BBC ermahnt ModeratorGary Lineker sorgt mit Nazi-Vergleich für Wirbel – Empörung in der Politik

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ARCHIV - 01.12.2017, Russland, Moskau: Fußball: Auslosung der Gruppen für die Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 am 01.12.2017 im Kremlpalast in Moskau (Russland). Der ehemalige Fußballspieler von England Gary Lineker steht bei der Auslosung auf der Bühne. (zu dpa: «Asylgesetz mit Nazi-Deutschland verglichen - BBC rügt Lineker») Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

BBC-Moderator und Fußball-Legende Gary Lineker (Archivbild)

Die englische Fußball-Legende Gary Lineker ist kein Freund der britischen Migrationspolitik. Nun droht dem Moderator Ärger.

Nachdem die englische Fußball-Legende Gary Lineker sich mit scharfen Worten zur Migrationspolitik der britischen Regierung geäußert hat, haben konservative Tory-Abgeordnete die BBC aufgefordert, den derzeit bei dem Sender als Moderator tätigen Lineker zu entlassen. Die britische Innenministerin Suella Braverman kritisierte die Aussagen scharf.

BBC-Moderator Gary Lineker vergleicht Einwanderungsgesetz mit Nazi-Zeit in Deutschland

Der 62-Jährige hatte zuvor ein Video Bravermans auf dem Kurznachrichtendienst Twitter kommentiert und scharfe Kritik an einem vom Ministerium angekündigten neuen Einwanderungsgesetz geübt.

„Es gibt keinen großen Zustrom. Wir nehmen viel weniger Flüchtlinge auf als andere große europäische Länder“, antwortete Lineker dann in einer Diskussion auf Twitter einem anderen Nutzer. „Das ist einfach eine unermesslich grausame Politik, die sich gegen die verletzlichsten Menschen richtet, in einer Sprache, die der von Deutschland in den 30er Jahren nicht unähnlich ist, und ich bin nicht in Ordnung?“, führte der Moderator aus. Mittlerweile hat Lineker den Tweet gelöscht. 

Gary Lineker kritisiert Bravermans Gesetzesentwurf: „Deutschland in den 30er Jahren nicht unähnlich“

Zuvor hatte der ehemalige Torjäger das vom britischen Innenministerium veröffentlichte Video bereits kritisiert. „Gütiger Himmel, das ist mehr als furchtbar“, lautet sein Kommentar zum Video. 

Innenministerin Braverman hatte zuvor einen neuen Gesetzesentwurf vorgestellt und erklärt, die Botschaft sei, „dass Sie, wenn Sie illegal hierherkommen, nicht bleiben können.“ Auf Twitter zitierte das „Home Office“ die Ministerin mit den Worten: „Genug ist genug. Wir müssen die Boote stoppen“ – das provozierte Linekers erste Wortmeldung. „Sie werden inhaftiert und in ihr Heimatland oder in ein sicheres Drittland wie Ruanda abgeschoben“, kündigte Braverman zudem an.

Es sei „nicht fair, dass Menschen, die durch eine Reihe von sicheren Ländern reisen und dann illegal nach Großbritannien kommen, die Warteschlange überspringen und unser System austricksen können“, führte Braverman aus. „Dieses Gesetz wird dem ein Ende setzen“.

Suella Braverman zeigt sich „enttäuscht“ von Gary Lineker

Braverman verurteilte den Kommentar von Lineker am Mittwochmorgen. Die Innenministerin sagte der BBC, sie sei „enttäuscht“ über die „wenig hilfreiche“ Intervention des Moderators. „Ich denke, es ist nicht hilfreich, unsere Maßnahmen, die rechtmäßig, verhältnismäßig und mitfühlend sind, mit dem Deutschland der 1930er Jahre zu vergleichen“, erklärte die Innenministerin und rechtfertige ihren Gesetzesentwurf erneut.

Gegenüber dem „Telegraph“ kündigte die BBC unterdessen an, das Gespräch mit Lineker suchen zu wollen. „Gary wird angesprochen und an seine Verantwortung in den sozialen Medien erinnert werden“, zitiert die englische Zeitung eine Quelle beim britischen Sender. Mehrere Tory-Politiker forderten unterdessen weitergehende Konsequenzen für die Fußball-Legende – bis hinzu zur Entlassung. Lineker hat sich bereits mehrfach kritisch zur britischen Migrationspolitik geäußert. (das)