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Burgard weist Vorwürfe zurückBerichte über Fehlverhalten auf Weihnachtsfeier

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Das Bild zeigt den ehemaligen WELT-Chefredakteur Jan Philipp Burgard. Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Wehrt sich gegen die Berichterstattung im Zuge seines Rücktritts: der ehemalige WELT-Chefredakteur Jan Philipp Burgard.

Der Verlag Axel Springer reagiert auf Berichte rund um den ehemaligen „Welt“-Chef Jan Philipp Burgard. Sein Anwalt spricht von einer Verleumdungskampagne.

Der ehemalige „Welt“-Chefredakteur Jan Philipp Burgard wehrt sich gegen Presseberichte über ein mögliches Fehlverhalten.

Unter anderem die „New York Times“, das Medienportal „Medieninsider“ sowie die Rechercheplattform „Correctiv“ hatten von einem möglichen Fehlverhalten Burgards am Rande einer Weihnachtsfeier berichtet, das letztlich zur Trennung vom Medienhaus Axel Springer geführt habe.

„Die von diversen Medien verbreiteten Gerüchte, dass gegen meinen Mandanten bei Axel Springer Beschwerden wegen Belästigung oder eines übergriffigen Verhaltens vorliegen, sind nachweislich falsch“, teilte Burgards Anwalt am Montag auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Ich werde für meinen Mandanten mit allen rechtlichen Mitteln gegen diese Verleumdungskampagne vorgehen.“

Das Bild zeigt das Logo des Axel Springer-Verlags, das über dem Eingang der Zentrale in Berlin hängt. Foto: Christophe Gateau/dpa

Über dem Eingang der Axel Springer Zentrale steht das Logo des Unternehmens.

Auch Axel Springer wies die Berichte zurück. „Wir sind den Hinweisen auf ein angebliches Fehlverhalten sofort nachgegangen. Diese Hinweise haben sich nicht erhärtet“, sagte ein Sprecher am Montag. „Bis heute liegen Axel Springer keinerlei Beschwerden gegen Jan Philipp Burgard wegen Belästigung oder eines übergriffigen Verhaltens vor.“

Ist Burgard Mitarbeiterin zu nahegekommen?

Der 41-Jährige habe sich nach der Weihnachtsfeier der internen Premium-Gruppe von Axel Springer – dazu gehören die „Welt“, „Politico“ und „Business Insider“ – kritischen Fragen des Vorstands stellen müssen. Über die Vorgänge berichteten unter anderem die „New York Times“ und das US-Branchenmagazin Semafor am Wochenende. Beide schrieben, der Verlag habe Anfang Januar eine interne Untersuchung eingeleitet. Bei dieser solle geprüft werden, ob sich Burgard auf der Feier „unangemessen“ gegenüber einer Axel-Springer-Mitarbeiterin verhalten habe.

Auf dem Dancefloor, so schreibt das Investigativportal Correctiv, sei Burgard einer Mitarbeiterin, die ihm nicht direkt unterstellt sei, nahegekommen. Das hätten mehrere Verlagsmitarbeitende dem Magazin unabhängig voneinander berichtet.

Burgard tritt von Posten zurück – und nennt gesundheitliche Gründe

Burgard hatte in der vergangenen Woche überraschend seine Funktionen mit sofortiger Wirkung niedergelegt und dies mit gesundheitlichen Problemen begründet. Nach der Mitteilung des Verlags postete Burgard auf der Plattform LinkedIn ein Statement, in dem er von einem„schweren körperlichen Zwischenfall“ berichtete, „der in der Luft ärztlich behandelt werden musste.“

Dieser habe sich auf dem Rückflug aus dem Urlaub ereignet und „vertiefte Untersuchungen“ in der Charité nach sich gezogen. Als Konsequenz aus dem Rat der Ärzte, mehr auf seine Gesundheit zu achten, habe er sich entschlossen, seinen Posten als Chefredakteur der „Welt“ aufzugeben und eine berufliche Auszeit zu nehmen, so Burgard weiter.

Mit Helge Fuhst steht der Nachfolger Burgards bereits fest. Fuhst kommt von der ARD und soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt seinen neuen Posten antreten. (mit dpa)