Für mehrere Jahre wird der bekannte Garten von Goethe am Frauenplan in Weimar nicht zugänglich sein. Es gibt jedoch zahlreiche andere Orte zu entdecken.
Weimars Goethe-Garten schließtDiese Alternativen gibt es für Besucher

Vor Goethes Wohnhaus sprießt und blüht es: Der Garten soll bis zu geplanten Wiedereröffnung im Jahr 2030 neu angelegt werden.
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Wer den Garten am Weimarer Wohnhaus von Johann Wolfgang von Goethe in seiner gegenwärtigen Gestalt besichtigen will, muss sich sputen. Laut einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) beginnen im November 2026 Sanierungsarbeiten an dem Anwesen am Frauenplan, wo der Dichter circa 40 Jahre residierte. Der dazugehörige Garten, dessen Basisstruktur bis in die Gegenwart überdauert hat, erfährt dabei eine Neuanlage.
Ab 2030 wird das Museum nach Abschluss der Saison 2026 wieder für den regulären Publikumsverkehr geöffnet sein. Ziel der Umgestaltung ist es, den Garten näher an die historische Realität der Goethezeit anzupassen. „In der Neukonzeption wird es neben dem bisherigen Ziergarten auch wieder einen Nutzgarten geben“, sagt Michael Sperber von der Klassik Stiftung Weimar (KSW). Auf diese Weise wird auch die Vorliebe Goethes für Gemüse, speziell für Spargel, thematisiert.
Der Dichter als Forscher
Zusätzlich soll die Umgestaltung Goethe in seiner Rolle als Naturforscher beleuchten. Er untersuchte heimische sowie fremde Pflanzenarten. Seine botanischen Forschungen werden zukünftig in einem der barocken Pavillons des Gartens präsentiert. Besucher Weimars finden aber auch während der mehrjährigen Umbauphase zahlreiche grüne Orte, die mit Goethe verbunden sind.
Das Weinberghaus an der Ilm, bekannt als Goethes Gartenhaus, ist nur einen kurzen Fußweg vom Stadtzentrum entfernt. Es war ein Geschenk von Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach an den Dichter. Dieser bezog es 1776 als seine erste eigene Bleibe in Weimar und begann umgehend mit der Planung seines ersten Gartens.

Wurde 1776 Goethes erster eigener Wohnsitz in Weimar: das Weinberghaus an der Ilm, auch Goethes Gartenhaus genannt.
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Der erste private Garten Goethes
„Zwischendurch gärtnerte Goethe auch selbst, jedoch schleppte er sicherlich keine schweren Steine“, erklärt Stephan Herbarth, der die Gartenabteilung der KSW leitet. In den ausgedehnten Blumenbeeten gedeihen wie zu Goethes Zeiten Rosen, diverse Stauden und Astern. Im oberen Teil des Obstgartens orientiert sich die Wegführung mit ihren Biegungen am damals modernen Stil des Englischen Landschaftsgartens. Für Aufsehen sorgte 1777 Goethes Denkmal „Stein des guten Glücks“, bestehend aus einem Würfel und einer Kugel, aufgrund seiner abstrakten statt der üblichen figürlichen Gestaltung.

Goethes Gartendenkmal «Stein des guten Glücks» rief 1777 Entrüstung hervor.
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Sein ganzes Leben lang suchte Goethe sein Gartenhaus immer wieder auf. Zusammen mit Herzog Carl August gestaltete er zudem das vormals morastige Wiesengelände an der Ilm zu einem malerischen Park um. Diese Anlage ist heute als Bestandteil des Ensembles „Klassisches Weimar“ als Unesco-Welterbe anerkannt. „Der Spaziergang im Grünen war erfunden“, erläutert Franziska Rieland von der KSW zur damaligen Bedeutung des öffentlichen Parks.

Ein Stück Italien in Weimar: das Römische Haus.
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Wo sich Kunst und Natur vereinen
Zusätzliche Spuren des Dichters lassen sich in Großkochberg entdecken, einem Ort, den Goethe häufig besuchte, um seine Verehrte, Frau von Stein, zu treffen. Die künstlerische Leiterin Silke Gablenz-Kolakovic erklärt, dass im zugehörigen Liebhabertheater von Schloss Kochberg durch historische Inszenierungen die Atmosphäre der Weimarer Klassik wiederbelebt wird. Goethes Einfluss ist ebenso im Schlosspark mit seinen künstlich angelegten Ruinen und Wasserflächen erkennbar.
Das Kirms-Krackow-Haus vermittelt einen Eindruck von einem bürgerlichen Garten aus der Epoche Goethes. Laut Kurator Christian Hill war der Hausherr Franz Kirms ein „Pflanzen-Nerd“, den Goethe oft besuchte. Im Nachbarhaus verbrachte Christiane Vulpius, die spätere Gattin Goethes, ihre Kindheit; sie war entscheidend für die Pflege seiner privaten Gärten verantwortlich. Die Passion des Dichters für die Gartenarbeit blieb bis zu seinem Lebensende bestehen, was durch am Sterbebett gefundene Aufgabenlisten mit Gartenanweisungen belegt wird.

Blumenbeete ziehen sich bis zum Gartenhaus im Garten des Kirms-Krackow-Hauses in Weimar, heute ein Museum für die Wohnkultur ab dem 18. Jahrhundert.
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Weimar befindet sich in Thüringen, gelegen zwischen Erfurt und Jena. Für die Anreise wird der Zug über Erfurt nahegelegt. Mit der Weimar Card, die für 48 Stunden 32,50 Euro kostet, können Besucher die städtischen Buslinien nutzen und erhalten Zugang zu den Museen der Klassik Stiftung Weimar. Der Zutritt zu den meisten Gärten ist kostenfrei; eine Ausnahme bildet der Garten am Wohnhaus, für den der reguläre Museumseintritt von 13 Euro zu entrichten ist. Empfehlenswert sind außerdem der Landschaftsgarten von Schloss Tiefurt sowie der Barockgarten von Schloss Belvedere. (red)
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