7. Africologne-FestivalDen Löwen lauschen

Lesezeit 2 Minuten
Zu sehen ist eine schwarze Frau mit einem gelben Kleid, sie trägt Schmuck an Kopf, Hals und am Handgelenk.

„Bikutsi 3000“ ist ein afrofuturistisches Widerstands-Märchen

Das siebte Africologne-Festival hat sein Programm im Depot vorgestellt. Das Kölner Festival beinhaltet Theater, Tanz und Performances. 

„Erst wenn die Löwen ihre Geschichte selber erzählen“, zitieren die Africologne-Macher ein afrikanisches Sprichwort, „werden die Jäger nicht mehr Helden sein.“ Das Kölner Festival der afrikanischen Künste lässt nun schon seit 2011 die Löwen zu Wort kommen – und die Jäger lauschen. Noch immer ist es das deutschlandweit einzige Festival für Theater, Tanz und Performance, dessen Fokus ausschließlich auf Produktionen aus Afrika, beziehungsweise Co-Produktionen mit afrikanischen Künstlerinnen und Künstlern liegt.

Vergangenes Jahr wurden die beiden Festival-Gründer Gerhardt Haag und Kerstin Ortmeier vom Kölner Kulturpreis als Kulturmanager des Jahres ausgezeichnet. Die siebte Ausgabe des biennalen Festivals wird vom 1. bis zum 11. Juni stattfinden, parallel zur Fachtagung „African Futures“ an der Uni Köln, zu der rund 2000 Gäste aus aller Welt erwartet werden, und angeschlossen an das sie begleitende Programm der Stadt Köln.

Africologne-Festival leitet im Depot 1 mit „Samson“ seinen Auftakt ein

Africologne sorgt für den glanzvollen Auftakt des Kongresses mit der bereits vielfach ausgezeichneten Musiktheaterproduktion „Samson“ (am 1. und 2. Juni im Depot 1), für die der südafrikanische Regisseur Brett Bailey die Bibelgeschichte von Samson und Delilah in eine „dystopische Landschaft des ungezügelten Kapitalismus“ verpflanzt, also ins Hier und Jetzt.

In der Tanzperformance „Bikutsi 3000“ erzählt Blick Bassy, Musiker und Choreograf aus Kamerun, ein afrofuturistisches Märchen vom feministischen Widerstand gegen den Kolonialismus. Die Romanadaption „Terre Ceinte – Gebanntes Land“ aus Burkina Faso beschäftigt sich mit dem Terror des Islamismus in der Sahelzone.

Spielstätten in Köln sind das Orangerie-Theater, die Alte Feuerwache und das Theater im Bauturm

Neben diesen Gastspielen gibt es auch Eigenproduktionen: So setzt das „Dialaw-Project“ die Zusammenarbeit zwischen dem deutsch-französischen Regisseur Mikaël Serre und der senegalesische Tänzerin Germaine Acogny fort. Acogny gilt als Mutter des afrikanischen Tanzes. In ihrer Performance geht es um die geplante Erweiterung des Hafens von Dakar, nur wenige Meter von Acognys renommierter Tanzschule École des sables entfernt, die gleich mehrere Dörfer und deren Gemeinschaften zu zerstören droht.

Für ihr gemeinsames Projekt „Swap Families“ haben sich die Kölner Theatergruppe Futur3 und das ghanaische Künstlerkollektiv eX-para-Mental gegenseitig Pakete mit Alltagsgegenständen, Fotos, Rezepten und Familien-Erzählungen geschickt – und das Erhaltene dann jeweils neu interpretiert – auf der Suche nach Gemeinsamkeiten und kreativen Missverständnissen.

Schirmherr des Festivals ist Aristide Tarnagda, der Direktor des befreundeten Récréâtrales-Festival in Ouagadougou, Schirmfrau die deutsche Staatssekretärin für Kultur und Medien, Claudia Roth. Als Festivalzentrum dient die Alte Feuerwache, gespielt wird unter anderem im Bauturm, im Orangerie-Theater und in Odonien.

Zur Veranstaltung

Das Programm gibt es unter www.africologne-festival.de

Der Vorverkauf läuft unter www.Qultor.de

KStA abonnieren