht.

Kusama-Ausstellung beispielhaft

Als einen strategischen Schwerpunkt ihrer Arbeit nannte sie die Vermarktung von Kunst und Kultur. „Die Kusama-Ausstellung ist dafür ein wunderbares Beispiel, so ein Ereignis zieht viele Besucher an.“ Ziel sei es, Gäste möglichst zwei, drei Nächte in der Stadt zu halten, damit auch Hotellerie und Gastronomie mitverdienen können. „Das ist für eine Städtereise schon sehr lang. Aber wir haben hier eine große Vielfalt zu bieten. Berlin ist zwar viel größer, aber wir müssen uns dahinter nicht verstecken.“

Weiterverfolgen wird sie das Ziel ihres Vorgängers, vor allem kulturinteressierte, digital affine Gäste in die Stadt zu locken, die bereit sind, Geld auszugeben. Dies sei in den vergangenen Jahren zunehmend gelungen, wie eine Auswertung von Handydaten zeigt, die Ziel- und Aufenthaltsorte der Touristen dokumentieren. „Wir setzen nicht unbedingt darauf, noch mehr Gäste anzuziehen. Wir setzen nicht auf Quantität, sondern auf Qualität.“ Weitere wichtige Säulen seien die Messe und große Sportveranstaltungen in der Stadt.

Vorgänger bei Köln-Tourismus ging vorzeitig

Diplom-Kauffrau Stephanie Kleine Klausing (51) hat am 1. April die Geschäftsführung von Jürgen Amann übernommen, dessen eigentlich bis 2027 laufender Vertrag vorzeitig aufgelöst wurde. Er wechselte als Tourismus-Chef nach Berlin. Dem Vernehmen nach sollen nicht alle Mitarbeiter mit seinem Kurs einverstanden gewesen sein, das etwas angestaubte städtische Tochter-Unternehmen neu auszurichten. Auch im Rathaus sollen nicht alle seiner Strategie zugestimmt haben, vor allem Menschen mit überdurchschnittlicher Kaufkraft und kulturell interessierte Gäste nach Köln locken zu wollen. Mit Stephanie Kleine Klausing wurde nun eine interne Lösung gefunden. Sie arbeitet seit 18 Jahren bei Köln-Tourismus mit dem Schwerpunkt Messe-Geschäft, davor war sie bei der Köln-Messe.

2025 kamen erneut mehr Touristen nach Köln. Es gab rund 4,3 Millionen Gäste und erstmals mehr als 7,2 Millionen Übernachtungen. Das war eine rund zweiprozentige Steigerung gegenüber 2024. Für Handel, Gastronomie, Hotellerie und Kultur brachte das einen Umsatz von  5,5 Milliarden Euro.