In „Mother Mary“ spielt Anne Hathaway einen Popstar am Abgrund. Für die Rolle studierte sie sogar Taylor Swift in NRW.
Hathaway wird zur Pop-DivaFür neue Rolle besuchte sie ein Konzert in Gelsenkirchen

Erst «Der Teufel trägt Prada 2», nun das düstere Melodrama «Mother Mary»: An Anne Hathaway kommt dieses Jahr niemand vorbei. (Archivbild)
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Ihre Rollen in „Plötzlich Prinzessin“ und „Der Teufel trägt Prada“ prägen bis heute das Bild, das viele von Anne Hathaway haben. Die Oscar-Preisträgerin wählt jedoch gezielt Parts, die dieses Image aufbrechen. Ihr neuer Film „Mother Mary“ ist eine solche Herausforderung – für sie und das Publikum.
Das 112 Minuten lange Musikdrama mit Horrorelementen handelt von dem Megastar Mother Mary. Obwohl sie Arenen füllt und von Fans verehrt wird, fühlt sie sich innerlich leer und zerbrochen. Völlig entkräftet wendet sie sich an ihre frühere Freundin und Modedesignerin Sam, dargestellt von Michaela Coel („I may destroy you“). Nach jahrelanger Funkstille bittet Mother Mary sie, ein Kleid für ihr Bühnen-Comeback zu entwerfen, um so wieder zu sich selbst zu finden.
Film wirkt teilweise überladen
Die Inszenierung gleicht einem Kammerspiel, dessen Zentrum eine riesige Scheune als Sams Atelier bildet. Rückblenden enthüllen nach und nach, was die Protagonistin quält und warum die Freundschaft zerbrach, wobei auch die Frage nach übernatürlichen Kräften aufgeworfen wird.
Den endlosen, metaphorischen Dialogen der Hauptfiguren ist inhaltlich aber nur schwer zu folgen. Der Film behandelt eine Fülle an Themen wie Geister, Liebe, Freundschaft, Religion und Ruhm. Dadurch wirkt er überfrachtet, und es fällt schwer, sich auf die Handlung zu konzentrieren, da man ständig die eigentliche Aussage zu entschlüsseln versucht.
Physisch eindrucksvolle Performance von Hathaway
Lohnenswert ist der Film für alle, die Hathaways schauspielerische Bandbreite jenseits liebenswerter Charaktere erleben möchten. Mit anspruchsvollen Tanzeinlagen liefert die Darstellerin in „Mother Mary“ eine körperlich beeindruckende Leistung.
Nach ihren frühen Erfolgen hätten die Leute eine sehr starre Vorstellung von ihren Rollen gehabt, erklärte die 43-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Sie selbst wollte sich jedoch künstlerisch weiterentwickeln. „Und so habe ich mich mehr vom Mainstream wegbewegt und versucht, mich mit unterschiedlichen Rollen herauszufordern.“ Sie vertraue sehr auf ihre Anhänger: „Ich glaube, meine Fans sind bereit, sich auf etwas Verrücktes einzulassen.“
Hathaway besuchte Taylor-Swift-Konzert in Gelsenkirchen
Überzeugend ist in jedem Fall der Soundtrack, an dem die britischen Sängerinnen FKA Twigs – die im Film auch eine Nebenrolle hat – und Charli XCX mitwirkten. Die Lieder wurden von Anne Hathaway selbst eingesungen.
Die Hollywood-Schauspielerin bereitete sich mehrere Jahre auf die Rolle vor, nahm Gesangs- und Tanzstunden und studierte Konzerte großer Popstars. Eine wesentliche Inspirationsquelle für die Bühnenfigur war laut Regisseur Lowery Taylor Swift. Er besuchte gemeinsam mit Hathaway ein Konzert des US-Megastars in Gelsenkirchen, da „Mother Mary“ teilweise in Nordrhein-Westfalen gedreht wurde.
Lieber Schauspielerin als Popstar
Auch den Konzertfilm zu Swifts „Reputation“-Tour sah sich der Regisseur wiederholt an. „Es fühlte sich wirklich so an, als stünde sie im Zentrum einer Galaxie und des gesamten Universums, wenn sie auf dieser Bühne stand.“ Diese Ausstrahlung wollte er für seinen Film einfangen. Eine von Lowery erstellte Playlist mit Stücken von Swift, Robyn und Charli XCX half zudem der gesamten Crew, sich auf die Atmosphäre des Films einzustimmen.
Selbst ein Popstar zu werden, kommt für die 43-Jährige jedoch nicht infrage. „Der Unterschied zwischen mir und Mother Mary ist, dass Mother Mary keinen Filter zwischen sich und ihrem Ruhm hat. Sie ist quasi ihr eigener Ruhm“, erläutert sie. Als Schauspielerin könne sie hingegen in verschiedene Charaktere schlüpfen, ohne ihr Innerstes preiszugeben. Ihre eigene Berühmtheit sei über viele Jahre auf eine merkwürdige Art gewachsen und habe sich oft nur auf das Publikum eines bestimmten Films bezogen. Die breite Anerkennung, die sie heute genießt, habe sie erst vor relativ kurzer Zeit erlangt. (dpa/red)
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