Der rumänische Beitrag zum ESC, „Choke me“, löst eine Debatte aus. Während der verantwortliche Sender von einer Metapher spricht, äußern Kritiker Bedenken.
Kontroverse um rumänischen ESC-TitelSender weist Kritik an „Choke me“ zurück

Über einen Beitrag des diesjährigen ESC wird besonders diskutiert. (Archivbild)
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Der Song „Choke me“ („Würg mich“) soll Rumänien beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) vertreten. In diesem Zusammenhang hat der öffentlich-rechtliche Sender des Landes, TVR, den Titel der Künstlerin Alexandra Capitanescu verteidigt. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, weist die Anstalt den Vorwurf zurück, das Lied bagatellisiere die Risiken einer Sexualpraktik.
Laut TVR sei der Titel als Metapher aufzufassen. Der Sender lehnt jeglichen Zusammenhang des Stücks mit der Propagierung von Gewalt oder riskanten Handlungen ab. Man bekenne sich zur künstlerischen Freiheit und den Grundsätzen der European Broadcasting Union (EBU) sowie dem Wesen des ESC, welcher „Diversität, Inklusion, den Dialog zwischen Kulturen und authentischen Ausdruck durch Musik“ unterstütze. Eine Stellungnahme der EBU zu der Auseinandersetzung liegt bisher nicht vor.
Bühnenpräsentation soll die metaphorische Ebene klären
Um Fehlinterpretationen vorzubeugen, soll die tiefere Bedeutung des Liedes durch die Inszenierung der Darbietung verdeutlicht werden. TVR kommunizierte: „Das künstlerische Konzept des Bühnenauftritts ist genau darauf ausgerichtet, den metaphorischen Charakter der Botschaft hervorzuheben und jede wörtliche Interpretation der Textzeilen auszuschließen“. In der Mitteilung des Senders wird ausgeführt, dass sich dies in der Bühnenshow widerspiegeln werde, die Rumänien in Wien beim Eurovision Song Contest 2026 präsentieren wird.
Unter anderem in der britischen Zeitung „The Guardian“ wurde über die Auseinandersetzung berichtet. Darin wird eine Professorin für Rechtswissenschaften zitiert, die in der vermuteten Kernaussage „eine alarmierende Missachtung der Gesundheit und des Wohlbefindens junger Frauen“ erkennt. Im Vereinigten Königreich wird aktuell ein Gesetzentwurf behandelt, der den Besitz sowie die Verbreitung von Abbildungen, die Strangulation in pornografischen Inhalten zeigen, unter Strafe stellen soll.
Interpretin erklärt die Songbedeutung
Passagen aus dem Songtext lauten beispielsweise: „Lieb mich, bring meine Lungen zum Explodieren“ und „Alles, was ich brauche, ist deine Liebe, ich möchte, dass es mich würgt“. Die Interpretin selbst betonte Anfang März, dass Titel und Refrain nicht buchstäblich zu verstehen seien. Die Bedeutung von „Choke me“ sei vielmehr im übertragenen Sinne „Ersticke mich mit deiner Liebe“. Solange niemand zu Schaden komme, dürfe Kunst nicht zensiert werden, so Capitanescu.
Eine ähnliche Kontroverse gab es bereits im Vorjahr. Seinerzeit hatte die britische Rundfunkanstalt BBC Einspruch gegen den maltesischen Beitrag „Kant“ erhoben, da der Titel an einen derben englischen Begriff für das weibliche Genital gemahnte. Laut dem „Guardian“ hat die BBC in der aktuellen Causa bisher auf einen solchen Schritt verzichtet. (red)
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